Das Buch „Das Gold der Deutschen“ gibt umfangreichen...

In den Tresoren der Bundesbank lagert gut die Hälfte der deutschen Goldreserven. Foto: Niels Thies/Bundesbank  Foto: Niels Thies/Bundesbank

Einst war es gängiges Zahlungsmittel, heute ist Gold vorwiegend eine Wertanlage. Knapp 270 000 Goldbarren besitzt Deutschland, was einem Verkehrswert von 117 Milliarden Euro...

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FRANKFURT. Einst war es gängiges Zahlungsmittel, heute ist Gold vorwiegend eine Wertanlage. Knapp 270 000 Goldbarren besitzt Deutschland, was einem Verkehrswert von 117 Milliarden Euro entspricht, wie Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, am Mittwoch erläuterte. Das ist die zweitgrößte Menge nach den USA und entspricht etwa 1,8 Prozent des weltweiten Goldbestands. Dies und weitere Details sind jetzt in dem Buch „Das Gold der Deutschen“ nachzulesen, das die Bundesbank herausgegeben hat. Das Buch sei Teil der Transparenzoffensive der Zentralbank, nachdem immer wieder Zweifel geäußert wurden, ob es den Milliardenschatz tatsächlich gibt, wie Thiele bei der Vorstellung sagte.

So widmet sich ein umfangreicher Teil der Lagerung und Prüfung der Edelmetall-Bestände in Frankfurt, London, New York und ehemals Paris. Denn vor einigen Jahren hatte die Ankündigung, dass 674 Tonnen der Goldbarren von Paris und New York nach Frankfurt verlagert werden sollen, für Aufsehen gesorgt. Heute liege die Hälfte des Bestands in Frankfurt, der Transport sei abgeschlossen. Hatte man in Zeiten des Kalten Krieges die Bestände möglichst weit westlich gelagert, sei dies heute nicht mehr notwendig. Und auch der Euro trage dazu bei, dass es keiner Goldreserve in Paris mehr bedürfe.

Das von drei Mitarbeitern der Bundesbank verfasste Buch gibt auch Aufschluss darüber, wie die deutsche Goldreserve entstanden ist, wofür sie verwendet wird, wo sie gelagert ist oder auch über die Geschichte als Zahlungsmittel und die naturwissenschaftlichen Eigenschaften. Aber trotz aller Transparenz habe die Sicherheit nach wie vor die höchste Relevanz. Daher gibt es im Buch keine Angaben dazu, wie das Gold transportiert wurde.

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Vorstand Thiele bezeichnete es als „bemerkenswert“, dass innerhalb von nur 22 Jahren der Goldschatz angesammelt wurde. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg besaß Deutschland kein Gold mehr. Erst ab 1951 kam das wertvolle Edelmetall wieder in deutschen Besitz, unter anderem dadurch, dass kriselnde Länder D-Mark benötigten. 1979 gab es die letzten Zuflüsse. Seitdem verringere der Bestand sich nur geringfügig. Seit 2001 werden zum Beispiel knapp fünf Tonnen im Jahr für die Prägung von Münzen durch das Bundesfinanzministerium verwendet.

Etwas am Goldbestand zu verändern, erachtet Thiele aktuell als nicht notwendig. Zumal sich der Verkehrswert seit den 1970er Jahren bis heute massiv gesteigert hat, ohne dass die Bundesbank dazu aktiv beigetragen habe. 1972 machte das Gold 27 Prozent der Währungsreserve aus, inzwischen sind es etwa 70 Prozent.

Von Alexandra Groth