Ticketpreise: Flug in den Urlaub wird „absurd“ teurer

Die Lust auf Sommerurlaub ist groß. Doch was passiert, wenn kurz zuvor eine Corona-Infektion dazwischenfunkt?

Die Freude auf den Urlaub ist groß – wird aber vermiest. Wir zeigen, für welche Länder die Flugpreise 2023 geradezu explodieren und für welche mit einem Rückgang zu rechnen ist.

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Zürich/München. Wie sich die Preise für Benzin und Diesel entwickeln, darüber wird nahezu täglich berichtet. Aber was ist mit dem Flugzeugtreibstoff Kerosin? Auch der ist im Preis seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine enorm gestiegen. Lag der Monatspreis für eine Gallone (rund 3,8 Liter) im Januar 2022 laut US Energy Information Administration bei 2,45 US-Dollar, waren es im Juni 4,12 Dollar. Seither ist der Preis zwar gesunken auf – an diesem Montag im Tagespreis – von 3,11 Dollar. Das liegt aber immer noch 27 Prozent über dem Wert von vor einem Jahr. Überdies kämpft die Flugbranche Experten zufolge mit Personalengpässen und, mit Blick auf die nach Corona wieder gestiegene Nachfrage, zu wenig Flugzeugen. Zudem wirkt Corona noch nach. All das hat natürlich Konsequenzen.

Wie stark stiegen die Ticketpreise 2022?

So legten die Flugpreise bereits 2022 kräftig zu. Nach Erhebungen des Vergleichsportals Check24 - Datenbasis bildeten alle im Juni über das Portal gebuchten Abflüge zwischen dem 1. Juli und dem 30. September – verteuerten sich Hin- und Rückflüge nach Spanien gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 um satte 65 Prozent auf 272 Euro. Für Flüge nach Italien und Portugal musste durchschnittlich 58 beziehungsweise 52 Prozent mehr gezahlt werden musste. Weniger deutlich kletterten die Ticketkosten für Verbindungen in die USA (elf Prozent).

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Unterm Strich verteuerten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Auslandsflüge im August 2022 gegenüber August 2019 um 22,7 Prozent. Im Vergleich zum August 2021 waren es noch 12,5 Prozent. Doch damit nicht genug, denn in diesem Jahr geht es zwei Untersuchungen zufolge noch einmal aufwärts, zum Teil extrem. Bei einigen Reisezielen erreichten die Preissprünge 2023 „derart absurde Dimensionen gegenüber den Durchschnittspreisen im Jahr 2022, dass sich selbst ambitionierte Schnäppchenjäger auf der Suche nach Top-Rabatten die Zähne ausbeißen könnten“, konstatiert die Flug-Suchmaschine Swoodoo.

Für welche Länder wird es drastisch teurer?

0Das gelte auch für einige Ziele, die bei deutschen Urlaubern sehr beliebt sind. Als Beispiele führt die Suchmaschine Italien und die Türkei an.Datenbasis bildeten Suchanfragen für Hin- und Rückflüge in der Economy-Klasse. Wer zum Beispiel nach Florenz fliegt, muss 2023 aktuell mit Flugpreisen von durchschnittlich 279 Euro rechnen. Das sind 100 Euro mehr als noch 2022 (plus rund 56 Prozent). Nach Bologna geht es für im Schnitt 188 Euro (plus 68 Prozent). Flugtickets nach Genua sind von durchschnittlich 169 auf 274 Euro geklettert (plus ca. 62 Prozent), Richtung Triest von 187 auf 299 Euro (plus 6 Prozent). Mit durchschnittlich unter 150 Euro zeige sich dagegen Venedig voraussichtlich preisstabil.

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Auch von und nach Zielen in der Türkei geht es steil aufwärts. In die Hauptstadt Ankara fliegt man Swoodoo zufolge nach derzeitigem Kenntnisstand für im Schnitt 321 Euro, was einen Aufschlag von 39 Prozent bedeutet. Das ist im Verglich zu Strandurlaub-Städten noch harmlos. So kommt man nach Zonguldak 2023 für durchschnittlich 360 Euro, was rund 60 Prozent über dem Vorjahr liegt. Nach Izmir und Bodrum sei mit einem Preisanstieg von jeweils über 100 Euro zu rechnen (um ca. 58 Prozent auf im Schnitt 326 Euro bzw. um ca. 57 Prozent auf im Schnitt 345 Euro), so Swoodoo. Nach Antalya seien Flüge zwar ebenfalls stark (um 52 Prozent) gestiegen, mit 302 Euro aber noch vergleichsweise günstig zu haben. Die bulgarische Hauptstadt Sofia scheine dagegen mit 157 Euro und einem Plus von sechs Prozent relativ preisstabil zu bleiben.

Flugscham ist für manche Urlauber ein Problem.

Wie sieht es bei Langstreckenflügen aus?

Bei einigen Langstreckenflügen geht es laut Swoodoo ebenfalls in schwindelerregende Höhen. So kommen zum Beispiel Buenos Aires (Argentinien) auf durchschnittlich 1.222 Euro und Santiago (Chile) auf durchschnittlich 1.154 Euro, was jeweils einen Aufschlag von rund 50 Prozent bedeutet. Nach Kapstadt (Südafrika) geht es um 45 Prozent auf 899 Euro rauf, nach Seoul (Südkorea, im Durchschnitt 821 Euro) und Tokio (Japan, 1.028 Euro) um 39 und 48 Prozent. Dem hingegen werden einige für Destinationen in den USA Preissenkungen prognostiziert. Etwa für San Diego (minus 19 Prozent auf 594 Euro) oder Las Vegas (minus zehn Prozent auf 587 Euro). Im Schnitt in etwa stabil bleibe Honolulu auf Hawaii mit rund 982 Euro.

Auch American Express Global Business Travel, ein Anbieter von Geschäftsreisen, prognostiziert in seinem „Air Monitor 2023“ steigende Flugpreise. Errechnet hat er das anhand verschiedener Faktoren, darunter Inflation, steigende Treibstoffkosten und Kapazitätsprobleme. Innereuropäische Flüge legen demnach 2023 in der Economy-Klasse insgesamt um 5,5 Prozent zu. Auf Strecken Europa-Nordamerika wird mit einem leichten Anstieg von 3,7 Prozent gerechnet, von und nach Asien von rund zwölf Prozent.