Sergej Bubka - In sechs Metern Höhe bleibt die Zeit stehen

aus Zeit-Lupe

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Geschafft: Sergej Bubka, hier im Trikot der UdSSR, überquert 1985 als erster Stabhochspringer die sechs Meter. Archivfoto: imago

Sergej Bubka springt 1985 als erster Mensch nur mit einem Kunststoffstab "bewaffnet" über die magische Sechs-Meter-Marke. Mit dem Erfolg beim Meeting in Paris startet der...

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. Es ist dieses Gefühl, dass sonst wohl nur Skispringer beschreiben - in der Luft scheint die Zeit stillzustehen, es ist, als könnte man als Mensch, ganz ohne Flügel, fliegen. So oder so ähnlich beschrieb es auch "Mr. Stabhochspringen" Sergej Bubka nach seinem ersten "Sechser". Mit 5,70 Metern war dieser am 13. Juli 1985 beim Meeting in Paris in den Wettbewerb gestartet, dann ließ er weitere Höhen aus, um die Latte gleich auf sechs Meter legen zu lassen - wohlgemerkt hätten auch 5,90 Meter zum Sieg gereicht, 5,95 Meter für einen neuen Weltrekord.

Doch Bubka wollte mehr. "Ich habe schon damals meinen Sport geliebt. Ich war gierig nach Erfolg", erinnerte sich der heute 51-Jährige in einem Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt. Zweimal scheiterte der 31-Jährige, der als Offizier der Roten Armee noch für die Sowjetunion am Start war, an der "magischen Grenze", im dritten und letzten Versuch setzte der agile Bubka alles auf eine Karte - und die Latte blieb liegen. Der erste Mensch überquerte diese schier unerreichbare Höhe, nur mit einem einfachen Kunststoffstab. Sensationell.

Zentimeter für Zentimeter

Mit diesem Sprung im Pariser Nachthimmel begann Bubka, der nach der politischen Wende in Osteuropa seinen Sport für die Ukraine ausübte, sein Erfolgsmodell, aus seinen sportlichen Höhenflügel klingende Münze zu machen. Binnen neun Jahren steigerte er seinen Freiluft-Weltrekord Zentimeter für Zentimeter auf 6,14 Meter (gesprungen in Sestriere 1994). Ebenso in der Halle. Jedes Mal kassierte er eine satte Prämie. Insgesamt 35 Weltrekorde tragen den Namen Bubka. Erst der Franzose Renaud Lavillenie übertraf die Uraltmarke um zwei Zentimeter - 20 Jahre später.

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Die Statistik zählt bislang 17 Männer, die die magischen sechs Meter bezwungen haben, darunter mit Björn Otto, Tim Lobinger und Danny Ecker auch drei Deutsche. Doch keinem gelang dies so oft wie dem Ukrainer - insgesamt 43 Mal.