Lucien van Impe - Belgischer Kletterer sieht rote Punkte

aus Zeit-Lupe

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Ein gewohntes Bild: Lucien van Impe im gepunkteten Trikot am Berg. Der Belgier gewann die Bergwertung der Tour de France insgesamt sechsmal. Archivfoto: imago

Der belgische Radrennfahrer Lucien van Impe gewinnt am 20. Juli 1975 das erste Bergtrikot der Tour de France. Mit dem "Erbsentrikot" - rote Punkte auf weißem Grund - sollte der...

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. Ein gewohntes und doch ungewöhnliches Bild: Der Belgier Lucien van Impe lässt sich nach der Schlussetappe der 62. Tour de France am 20. Juli 1975 für den Sieg in der Bergwertung feiern. Zum dritten Mal in seiner Karriere sichert sich der 28-jährige Kletterspezialist den bereits seit 1933 beim wichtigsten Radrennen der Welt ausgelobten Bergpreis. Doch dass er dabei in ein Trikot schlüpft, noch dazu in ein lustig Rot Gepunktetes, das ist neu.

Die Veranstalter haben sich im Vorfeld der Tour eine Menge Gedanken gemacht, wie sie das Spektakel medienwirksam in Szene setzen können. Warum nicht, statt der bisherigen Kombinationswertung, am Ende nicht nur das "Maillot jaune" an den Gesamtsieger und das grüne Trikot an den besten Sprinter, sondern zwei weitere Trikots verteilen - ein weißes für den besten Jungprofi, und eben jenes weiße mit den roten Punkten für den besten Kletterer.

Schokofabrikant mit markanter Gestaltung

Außerdem gelang den Veranstaltern 1975 ein weiterer Clou. Denn seitdem endet die Tour de France traditionell und prestigeträchtig mit der letzten Etappe auf den Champs-Élysées.

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Die markante Gestaltung des Bergtrikots geht auf den französischen Schokoladenhersteller "Chocolat Poulain" zurück, der seine Produkte in weißem Papier mit roten Punkten verkaufte und das Trikot ursprünglich sponsorte. Lucien van Impe erwies sich 1975 als würdiger erster Träger des "Erbsen-Trikots" - eine schwierige Bergetappe und ein hügeliges Einzelzeitfahren gewann er selbst, auf den anderen Etappen im Hochgebirge fuhr der Belgier stets vorne mit und heimste 285 Punkte für die Bergwertung ein. Landsmann Eddy Merckx blieb mit 206 Punkten nur Platz zwei.

Im Folgejahr setzte Van Impe sogar noch einen drauf: Zwar verpasste er mit nur einem Punkt Rückstand sein angestrebtes "Maillot à pois rouges", doch 15 Tage in Gelb und ein etwas überraschender Gesamtsieg in Paris trösteten den Radrennfahrer sicherlich darüber hinweg.