Einzigartige Bilanz des Rüsselsheimer RK

aus Zeit-Lupe

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Der erste Streich: Nach dem DM-Sieg 1990 in Bremen wird RRK-Hockeytrainer Berti Rauth in die Luft befördert.Archivfoto: RRK/gvs

Auf die Wachablösung im Deutschen Hockeysport 1990 folgten 32 weitere Titeltriumphe für das RRK-Team.

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. Von Martin Krieger

Die neutralen Zuschauer in der überfüllten Bremer Universitätshalle rieben sich verwundert die Augen und die Fachwelt zierte sich noch, in der Wachablösung mehr als eine Momentaufnahme zu sehen: Drei Jahre hatte das Damenhockeyteam des Rüsselsheimer Ruder-Klubs (RRK) gebraucht, um dem Aufstieg in die Bundesliga am 17. Februar 1990 den ersten großen Titel anzufügen. 5:3 hieß es im Finale gegen Titelverteidiger SC Brandenburg-Berlin, der zwölf Monate zuvor dank seiner Routine den Angriff der Jugend noch soeben hatte abwehren können.

Dass die Hessinnen in den Folgejahren bis 2006 weitere 14 nationale Meisterschaften sowie 18 Europapokalgewinne feiern und sich zum weltweit erfolgreichsten Vereinsteam aufschwingen würden, dies hätte sich auch der "Vater" des Triumphzugs und nimmermüde Talentschmied zahlreicher Nationalspielerinnen nicht träumen lassen: "Wir waren unglaublich ehrgeizig und es war oft eine Augenweide, uns zuzusehen. Aber wird sind immer Schritt für Schritt gegangen, haben anfangs nie an einen Titel gedacht", sagt Berti Rauth. Erst als beim Hallen-Europacup der Titelverteidiger nicht mehr automatisch qualifiziert war, "und wir unbedingt Deutscher Meister werden mussten, haben wir uns auch diesem Druck gestellt und standen vier Mal hintereinander national ganz oben. Wir haben das Ding einfach geliebt", so Rauth. Insgesamt 15 Mal setzten sich die RRK-Damen die europäische Hallenkrone auf, darunter 13 finale Siege in Serie.

Als der heute 56-jährige Rauth, zwischenzeitlich auch Damen-Bundestrainer, im Sommer 2007 vom Untermain an die Elbe wechselte und seine Titelsammlung seither beim Club an der Alster Hamburg fortsetzt, ging es in Rüsselsheim bergab. In der Bundesliga indes spielt der RRK noch immer - der sechsmalige Deutsche Meister SC Brandenburg seit fast 20 Jahren schon nicht mehr.