Arthur Ashe - erster Afroamerikaner auf Wimbledon-Thron

aus Zeit-Lupe

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Arthur Ashe vor seinem größten Triumph in Wimbledon.  Archivfoto: dpa

Arthur Ashe gewinnt am 4. Juli 1975 sein erstes Wimbledon-Finale. Sein Gegner Jimmy Connors war der große Favorit, hatte aber auf die besondere Spielweise des Afroamerikaners...

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. Er war wahrlich kein Unbekannter, als Arthur Ashe am 4. Juli 1975 zu seinem größten Coup ansetzte. Zwei Grand-Slam-Turniere hatte er in seiner Karriere bereits gewonnen - 1968 die US-Open, 1970 in Australien. Im gleichen Jahr hatte er sogar Anteil am Davis-Cup-Triumph der US-Boys. Doch im Finale von Wimbledon - das ist doch ganz was Besonderes. Sein Gegner war Topfavorit, gegen Jimmy Connors hatte Ashe bislang noch kein Match gewonnen. Dennoch ging der Afroamerikaner mit viel Selbstvertrauen in sein erstes Endspiel auf dem "heiligen Rasen" von London.

Ashe hatte im Gegensatz zu Connors seinen Halbfinalgegner nicht einfach vom Platz gewischt, sich gegen Tony Rocke über vier harte Sätze gekämpft. Auch deshalb lautete die Devise gegen den Setzlisten-Ersten, der für seine "brutale" Spielweise bekannt war: "Hit nothing hard" ("Schlag nichts hart").

Konzentration mit geschlossenen Augen

Der Matchplan ging auf, Connors konnte mit der Spielweise des 31-jährigen Ashe wenig anfangen. Die beiden ersten Sätze sicherte sich Ashe mit 6:1 - dem Linkshänder Connors drohte eine bittere Schmach. Besonders in Erinnerung: Während Connors bei den Seitenwechseln hektisch wirkte, ruhte Ashe mit geschlossenen Augen, wirkte konzentrierter. Nach 5:7 im Dritten reckte Ashe nach dem letzten Punkt im Vierten (6:4) die Arme in die Luft.

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Erstmals siegte an der Church Road ein Farbiger - Ashes größter Erfolg. Tragisch, dass er diesen nur 23 Jahre genießen konnte. Ashe starb am 6. Februar 1993 an Aids. Mit dem HI-Virus hatte er sich bei einer Herz-OP durch eine kontaminierte Blutkonserve infiziert.