Fußball: Hessen regelt Abbruch und Aufstieg

Gemeinsam hoch in die Kreisoberliga: Die Erbacher Anton Mayer (l.) und Shawn Frankholz (r.) dürfen den Aufstieg bejubeln, ebenso Simon Sobert mit dem FSV Winkel. Archivfoto: rscp

Verbandstag: Auch Klubs auf Plätzen für Aufstiegs- und Relegationsspiele können nach oben. Im Jugendbereich steigen alle Tabellenersten auf.

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GRÜNBERG. Jetzt herrscht Klarheit: Für Hessens Fußballer ist die Saison 2019/20 Geschichte. Beim außerordentlichen Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) stimmten die Delegierten mit klarer Mehrheit dafür, den Liga-Betrieb nicht über den 30. Juni hinaus fortzuführen. „Wir haben entscheidende Beschlüsse getroffen, die historisch sind“, sagte HFV-Präsident Stefan Reuß nach absolut reibungslosem, hervorragend organisierten virtuellem Ablauf.

Gemeinsam hoch in die Kreisoberliga: Die Erbacher Anton Mayer (l.) und Shawn Frankholz (r.) dürfen den Aufstieg bejubeln, ebenso Simon Sobert mit dem FSV Winkel. Archivfoto: rscp
Stefan Reuß Archivfoto: Fischer

Pokal wird fortgesetzt: Ein Saisonabbruch, für den 279 der rund 300 stimmberechtigten Delegierten votierten, der aber nicht ausstehende Kreis- und Hessenpokalspiele der nunmehr alten Runde betrifft. Sie sollen noch abgewickelt werden, zumal es ja auch um hessische Teilnehmer am DFB-Wettbewerb geht. Darüber hinaus votierten die Delegierten mehrheitlich für die im Vorfeld vom Verbandsvorstand ausgearbeitete Lösung bei der Bewertung der Liga-Ranglisten mit den bis zum März ausgetragenen Spielen.

Quotiententabellen nur mit Aufsteigern: Generell greift bei allen Tabellen im Männer- und Frauenbereich das mit der einfachen Mehrheit von 192 Stimmen beschlossene Quotientenmodell nach der Formel: errungene Punkte geteilt durch ausgetragene Spiele mal 100. Heißt: Alle Mannschaften, die nach dieser Auswertung auf Platz eins stehen – oder auf einem vor der Runde festgelegten direkten Aufstiegsrang (zumeist Platz zwei) – dürfen den Sprung in die nächsthöhere Klasse bejubeln. Einhergehend werden keine Absteiger festgelegt. Nur Mannschaften, die freiwillig absteigen wollen oder Vereine, die sich zurückziehen, fallen aus den Ligen. Ferner wurde im Rahmen der Variante C beschlossen, dass auch Vereine, die nach der Quotienten-Tabelle auf Plätzen abschließen, die normalerweise zur Teilnahme an Aufstiegsspielen, Aufstiegsrunden oder Relegationsspielen berechtigen, aufsteigen können. Aber nicht alle. Spielen etwa mehrere Kreisoberligisten einen Aufsteiger zur Gruppenliga aus, so steigt nur der beste Zweite dieser Klassen nach der Quotientenregelung auf. Bei zweigeteilten Klassen entsprechend der Beste nach Quotientenregelung.

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Im Juniorenbereich steigen alle Ersten auf: Im Juniorenbereich setzte sich nach flammenden Appellen und sachlichen Diskussionen die zusätzlich eingebrachte Variante C mit Abschlusstabellen nach der Quotientenregel durch. Sowie mit direkten Aufsteigern und dem Verzicht auf Absteiger. Entscheidend: Alle Meister, sprich Tabellenersten, dürfen aufsteigen. Also jeweils die Spitzenreiter von Spielklassen, die in mehrere Staffeln aufgeteilt sind. Aber auch die zur Teilnahme an Aufstiegsspielen berechtigten Mannschaften. Verbandsjugendwart Carsten Well hatte Bedenken, weil somit hessenweit 33 weitere Teams eins höher rücken, sich dort größere Liga-Felder ergeben. Stefan Reuß fand aber in seinem Schlusswort: „Das mit dem Änderungsantrag war völlig in Ordnung. Das wird schon alles zu regeln sein.“ Offenbachs Fußballwart Jörg Wagner hatte eindringlich dafür geworben, dass alle „Meister“ im Rahmen des Flairplays aufsteigen dürfen und keine Quotientenvergleiche zwischen mehreren Staffelsiegern entscheiden.

Saisonstart bereits Anfang September? Die Sommerwechselperiode, die sich an Fifa- und DFB-Statuten anlehnt, mit dem 30. Juni als finalem Tag wird nach den jetzt erfolgten Beschlüssen bestehen bleiben. Die HFV-Führung hofft, dass ab Mitte August wieder uneingeschränkte Trainingseinheiten im Kontakt-Modus möglich sind. Darüber hinaus wird ein Saisonstart für Anfang September ins Auge gefasst. Eventuell bereits am Mittwoch, dem 2. September. Oder am Wochenende 5./6. September. Immer unter dem Vorbehalt, dass die Politik in Verbindung mit dem Infektionsgeschehen weitere Lockerungen verkünden kann.

Beschränkung auf zehn Akteure muss fallen: Zuerst müsste die Einschränkung fallen, dass lediglich zehn Spieler ohne Kontakteinschränkungen trainieren oder wettkampfmäßig unterwegs sein dürfen. Andernfalls würde sich der Re-Start der hessischen Fußballer hinziehen.