FSV Winkel: Eine verschworene Einheit

Ein junges Team, das sich seit vielen Jahren kennt: die Fußball-Kreisoberliga-Aufsteiger vom FSV Winkel. Foto: FSV Winkel

Der FSV Winkel hat von der Quotientenregelung profitiert – Zufall ist der Kreisoberliga-Aufstieg aber nicht.

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WINKEL. Mit 37 Punkten aus 19 Spielen belegte der FSV Winkel in der Tabelle der Fußball Kreisliga A Rheingau-Taunus vor dem Corona-Stop zwar „nur“ den fünften Platz – doch die Quotientenregel machte den Rheingauer Club zum dritten Aufsteiger in die Kreisoberliga Rheingau-Taunus. „Dieser Aufstieg ist ein toller Erfolg für unsere junge Mannschaft und ein Höhepunkt, den wir vor der Saison so schnell nicht erwartet hätten“, sagt Klubchef Armin Lappas.

Auch Videoanalyse eingesetzt: Zufall ist die Positiv-Entwicklung aber nicht. „Die Gründe für diesen sportlichen Erfolg sind mehrschichtig“, sagt Trainer Sebastian Locker. „Es gab Phasen, in denen es in den letzten Jahren nicht so gut lief.“ Doch in dieser Zeit habe der Vorstand der Arbeit vertraut. „Wir sind neben der üblichen Trainingsarbeit auch neue Wege gegangen und haben Videoanalysen durchgeführt, Spielerprofile erstellt, das Mannschaftsgefüge geformt und gestärkt. Mit spieltaktischen und kleineren Videopräsentationen helfen wir uns, neben der Freude am Fußball die nötige Gewissenhaftigkeit und den nötigen Wettkampffokus zu erlangen“, erläutert Locker. „Neben der wichtigen Trainingsarbeit auf dem Platz führte alles gemeinsam zu einer kontinuierlicheren Leistungssteigerung unserer Spieler. Die Verletzungsanfälligkeit wurde geringer, der Reifeprozess unserer jungen Mannschaft ging voran und resultierte in einer besseren Umsetzung unserer Spielideen.“

Spieler kennen sich seit vielen Jahren: Einen weiteren Grund für das starke Auftreten des Teams kennt auch Co-Trainer Patrik Simon, der mit seiner großen Erfahrung und Fachkompetenz als DFB-Stützpunktrainer mit Chef-Trainer Sebastian Locker wesentlich die Trainingsinhalte und taktischen Ausrichtung beeinflusste: „Unsere Spieler kennen sich von klein auf. Sie haben in der Jugend beim FSV Winkel zusammen gespielt und sind so über viele Jahre zusammengewachsen. Wir Trainer haben schon damals die Jungs trainiert und kennen sie daher schon viele Jahre.“ Auch neben dem Sportplatz verbringt die junge Mannschaft viel Zeit miteinander. Im vergangenen Sommer organisierte das Team ein Fußballturnier für Freizeitmannschaften, eine Apres-Skiparty „Hüttengaudi“ und nahm an den Fastnachtsumzügen mit einem selbst gebauten Wagen im Rheingau teil.

Schlüsselmoment gegen Breithardt: Dies alles trug natürlich zu einer guten Stimmung bei. Ein Saisonhöhepunkt war die ausgezeichnete Leistung gegen den Meister der Kreisliga A, den TuS Breithardt. Im Heimspiel lag die Auswahl von Coach Sebastian Locker nach einer Viertelstunde nach Standardsituationen mit 0:2 zurück. Das Team gab jedoch nicht auf und zehn Minuten vor dem Ende gelang nach einer Flanke von Simon Sobert und dem Kopfballtor von Janik Otten der verdiente Anschluss. In der 89. Minute erzielte Noel Vogel mit einem sehenswerten Heber nach Vorlage von Simon Monreal den verdienten Ausgleich. Ein Schlüsselmoment.

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Rückhalt aus dem Vorstand: Der Trainer weiß aber auch das Umfeld zu schätzen: „Im Hintergrund ermöglichen unser Vereinsvorstand Armin Lappas, Jochen Fritz und Erich Herbst uns Trainern ein ruhiges und angenehmes Arbeiten mit der Mannschaft. Auch unsere Spieler wissen diese Unterstützung sehr zu schätzen.“ Das Ziel in der Kreisoberliga beschreibt Klubchef Lappas: „Für uns wäre der Klassenerhalt ein toller Erfolg. Trotzdem wissen wir, dass sehr viel Arbeit auf uns wartet. Wir müssen uns in allen Bereichen weiter steigern, um den Anspruch einer Kreisoberligamannschaft gerecht zu werden.“ Zu- oder Abgänge wird es beim FSV Winkel, Stand jetzt, nicht geben. Das Team bleibt zusammen.

Der Aufstiegskader des FSV Winkel: Gregor Braun (23 Jahre/19 Einsätze/0 Tore), Lukas Hofstetter (21/2/0), Simon Monreal (22/19/3, Julian Thomas (21/19/2), Simon Sobert (22/19/9), Jonathas Weis (22/18/0), Janik Otten (21/18/3), Marius Märten (21/14/3), Lukas Brandscheid (22/14/3), Alexander Freimuth (22/13/0), Julian Regueiro Benke (22/12/3), Noel Vogel (22/12/8), Ali Reza Rezayi (20/12/1), Thomas Verhaeghe (23/11/0), Yannik Palinkas (22/7/0), Maurice Koch (21/7/1), Benedikt Boerner (21/6/0), Corin Broehl (21/6/0), Daniel Sternberg (19/4/3), Jan Niklas Nebel (21/2/0), Jan Hergenröder (21/2/0), Holger Koch (47/2/0), Shahab Karokhi (20/2/0), Leon Barth (21/2/0), Philipp Weiss (24/1/0), Ferdinand Herke (21/1/0), Mohammad Omer (26/1/0), Alper Tektas (23/1/0).