SVWW-Stürmer Patrick Mayer: Ex-Torschützenkönig erstmals...

Gab gegen Steinbach sein Pflichtspiel-Comeback: SVWW-Stürmer Patrick Mayer (r.) Foto: Sven Severing  Foto: Sven Severing

Patrick Mayer kann sich nicht erinnern. „Es ist Jahre her“, meint der Stürmer des SV Wehen Wiesbaden. Und fügt hinzu: „So lange war ich nicht mehr schmerzfrei.“ Auch...

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WIESBADEN. Patrick Mayer kann sich nicht erinnern. „Es ist Jahre her“, meint der Stürmer des SV Wehen Wiesbaden. Und fügt hinzu: „So lange war ich nicht mehr schmerzfrei.“ Auch in seinen eineinhalb Jahren beim hessischen Fußball-Drittligisten verbrachte Mayer, der am Dienstag 29 wurde, mehr Zeit bei Ärzten und in der Reha als auf dem Rasen. In der vergangenen Runde hatte er zuerst Leistenprobleme, dann folgte eine Knie-OP. Im Sommer kämpfte sich der Drittliga-Torschützenkönig von 2011 wieder heran. Doch nach dem fünften Spieltag warf ihn eine Entzündung im Sprunggelenk zurück, danach eine Gehirnerschütterung. Im November stand Mayer wieder auf dem Platz. Aber nur zwei Mal. Im Hessenpokal-Viertelfinale gegen den SC Waldgirmes schossen ihm Schmerzen in den Bereich oberhalb der Leiste. „Die wurden drei Tage später so schlimm, dass gar nichts mehr ging“, erzählt Mayer.

Gab gegen Steinbach sein Pflichtspiel-Comeback: SVWW-Stürmer Patrick Mayer (r.) Foto: Sven Severing  Foto: Sven Severing

Das Problem diesmal: „Die konservative Behandlung schlug wochenlang überhaupt nicht an“, so der Angreifer. Und: „Natürlich macht man sich seine Gedanken, wie es weitergehen soll, aber ich wollte einfach nicht aufgeben.“ Ein Eingriff in Berlin brachte dann endlich Klarheit: Zwei Nerven mussten durchtrennt werden. Und seitdem ist alles anders. Alles besser. Zumal Mayer „nicht wieder den Fehler machte, zu früh aus der Reha zurückzukommen. Ich habe mir endlich mal genügend Zeit genommen“. Die Folge: Der 29-Jährige hat sich wieder ganz nah an den Kader herangearbeitet. „Vorher hatte ich immer die Sorgen, es könnte schon wieder was aufbrechen, im Hinterkopf. Nun habe ich das erste Mal gar keine Probleme.“

Selbst beim SVWW dachten in den zurückliegenden Monaten einige, der Mayer, der kommt nicht mehr zurück. Wie der Zufall es so wollte, übernahm dann aber mit Rüdiger Rehm ein neuer Cheftrainer, der laut Mayer ein „absoluter Glückgriff ist. Für den Verein, aber auch für mich persönlich. Der Trainer hat mir vom ersten Tag an das Gefühl vermittelt, dass ich noch wichtig bin“. Mayer und Rehm kennen sich schon lange. Standen sich noch zu Rehms Profizeiten als Gegner gegenüber. Als Mayer beim VfB Stuttgart II und FC Heidenheim spielte, Rehm beim FSV Oggersheim und der SG Sonnenhof Großaspach. „Dass Patrick Qualität hat, weiß ich also“, erläutert der SVWW-Coach. „Natürlich ist er nächste Woche noch nicht in Topverfassung, aber er hat noch einige Jahre vor sich. Und ein Mann von seinem Format kann einem Drittligisten immer helfen.“

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Selbstkritisch beim Thema Vertragsverlängerung

Ob Mayer dies über den Sommer hinaus beim SVWW unter Beweis stellen kann, ist unklar. Der Vertrag des Stürmers läuft aus. „Mir ist bewusst, dass es für den Verein schwierig ist. Schließlich habe ich in eineinhalb Jahren nicht viel für den SVWW geleistet. Ich will die Chance, die ich unter Rüdiger Rehm sehe, jedoch nutzen. Ich habe endlich körperlich eine Basis, auf die ich aufbauen kann. Ich brauche noch einiges an Spielpraxis, aber ich merke im Training, dass ich nicht so weit weg bin“, schildert Mayer. „Ich selbst kann mir gut vorstellen, hier zu bleiben.“ In Kürze sollen die Gespräche aufgenommen werden.

Mayer ist „extrem froh“, mit Rehm arbeiten zu dürfen. „Ich sauge im Training alles auf. Er lebt von den Emotionen. Man spürt, dass der ganze Verein auflebt. Rüdiger bringt Feuer rein, das uns alle ansteckt.“ Beim Testspiel gegen Schott Mainz vor einer Woche durfte Mayer erstmals unter Rehm ran, beim 5:1 im Hessenpokal-Halbfinale am Mittwoch gegen den TSV Steinbach feierte der Angreifer in der 70. Minute sein Pflichtspiel-Comeback. Bereitete direkt den vierten SVWW-Treffer vor. Gut möglich, dass Mayer auch am Sonntag im Liga-Heimspiel gegen Preußen Münster zum Kader gehört. „Er ist in jedem Fall ein Thema, aber wir müssen sehen, was gegen den Gegner gefordert ist.“ Die Gäste, die genauso wie der SVWW mit einer Siegesserie die Abstiegsränge zuletzt verlassen konnten, sind enorm offensivstark. Was eher für eins, zwei mehr Defensivspieler im Aufgebot spricht. „Ich hoffe, dass ich dabei bin. Aber ich bin geduldig“, so Mayer. Ein Ziel hat er definitiv noch beim SVWW: sein erstes Tor für die Hessen.