SV Wehen Wiesbaden: Kevin Pezzoni arbeitet auf Comeback hin

Der Glücksfaktor ist riesig, die innere Freude groß, wieder ein festes Mitglied des Kaders zu sein. Für Kevin Pezzoni stellt das Trainingslager des Fußball-Drittligisten im...

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OLIVA NOVA. Der Glücksfaktor ist riesig, die innere Freude groß, wieder ein festes Mitglied des Kaders zu sein. Für Kevin Pezzoni stellt das Trainingslager des Fußball-Drittligisten im spanischen Oliva Nova eine Art Brückenschlag dar. Den Übergang von der langen Leidenszeit seit Mitte Juli 2017 hin zum herbeigesehnten Comeback. Erst im Verlauf des Novembers konnte der 28-jährige Mittelfeldspieler nach dem diagnostizierten Teilabriss im Adduktorenbereich in ein intensives Aufbauprogramm im Gesundheits- und Trainingszentrum Locomotion in Mainz-Mombach einsteigen, nachdem er zuvor über Monate bewegungsmäßig fast komplett auf null herunterfahren musste.

Zwangspause genutzt, um Situation zu reflektieren

"Es ging von Arzt zu Arzt und wurde anfangs nicht besser. Außerdem konnte ich der Mannschaft nicht helfen. Das war schon alles bitter", bekennt der gebürtige Frankfurter rückblickend, der mit einer Eigenblut-Therapie behandelt wurde. Doch in der Phase der bislang schwersten und langwierigsten Verletzung seiner Laufbahn ließ er sich nie hängen. "Ich habe mich mit mir beschäftigt. Auch dahingehend, alles schätzen zu wissen. Und ich habe auch versucht, über den Horizont zu schauen", verrät der ehemalige Bundesliga-Spieler des 1. FC Köln und nennt als konkretes Beispiel den Besuch eines Seminars auf dem Immobiliensektor im Hinblick auf seine berufliche Zukunft nach dem Fußball. "Als Mensch", weiß Pezzoni, "hat mir dieser Zeit gutgetan."

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Um jetzt wieder anzugreifen. "Vom Spielverständnis her klappt es bereits erstaunlich gut, aber gerade bei Richtungswechseln habe ich schon noch Probleme. Natürlich ist es mein Ziel, so bald wie möglich wieder zu spielen. Doch man muss sich selbst auch die notwendige Zeit geben", sagt der 1,93 Meter große Mittelfeldstratege mit italienischen Wurzeln. Ihm ist bewusst, dass er noch Kraft tanken und seinen Rhythmus finden muss.

Einhergehend hat er die Entwicklung des Teams mit Freude verfolgt: "Wir haben den Schwung und die positive Stimmung der vergangenen Runde mitgenommen, stehen verdient oben. Der dritte Platz spiegelt unter dem Strich genau unsere Leistungen wider. Jetzt wollen wir in dieser sehr ausgeglichenen Dritten Liga so lange wie möglich oben dabeibleiben. Aber es wäre verkehrt, irgendetwas nach draußen zu posaunen", mag sich Pezzoni in Sachen Aufstieg nicht aus dem Fenster lehnen. SVWW-Sportdirektor Christian Hock ist nach den bisherigen Eindrücken in Oliva Nova guter Dinge, dass der Defensiv-Stabilisator zeitnah wieder im Kader Fuß fasst. "Er ist ein absoluter Musterprofi, der lieber einmal mehr ins Fitnessstudio geht", lobt Hock das Engagement während der Reha. Ob es bereits zum Test gegen Regionalligist Eintracht Braunschweig an diesem Mittwoch (15 Uhr) oder zum Liga-Auftakt gegen den VfL Osnabrück am 20. Januar zu einem Platz im Aufgebot reicht, das obliegt natürlich der Entscheidung von Chefcoach Rüdiger Rehm.

Pezzoni kann sich Verbleib beim SVWW vorstellen

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Auf jeden Fall geht es für Pezzoni auch darum, sich für die Zukunft zu empfehlen. Schließlich läuft sein Vertrag beim SVWW zum 30. Juni aus. "Wenn Kevin verletzungsfrei bleibt und seine Leistung bringt, werden wir uns mit Sicherheit mit ihm im Hinblick auf einen neuen Vertrag zusammensetzen", streicht Hock heraus. Pezzoni selbst könnte sich einen Verbleib beim SVWW gut vorstellen. Auch deshalb, weil er das Rhein-Main-Gebiet als seine Heimat betrachtet.

Davon abgesehen sieht Hock die Planungen in Sachen Winterzugänge durch Dominik Martinovic (20, RB Leipzig II) und Simon Brandstetter (27, MSV Duisburg) als abgeschlossen an. Möglich indes, dass Spieler den SVWW verlassen werden.