Svensson: 05-Mannschaft "brennt" auf den Pflichtspiel-Start

aus Mainz 05

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Silvan Widmer (Mitte) hat sich zu einem 05-Führungsspieler entwickelt. Foto: Tim Würz

Bei Mainz 05 sind die Profis froh, dass es nun Pflichtspiele statt Testspiele gibt. Bei Erzgebirge Aue können sie nun zeigen, ob sie für den Pokal auch wirklich bereit sind.

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MAINZ. Es war eine der spannendsten Fragen vor dem Saisonstart des FSV Mainz 05, und mehrere Kandidaten wurden für diesen Posten gehandelt. Robin Zentner galt als einer der Favoriten, Karim Onisiwo, Dominik Kohr waren weitere Kandidaten. Und auch der Spieler, für den sich Trainer Bo Svensson nun entschieden hat: Silvan Widmer ist der neue Kapitän des Fußball-Bundesligisten und führt die Mannschaft schon am Sonntag um 18 Uhr (Sky) im Erstrundenspiel des DFB-Pokals bei Drittligist Erzgebirge Aue aufs Feld. 550 Mainzer Fans werden Widmers Debüt als Nachfolger des zu Nottingham Forest gewechselten Ex-Kapitäns Moussa Niakhaté vor Ort im Stadion verfolgen.

Auf dieses erste Pflichtspiel der Saison "brennt" die Mannschaft, sagt Svensson. "Bei den Testspielen hat man noch gemerkt, dass es Testspiele sind. Da hat manchmal die letzte Konsequenz gefehlt. Aber die Jungs lieben alle den Wettkampf. Und deshalb sind sie jetzt bereit." Nicht nur deshalb ist die Gefahr gering, dass sie den Gegner unterschätzen. "Aue", sagt Svensson "ist schließlich auch als Zweitliga-Absteiger eine der stärksten Mannschaften, die wir in der ersten Runde als Gegner bekommen konnten. Sie wollen um den Aufstieg in die Zweite Liga mitspielen und haben auch schon ein Pflichtspiel gehabt, was ein zusätzlicher Vorteil ist". 1:1 spielte die Erzgebirge-Elf zum Drittliga-Start bei SC Freiburg II.

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Dazu sind die Mainzer noch aus dem vergangenen Jahr gewarnt, wie schwer ein Erstrundenspiel werden kann. Erst nach Elfmeterschießen setzten sie sich dabei gegen die SV Elversberg durch. "Wobei auch die vergangene Saison gezeigt hat, wie gut die Elversberger waren. Sie sind in die Dritte Liga aufgestiegen und jetzt mit einem 5:1-Sieg gestartet."

Diesmal wollen die Mainzer den direkten Weg in die zweite Runde gehen, auch wenn sie sich darüber bewusst sind, dass sich beim Pokal-Auftakt stets viele Erstligisten schwertun. Immerhin kann Svensson personell nahezu auf den kompletten Kader zurückgreifen. Im Mannschaftstraining fehlt aktuell nur Danny Da Costa wegen Adduktorenbeschwerden. "Es gibt bei ihm Verbesserungen", sagt Svensson. Anthony Caci ist zwar wieder im Teamtraining, hat nach überstandener Zerrung aber noch Rückstand und ist deshalb für Sonntag auch noch keine Option. Alle anderen Profis kämpfen um die elf Startelf-Plätze.

Seinen Stammplatz sicher hat dabei Silvan Widmer. Der in der vergangenen Saison schon herausragende Außenverteidiger hat sich im Team inzwischen einen solchen Status erarbeitet, dass sich Svensson für ihn als Kapitän entschied. "Silvan ist der richtige Mann. Er ist jetzt seit einem Jahr im Verein und bringt vom Kopf her alles mit, um diese Aufgabe zu meistern", begründete Svensson seine Entscheidung.

Einen expliziten Stellvertreter hat der Coach hingegen nicht auserkoren. Wenn Widmer fehlt, gebe es mehrere Kandidaten für die Binde, sagt Svensson und nennt Robin Zentner, Alexander Hack, Dominik Kohr und Karim Onisiwo. Auch Stefan Bell kommt dafür sicherlich in Frage. Gleichzeitig erwartet der Coach von noch mehr Profis, dass sie in der neuen Spielzeit erneut oder verstärkt Verantwortung übernehmen. "Auch die nicht mehr ganz so jungen Spieler wie Jonathan Burkardt, Leandro Barreiro oder Anton Stach müssen einen Schritt nach vorne machen. Oder auch Jae-sung Lee, der rund 60 Länderspiele für Südkorea absolviert hat. Wichtig ist, dass sich viele verantwortlich fühlen", sagt Svensson, der auf die Ernennung eines Mannschaftsrates verzichtet.

Erinnerungen an das Duell vor vier Jahren

Da Robin Zentner die Nummer eins bleibt, sind somit die beiden wichtigsten Personalfragen, die traditionell zum Saisonstart gestellt werden, geklärt. Die 05er können sich also voll auf die sportliche Aufgabe konzentrieren. Und die wird ihnen einiges abverlangen, so wie vor vier Jahren, als Moussa Niakhaté schon in der zweiten Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte sah. Dennoch gewannen die Mainzer 3:1.