Mainz 05: Viele Konflikte vor dem Kellerduell

aus Mainz 05

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Szenen wie dieser hier, in der sich die 05er Luca Kilian und Levin Öztunali gegen Gladbachs Breel Embolo reinhauen, erwartet Trainer Lichte gegen Schalke zuhauf. Foto: dpa

Am Bruchweg geht es in der Trainingswoche vor dem Kellerduell mit Schalke 04 auch zwischen den Spielern ordentlich zur Sache. 05-Trainer Jan-Moritz Lichte findet das richtig gut.

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MAINZ. Die Lage ist angespannt. Und die Wut im Bauch könnte nicht größer sein. Entsprechend intensiv geht es in dieser Trainingswoche vor dem ultimativen Kellerduell in der Fußball-Bundesliga, dem Gruselgipfel zwischen dem punktlosen Schlusslicht Mainz 05 und dem sieglosen Vorletzten Schalke 04, am Mainzer Bruchweg zu. Kein 05-Profi will die „beschissene Situation“, wie sie Jeremiah St. Juste schon nach dem schwachen Auftritt in Augsburg zusammenfasste, auf sich sitzen lassen. Für keinen 05-Profi gibt es ein „Einfach-weiter-so“. Alle 05er wollen raus aus diesem Schlamassel.

„Die Jungs sind alle angepiekst“, sagt 05-Coach Jan-Moritz Lichte, „sie haben die Wut im Bauch, die Situation rumzureißen. Es gab im Training wesentlich mehr Konflikte als vorher, was nicht heißt, dass es Schlägereien oder körperliche Auseinandersetzungen waren. Es gab ganz einfach Kommunikationsbedarf. Wer jetzt mit wem was zu besprechen hatte, das werde ich nicht sagen. Aber ich interpretiere die Reaktionen positiv.“ Denn: „Man merkt allen an, dass das zuletzt (vor allem die erste Halbzeit in Augsburg) nicht so war, wie wir uns das vorstellen. Jeder Einzelne merkt, dass das nicht gut von ihm war.“ Dieses Wissen und die Wut wollen sie nun in positive Energie umwandeln. „Ich hoffe, das bringt uns voran“, sagt Lichte.

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Nahezu alle Spieler sind an Bord

Zumal das Duell mit Schalke 04 kein gewöhnliches sei. „Die Spieler bekommen natürlich auch mit, in welcher Situation Schalke steckt.“ Und dass Schalke seit einer gefühlten Ewigkeit in der Bundesliga nicht mehr gewonnen hat. Seit 22 Bundesliga-Spielen wartet S04 auf einen Bundesliga-Sieg. Eine Horror-Serie, die im Januar begann. „Der Druck ist groß, wenn man gegen einen Gegner spielt, der sich in einer ähnlichen Situation befindet“, sagt Lichte, „und natürlich stellt man sich die Frage: Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir müssen so spielen, dass wir nicht verkrampfen.“ Mit Spaß und Freude sollen seine 05er (bis auf Youngster Marlon Mustapha stehen alle Spieler zur Verfügung) das Kellerduell angehen.

Die Mainzer erwarten einen echten Fight. „Es wird aggressiv zur Sache gehen. Beide werden das Heft des Handelns übernehmen wollen. Beide wollen raus aus ihrer Situation. Wir erwarten eine gewisse Hektik von Schalke – aber genauso wollen wir auch Hektik erzeugen. Das tut unserem Spiel gut“, sagt Lichte. Rouven Schröder, der 05-Sportvorstand, sagt: „Wir sehen die besondere Chance in diesem sicher außergewöhnlichen Spiel und die müssen wir begreifen und ergreifen. Wir können positive Schlagzeilen schreiben. Also: Chance begreifen, arbeiten, Schalke schlagen.“ Und weiter: „Mir wäre es am liebsten, wenn wir jetzt schon Samstag, 15.30 Uhr, hätten und das Ding endlich hinter uns bringen könnten.“