Kantersieg gegen Marseille: Eintracht Frankfurt ballert sich...

aus Eintracht Frankfurt

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Traf zweimal gegen Marseille: Frankfurts Luka Jovic (rechts), hier beim Jubel mit Sebastién Haller (links) und Simon Falette. Foto: dpa

Eintracht Frankfurt ist auf dem Weg durch Europa nicht zu stoppen. Die Hütter-Elf ließ auch Olympique Marseille nicht den Hauch einer Chance und tütete den Gruppensieg...

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FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht feiert die Feste wie sie fallen, jetzt das elfte Spiel ohne Niederlage bei zehn Siegen. Am Donnerstagabend war wieder der Europapokal dran. Im fünften Spiel gewannen die Frankfurter zum fünften Mal, diesmal mit 4:0 (2:0) gegen Olympique Marseille. Die Qualifikation für das Sechzehntelfinale war vorher schon geschafft, nun wird die Eintracht nach der Niederlage des Konkurrenten Rom in Limmasol auch als Gruppenerster in die K.o.-Runde einziehen. Das alles wurde mit der „halben“ Mannschaft erreicht, sozusagen mit der „1 b“. Fünf Spieler fehlten gegenüber den letzten Bundesligapartien, David Abraham verletzt, die anderen, Evan Ndicka, Ante Rebic, Johnny de Guzman und Filip Kostic wurden geschont. Das alles machte dem Team nicht viel aus. Die Eintracht ist derzeit eine geschlossene Einheit mit großen Qualitäten. Nach einem Blitzstart mit einem Tor in der ersten Minuten von Torjäger Luka Jovic lief es wie geschmiert. Jovic erzielte auch den vierten Treffer. Die weiteren Torschützen für die Eintracht waren zwei Franzosen, Luiz Gustavo und Bouana Sarr, mit Eigentoren.

In Augsburg am letzten Samstag hatte die Eintracht für ihr erstes Tor 51 Sekunden gebraucht. Diesmal dauerte es nur sieben Sekunden länger. Nach einem Blitz-Eckball stürmte Gacinovic in den Strafraum der Franzosen, schoss aufs Tor, Torwart Pele wehrte ab und Jovic haute den Ball unter die Latte. Da waren die Fans schon längst in Feierlaune. Sie hatten die Mannschaften mit einer weiteren tollen Choreografie begrüßt, sie konnten aber auch das Abfackeln von Pyrotechnik wieder nicht unterlassen. Immer und immer wieder brannten Fackeln, einzelne zwar, aber dennoch unnötig, weil teuer für den Verein und unnütz für die Stimmung. Alle Appelle des Stadionsprechers halfen gegen die Unbelehrbaren nichts.

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Für das Feuerwerk auf dem Platz sorgte dann weiter die Eintracht. Freilich unter Mithilfe des Gegners. Ausgerechnet dem letzten verblieben Star im Olympique-Team, dem Brasilianer Luiz Gustavo, unterlief so etwas wie das „Eigentor des Jahres“. In der 17.Minute wurde er von Willems bedrängt, wollte den Ball zu seinem Keeper zurückpassen. Doch Pele war nach rechts unterwegs, Gustavo schoss nach links, aus zwanzig Metern rollte der Ball zum 2:0 ins Netz. Danach spielte die Eintracht so weiter wie in den letzten Wochen. Sicher in der Defensive, einfallsreich in der Offensive. Doch diesmal fehlte sogar ein wenig die Effektivität. Jovic, Russ, Tawatha und da Costa vergaben auch die dicksten Gelegenheiten. Die Zuschauer hatten trotzdem ihren Spaß.

Neue fügen sich gut ein

Die fünf neuen Spieler, die Trainer Hütter reingebracht hatte, machten ihre Sache durchweg gut. Die neue linke Seite mit Falette als Innenverteidiger, Willems im Mittelfeld und Tawatha auf Außenverteidiger, ließ nichts anbrennen. Gacinovic gehört ja sowieso zum engeren Stamm, genau wie Russ. Die Eintracht spielte souverän, sicher, manchmal begeisternd, immer seriös.

Nach dem Wechsel dann ab und zu auch ein wenig leichtfertig. So kam Torwart Trapp in der 53. Minute zu seiner ersten Parade, als er den Ball nach einem Schuss von Radonjic abwehrte. Die Franzosen spielten nun besser mit, auch mal nach vorne. Doch die klareren Chancen hatte zunächst weiter die Eintracht. Russ und Haller verfehlten nur ganz knapp. Dann halfen wieder die Gäste. Da Costa war rechts davongezogen, hatte flach und hart nach innen gepasst. Bevor Jovic vollende konnte, traf Bouna Sarr bei seiner vermeintlichen Rettungstat ins eigene Netz. Das zweite Eigentor in der 62.Minute. Das wollte die Eintracht dann so nicht stehen lassen und machte sich wieder selbst ans Toreschießen. In der 62.Minute spielte aller auf Jovic, der lupfte zum 4:0 ins Netz.

Von Peppi Schmitt