„Gewinnen macht mehr Spaß“: Die Stimmen zum Derby

aus Mainz 05

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Karim Onisiwo von Mainz 05 (li.) im Zweikampf mit Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt.  Foto: Lukas Görlach

Große Freude bei Mainz 05 über den zweiten Sieg unter dem neuen Trainer Achim Beierlorzer, Ärger bei Eintracht Frankfurt über die Rote Karte und die Fan-Ausschreitungen. Die...

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MAINZ. Achim Beierlorzer (Mainzer Chefcoach): "Zwei Spiele, sechs Punkte – das ist natürlich das, was wir uns alle erträumt haben. Was wir aber nicht erwarten konnten. Das 0:1 war echt ärgerlich, weil wir bis dahin nichts zugelassen haben. Aber gut war, dass wir uns keinen Kopf gemacht haben, sondern mit Power weitergespielt haben und dran geblieben sind. Am Ende sind wir etwas in Hektik verfallen. Die Eintracht gibt niemals auf, hat uns selbst in Unterzahl noch mal zugesetzt. Und so mussten wir bis zur letzten Sekunde um den Sieg zittern. Andererseits haben wir das Spiel verdient gewonnen. Die Mannschaft wolle das unbedingt - das dokumentieren auch die 312 Sprints. Wenn wir früher das 3:1 machen, hätte ich allerdings nicht so viele Nerven verloren.“

Szenen vom Spiel Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt.
Szenen vom Spiel Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt.
Szenen vom Spiel Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt.
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Szenen vom Spiel Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt.
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Szenen vom Spiel Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt.
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Rouven Schröder (05-Sportvorstand): "Ein verdienter Sieg! Wir sind nach dem Rückstand ruhig geblieben, haben in die eigene Stärke vertraut. Unter dem Strich waren wir die bessere Fußball-Mannschaft. Das Erfolgserlebnis in Hoffenheim war wichtig, jetzt haben wir nachgelegt. Die Brust wird also breiter. Nun steht ein super spannendes Spiel in Augsburg an. Wir wollen hungrig bleiben, denn Gewinnen macht mehr Spaß. Und Remis können wir ja eh nicht."

Robin Zentner (FSV-Torwart): "Als Hesse freue ich mich natürlich sehr. Ich kenne im Rheingau viele Eintracht-Fans - die werden morgen still sein. Schon in der ersten Halbzeit hatten wir viel Zug zum Tor, waren besser. In der Kabine hatten wir alle das Gefühl, dass wir noch gewinnen. Sechs Punkte unter dem neuen Trainer - das ist natürlich das Maximum. Das ist schön. Wir agieren jetzt mit Dreierkette, das klappt sehr gut. Wie es beim nächsten Spiel aussieht, wird sich zeigen."

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Danny Latza (Mainzer Kapitän): "Wir waren von Anfang an gut im Spiel, die Eintracht hatte aber die besseren Chancen. Das 0:1 darf so nie fallen, da stellen wir uns zu doof an. Klar, die Rote Karte hat uns noch mal Schwung gegeben. Wir wollten nach dem Ausgleich das 2:1 machen. Danach war es ein Hin und Her. Wir müssen das 3:1 erzielen, dann wird es ruhiger. Adam Szalai musste sehr, sehr lange auf sein erstes Tor warten. Es freut mich, dass er den Bann gebrochen hat - und dann gleich mit so einem wichtigen Treffer. Durch den neuen Trainer hat jeder noch mal einen extra Motivationsschub erhalten. Wir spielen derzeit sehr intensiv - das zeichnet uns aus."

Adam Szalai (Siegtorschütze zum 2:1): „Eigentlich verrückt: Da trainiere ich seit acht Wochen, um endlich mal ein Tor zu schießen. Jetzt war ich drei Tage krank und habe nicht trainiert - und plötzlich klappt es. Aber Spaß beiseite: Wir sind glücklich über diesen Sieg und hoffen, dass die sechs Punkte uns einen Schub geben.“

Karim Onisiwo (Vorlagengeber des 2:1): „Es war wichtig, dass wir heute einen draufsetzen nach dem Sieg gegen Hoffenheim. Man hat heute gesehen, wie die Kulisse hinter uns steht, wie wir wieder alle zusammen stehen. Wir haben zwar eine kleine Serie gestartet, müssen aber auf dem Boden bleiben.

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Adi Hütter (Eintracht-Trainer): „Wir wollten Geschichte schreiben und die erste Frankfurter Mannschaft sein, die in Meenz gewinnt. Die Rote Karte kam allerdings dazwischen. Mainz hat es dann gut gemacht, ist verdient in Führung gegangen - am Ende entwickelte sich ein offener Schlagabtausch und Achim wurde es wohl noch kalt ums Herz. Denn in Unterzahl haben wir noch mal alles versucht.“

Sebastian Rode (SGE-Kapitän): „Es gab einen Kommentar von den Fans in meine Richtung, aber es war halb so wild. Sie wollten ihren Unmut über das Montagsspiel äußern. Da mache ich mir keinen Kopf. Sportlich müssen wir die Niederlage einordnen. Wir habe eine Halbzeit lang in Unterzahl gespielt. Da kann es passieren, dass man gegen eine gute Mainzer Mannschaft verliert. Jetzt gilt es, den Kopf weiter oben zu behalten und am Freitag gegen Hertha ein deutlich besseres Spiel zu machen. Wir hängen so ein bisschen im Ligamittelfeld fest. Wir dürfen jetzt aber nicht die Nerven verlieren.“

Axel Hellmann (Vorstand Eintracht Frankfurt): „Außerhalb des Platzes haben wir heute kein gutes Bild abgegeben. Ehrlich gesagt verstehe ich es nicht, was da auf den Rängen passiert ist. Das Thema Montagsspiele ist eigentlich durch. Man muss sich grundsätzlich die Frage stellen, wohin Proteste noch führen sollen. Proteste sind dann nachvollziehbar, wenn sie mit einer klaren Botschaft hinterlegt werden. Aber das, was wir hier gesehen haben, war keine Meinungsäußerung, das war einfach nur destruktiv. Das schadet Eintracht Frankfurt sehr. Der Sinn erschließt sich mir nicht. Und dass Dinge geworfen und ein Böller gezündet wurde, ist für uns ein Rückschritt."

Martin Hinteregger (Frankfurter Torschütze): "Die Rote Karte hat das Derby entschieden. Mit einem Mann weniger war es schwer, gegen die in Führung liegenden Mainzer noch mal zurückzukommen."

Danny da Costa (Eintracht-Außenverteidiger): "Die Unterzahl war heute ausschlaggebend. Natürlich haben wir auch in Unterzahl die Chancen zum Ausgleich, aber man merkt natürlich schon, wenn man eine Halbzeit lang zu zehnt spielt."