Gegentor in der Nachspielzeit: Mainz 05 verliert 2:3 gegen...

aus Mainz 05

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Fallstudie: Der Mainzer Giulio Donati gegen Hoffenheims Sandro Wagner (rechts). Links Danny Latza. Foto: dpa

Mainz 05 kassierte trotz der mit Abstand besten Saisonleistung eine bittere 2:3 (2:2)-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim. Die 05-Fans unter den 23.477 Zuschauern waren nach...

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MAINZ. Der Weg war so lang. Das Tor wurde so klein. Zu klein für Levin Öztunali, der in der 43. Minute das 3:1 auf dem Fuß hatte. Nach einem Eckball hatte Torwart René Adler blitzschnell geschaltet und den U21-Europameister mit eine langen Abwurf auf die Reise geschickt. Öztunali war schnell. Schneller als seine Gegenspieler. Die Bank des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 stand mit dem Torjubel im Gepäck auf – und dann setzte Öztunali den Ball tatsächlich links am Pfosten vorbei. Ungläubiges Staunen in der Arena. Ein Fehlschuss mit Folgen. Denn so kassierte der FSV trotz seiner mit Abstand besten Saisonleistung eine bittere 2:3 (2:2)-Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim. Die 05-Fans unter den 23.477 Zuschauern waren nach dem Abpfiff fassungslos. Mark Uth erzielte in der Nachspielzeit das entscheidende Tor.

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Dabei begann alles so gut. Die Mainzer legten von der ersten Minute ein irrsinniges Tempo an den Tag. Mit konsequentem Gegenpressing setzten sie die Hoffenheimer früh unter Druck, eroberten Bälle – und erspielten sich Chancen. Danny Latza nutzte eine der ersten Möglichkeiten und traf in der sechsten Minute per Distanzschuss. Zum ersten Mal ging der FSV in dieser Saison 1:0 in Führung.

Doch damit nicht genug. Die 05er um Vorkämpfer Suat Serdar in der Mittelfeldzentrale blieben giftig. In der 16. Minute schnappte sich Yoshinori Muto die Kugel, narrte die komplette Hintermannschaft der TSG und fand das Fenster in Briefmarkengröße zwischen dem Pfosten und Keeper Oliver Baumann – 2:0. Was für ein Spektakel. Beste Unterhaltung im fünften Gang bei Tempo 180. Hochgeschwindigkeit können aber auch die Hoffenheimer. Vier Kontakte - und Nadiem Amiri verkürzte nach einer Traumkombination auf 1:2 (23.).

Wagners Ausgleich

Mit dem Abschlusstreffer im Rücken wurde die TSG stärker. Plötzlich entwickelte sich ein sehenswerter Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Die beste Gelegenheit hatte dabei ein gewisser Levin Öztunali. Die Geschichte ist bekannt. Und dann kam es in der 45. Minute wie es kommen musste. Nach einem Angriff der TSG entschied der Assistent auf Abseits, wurde von Schiedsrichter Manuel Gräfe allerdings überstimmt, weil der Ball von einem Mainzer kam. Korrekt. Bitter, dass Sandro Wagner den Eckball nutzte und zum 2:2 ausglich. Der stets auf dem Grat der Provokation wandelnd Mittelstürmer machte sich damit – und mit seinem Jubel in Richtung der 05-Fans – nicht sonderlich viele Freunde im Stadion. Das will Wagner führ gewöhnlich aber auch gar nicht.

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Zurück zum Spiel. Erst die mögliche Entscheidung vergeben, dann im Gegenzug den Nackenschlag kassiert – davon ließen sich die 05er nach der Pause nicht beeindrucken. Sie kombinierten, rannten und kämpften weiter. Auch das Publikum war mittendrin. Tolle Stimmung in der Opel Arena. Fehlte nur noch die eigentlich verdiente Belohnung in Form des zweiten Heimsieges in Folge. Doch das Gegenteil war der Fall. Uth bestrafte in der Nachspielzeit die 05er für ihre mangelhafte Chancenverwertung in der ersten Halbzeit.

Nach so einer leidenschaftlichen Vorstellung die vierte Niederlage im fünften Spiel zu kassieren, ist jedoch enorm bitter. Und auch nicht gerecht. Doch die 05er hatten es auf dem Fuß. Genauer gesagt Levin Öztunali in jener 43. Minute. Doch sein Schuss ging wenige Zentimeter daneben.