Eintracht muss um Silvas Einsatz zittern

aus Eintracht Frankfurt

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Andre Silva (rechts) jubelte hier beim Spiel gegen Hoffenheim noch mit Filip Kostic. Der Einsatz des Torjägers am Samstag ist noch ungewiss. Foto: dpa

Ausgerechnet vorm Duell der Torjäger muss André Silva eine Trainingspause einlegen. Wer als Ersatz bereit steht und warum Trainer Adi Hütter die Erwartungen nicht zu hoch setzt.

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FRANKFURT. Es ist das absolute Spitzenspiel des 22.Spieltages der Fußball-Bundesliga. Der Tabellendritte Eintracht Frankfurt erwartet den Tabellenführer FC Bayern München. Es soll auch das Duell werden zwischen den beiden besten Torjägern der Liga, dem Frankfurter André Silva (18 Saisontreffer) und dem Münchner Robert Lewandowski (25). Doch ausgerechnet jetzt muss die Eintracht um den Einsatz ihres seit Wochen überragenden Spielers bangen. Silva hat sich beim Training am Mittwoch eine Rückenverletzung zugezogen und konnte am Donnerstag nicht trainieren. „Wir unternehmen alles, dass er fit wird und er wird alles dafür tun, dass es klappt“, sagte Trainer Adi Hütter, „es ist natürlich eine wichtige Personalie.“ Kann Silva tatsächlich nicht spielen, würde Luka Jovic seine erste Chance von Beginn an bekommen.

Am Selbstvertrauen der Frankfurter rüttelt das Bangen um den Top-Torjäger kaum. Trainer Hütter findet Aussagen, wie sie unter anderem Manager Bruno Hübner getan hat, die Eintracht wäre „auf Augenhöhe“ mit dem Rekordmeister zwar „übertrieben“, Chancen gegen die Bayern erfolgreich zu sein, rechnet aber auch er sich aus. „Wir sprechen von Bayern München, von der Mannschaft, die sechs Titel geholt hat und als beste Mannschaft der Welt gilt“, mahnt er, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen, „aber wir werden versuchen mutig zu sein und haben sich auch unsere Chancen.“

So oder so stehen Veränderungen in der Besetzung an

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Dass die Bayern am Montag nur mit Mühe ein 3:3 gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld erreicht haben, kann Hütter nicht blenden. Er erwartet einen „sehr schlagkräftigen Gegner“, auch wenn es den einen oder anderen Ausfall geben sollte. Wegen Corona-Infektionen werden dem Meister auf jeden Fall Benjamin Pavard und Thomas Müller fehlen. „Sie hatten zwar viel Stress zuletzt, auch durch die Reise nach Katar“, glaubt der Eintracht-Coach, „aber sie werden ein Auswärtsspiel bei uns anders wahrnehmen als ein Heimspiel gegen Bielefeld und sie werden uns nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Die Frankfurter Erfolgsmannschaft, die zuletzt zehnmal in Folge ungeschlagen geblieben ist und alle vier Rückrundenspiele gewonnen hat, muss in jedem Fall verändert werden. Djibril Sow hat sich beim 2:0 gegen den 1.FC Köln die fünfte gelbe Karte geholt und ist gesperrt. Für ihn wird Sebastian Rode spielen. „Wenn ich Leute wie Jovic und Rode auf der Bank habe, weiß ich, dass wir eine gute Mannschaft haben“, sagt der Frankfurter Trainer, „Seppl wird gegen seinen ehemaligen Verein hochmotiviert sein.“

„Ich versuche das Beste aus dem Kader herauszuholen"

Genau wie Hütter selbst, der sich als „Entwicklungstrainer“ bezeichnet. Dies beziehe er nicht nur auf einzelne Spieler wie bei der Eintracht Tuta („Stabiler, aggressiver, besser als in der Vorrunde“), Evan Ndicka („Er ist gewaltig gut geworden“) oder Filip Kostic („Wieder viel besser in Schuss“), die sich unter ihm deutlich gesteigert haben, sondern vor allem auf das Gesamtkonstrukt. „Ich versuche das Beste aus dem Kader herauszuholen und ich versuche die beste Grundordnung zu finden“, sagt er, „ich denke, wir sind da auf einem guten Weg,“ Hütter outete sich aber auch als „Liebhaber“ des schönen Fußballspiels. „Ich liebe eine Mannschaft, die gut Fußball spielen kann, aber auch Aggressivität einbringt“, spricht er ganz eindeutig von „seiner“ Eintracht.

Natürlich wurde der 51 Jahre alte österreichische Fußball-Lehrer auch zu den Gerüchten befragt, er sei einer der Kandidaten auf die Rose-Nachfolge bei Borussia Mönchengladbach. „Das war auch letztes Jahr in Dortmund so“, sagt er, „ich bin immer noch hier und beschäftige mich nur mit Eintracht Frankfurt“. Seinen Vertrag hat Hütter im Herbst bis zum 30.Juni 2023 verlängert. Ob darin eine Ausstiegsklausel verankert wurde, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich. So war es einst ja auch bei Niko Kovac, der die Klausel 2018 dann zum Wechsel zum FC Bayern nutzte. Hütter wollte sich zu „Vertragsdetails“ verständlicherweise nicht äußern. Das hält sein Boss, Sportvorstand Fredi Bobic, der mit Hertha BSC in Verbindung gebracht wird, ja schließlich genauso.

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Von Peppi Schmitt