Eintracht mit schwacher Vorstellung gegen Bochum

aus Eintracht Frankfurt

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Bochums Anthony Losilla (links) im Kopfballduell mit Eintracht Frankfurts Daichi Kamada.  Foto: dpa/ Marcel Kusch

Weiter acht Punkte - und die Abstiegsplätze im Blick: Drei Tage nach dem 3:1-Erfolg in der Europa League gegen Olympiakos Piräus kassiert Frankfurt nun eine Niederlage in Bochum.

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BOCHUM. Dass die Frankfurter Eintracht ganz offenbar zwei Mannschaften im Spielbetrieb hat, war schon in den letzten Wochen deutlich geworden. In Bochum zeigte die „Adler“ wieder einmal ihr trauriges Gesicht. Nach der 0:2 (0:1)-Niederlage bei Aufsteiger VfL Bochum bleiben die Frankfurter am Rande der Abstiegszone, können nur froh sein, dass bislang noch drei Mannschaften schlechter sind. Dennoch: In der Bundesliga läuten die Alarmglocken weiter, acht Punkte nach neun Spielen sind die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Tief im Westen hatte die Eintracht einen gebrauchten Abend erwischt. Der Ex-Frankfurter Danny Blum hatte früh die Führung für den VfL erzielt, dann hatte Goncalo Paciencia einen Elfmeter verschossen, schließlich mussten Paciencia und Kristijan Jakic schon der ersten Halbzeit verletzt vom Feld. Die endgültige Entscheidung dann in der Nachspielzeit, als Sebastian Polter den zweiten Treffer erzielte.

Der Frankfurter Trainer hatte sich für die Sieger vom letzten Donnerstag entschieden und das Team unverändert auf den Platz geschickt. Doch es hat nicht lange gedauert, da war klar: Es ist alles anders. In der 3. Minute gingen die Bochumer in Führung. Mit dem ersten Angriff gegen eine schläfrige Eintracht. Nach einem Einwurf kam der Ball zu Takuma Asano, der spielte den Ball steil nach vorne. Almamy Touré hatte nicht aufgepasst und das Abseits aufgehoben. Und Danny Blum ließ Torwart Kevin Trapp aus kurzer Distanz keine Chance. Der ehemalige Frankfurter hatte also getroffen und hielt danach sein Versprechen, nach dem Erfolg nicht zu jubeln.

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Paciencia schwach beim Elfmeter

Die Eintracht hätte schnell zurückkommen können – aber sie vertat die große Chance. Nach einer Ecke von Filip Kostic hatte Goncalo Paciencia aufs Tor geköpft und Sebastian Polter den Ball klar mit der Hand abgewehrt. Nach Eingriff des Video-Assistenten pfiff Schiedsrichter Marco Fritz Elfmeter. Paciencia, der zuletzt ebenso wie sein Kollege Rafael Borré zweimal getroffen hatte, schoss in der 11. Minute ganz schwach. Torwart Manuel Riemann konnte den Ball sogar festhalten. Es war nach achtzehn verwandelten Elfmetern der erste Frankfurter Fehlschuss seit April 2017.

Nun war die Eintracht doch angeschlagen. Sie hatte zwar mehr Ballbesitz, aber sie kam danach nicht mehr wirklich gefährlich in den Strafraum der leidenschaftlich verteidigenden Bochumer. Und die Rückschläge für die Gäste nahmen kein Ende. Nach einer halben Stunde musste Paciencia mit einer Verletzung raus, für ihn kam Sam Lammers. Und kurz vor der Pause musste auch Kristijan Jakic verletzt raus, für ihn schickte der Trainer Sebastian Rode rein. Zudem übersahen der Referee und der Video-Assistent Thorsten Schiffner ein Nachtreten von Elvis Rexhbecaj gegen Borré.

Die zweite Halbzeit begann dann (fast) wie die erste. Nach vier Minuten passten die Frankfurter bei einem Einwurf wieder nicht auf, plötzlich stand Asano völlig alleine vor Trapp, doch diesmal blieb der Frankfurter Keeper der Sieger. Dennoch waren die Bochumer nun die bessere Mannschaft und verdienten sich im Nachhinein ihre Führung. Sie waren einfach gefährlicher. Polter und Blum hatten zwei halbe Gelegenheiten zum zweiten Tor, einmal hatte Tuta mit einem schwachen Rückpass Trapp in Nöte gebracht und der Torwart sich dann mit einer schwachen Rettungstat selbst aus dem spiel genommen. Doch Hasebe konnte den Doppelfehler ausbügeln.

Eintracht-Chancen Mangelware

Auf der Gegenseite passierte nicht mehr wirklich viel. Chancen für die Eintracht waren Mangelware. Am Bemühen fehlte es nicht, kämpferisch war die Eintracht bereit, aber es fehlte an der nötigen Qualität gegen eine leidenschaftlich kämpfende Bochumer Mannschaft echte Gelegenheiten rauszuspielen. Ganz im Gegenteil. 20 Minuten vor dem Ende hatte die Gastgeber die „Hundertprozentige“ zum zweiten Tor. Holtmann und Asano liefen 2:1 gegen Hasebe, doch der letzte Pass kam auch hier nicht an. Draußen raufte sich VfL-Trainer Thomas Reis die Haare.

Dazu hatte auch sein Frankfurter Kollege Grund. Die Eintracht spielte zu ungestüm, zu ungenau, zu unüberlegt. Das Beispiel dafür war der unermüdliche Kostic, der es aber zu häufig mit dem Kopf durch die Wand versuchte. Immer wieder blieb er hängen und wenn doch mal eine Flanke nach innen durchkam, konnten Lammers und Kollegen nicht wirklich gefährlich abschließen. Und einmal hatten sie auch großes Pech. Vier Minuten vor dem Ende traf Kamada nach seiner besten Aktion nur den Pfosten. So blieb die Eintracht torlos und so war das frühe Gegentor schon die Entscheidung, obwohl Polter in der 92. Minute sogar noch einen drauflegen konnte.

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Von Peppi Schmitt