Eintracht Frankfurt: Torhüter Hradecky ist nach dem...

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Das ganze Sommertheater um seinen nicht vorzeitig verlängerten Vertrag scheint abgeprallt zu sein an Eintracht-Keeper Lukas Hradecky. Der Finne ist wieder absoluter Rückhalt...

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FRANKFURT. Lukas Hradecky hat erfolgreiche Wochen hinter sich. Von seinen ersten sechs Pflichtspielen dieser Saison hat er mit der Frankfurter Eintracht (zweimal in der Liga, einmal im Pokal) und der finnischen Nationalmannschaft (zwei 1:0-Siege gegen Island und Kosovo) fünfmal zu Null gespielt. Lediglich im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg musste er einen Gegentreffer hinnehmen. Das ganze Sommertheater um seinen nicht vorzeitig verlängerten Vertrag scheint abgeprallt zu sein am finnischen Keeper. „Seitdem ich aus dem Urlaub wieder zurück bin, bin ich ganz ruhig“, sagt er, „ich habe für mich entschieden, dass ich bedingungslos alles gebe, egal was hinter den Kulissen passiert.“

Es gehört zu den Stärken des 27 Jahre alten Torhüters, dass er auch nach Fehlern sehr schnell wieder seine innere Ruhe findet. So hat ihm auch der verschuldete Elfmeter im Pokalendspiel keine schlaflosen Nächte bereitet. „Da habe ich nichts bereut, das passiert im Fußball“, sagt er. Geholfen hätte ihm auch der Zuspruch der Kollegen. „Sie haben mir gesagt, mach dir keinen Stress, ohne dich wären wir gar nicht ins Endspiel gekommen“, erzählt er, „das hat mich gefreut.“

Lob an die Fans

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Am liebsten würde Hradecky über die bislang ergebnislosen Vertragsgespräche kein Wort mehr verlieren. Zumal er die ganze Zeit sicher gewesen sei, „dass ich bleibe, ob ich verlängere oder nicht“. Natürlich habe er gemeinsam mit seinem Vater überlegt, „was am besten zu machen ist“. Seine persönliche Entscheidung, zumindest den bis zum Sommer kommenden Jahres laufenden Vertrag zu erfüllen, habe er im Trainingslager in Amerika gefällt. „Nach einem Gespräch mit dem Trainer war klar, das ich bleibe“, sagt er im Rückblick. Dass die Fans ihn auspfeifen könnten beim ersten Heimspiel, daran habe er keinen Gedanken verschwendet. „Ich habe auch keine Pfiffe gehört“, sagt er, „ich muss unsere Fans sowieso loben, die unterstützen uns immer bedingungslos, egal welche Vertrags- oder Lebenssituation ein Spieler hat.“ Dieses Vertrauen will er weiter zurückzahlen. „Ich verspreche den Fans, dass ich zu hundert Prozent für die Eintracht da bin, solange ich Vertrag habe“, sagt er.

Hradecky reflektiert durchaus die letzten Monate, auch eigene persönliche Schwierigkeiten im Spiel räumt er ein. Dass er Probleme gehabt hatte mit dem Passspiel, sei ein richtiger Einruck gewesen. „Das war und ist eine Frage der Konzentration“, gibt er zu, „vielleicht war mein Kopf doch nicht hundertprozentig bei der Sache, vielleicht war ich nach dem Klassenerhalt ein wenig nachlässig.“ Der Torwart muss sich nicht nur auf neue Abwehrspieler einstellen, sondern auch auf zwei neue Stürmer, die auch hoch anzuspielen sind. Zwar gebe der Trainer vor, von hinten heraus spielerisch aufzubauen. „Aber wenn wir unter Druck sind, ist es nicht schlecht, dass ich den Ball auch mal nach vorne hauen kann auf unsere beiden Großen“, sagt Hradecky. Ihm persönlich ist diese Art der Spieleröffnung sowieso lieber. „Viele in der Bundesliga versuchen, von hinten heraus zu spielen, aber das ist naiv, das kann vielleicht Barcelona“, glaubt er, „es kostet mehr, als es bringt.“ Derzeit gebe es noch einen Lernprozess zwischen Abwehspielern und Torwart, um die Abstimmung zu verbessern. Im Training schaue er genau hin bei den Neuen, mache sich Gedanken, wen er wie am besten anspielen kann. „Ich lerne da jeden Tag“, sagt er.

"Gorilla vom Rücken geworfen"

Vor dem Spiel gegen Augsburg am Samstag (15.30 Uhr) hat der Schlussmann großen Respekt. „Aber wir haben mit dem Sieg in Gladbach den Gorilla vom Rücken geworfen, wie wir in Finnland sagen“, sagt er, „wir werden selbstbewusst ins Spiel gehen.“ Besonders stark seien die Augsburger bei hohen Bällen. „Keine Mannschaft flankt so viel wie der FCA“, weiß Hradecky, „darauf müssen wir uns einstellen.“ Sorgen bereitet ihm das nicht. Schon in Gladbach hätten sein Verteidiger ja alles weggeköpft.

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Von Peppi Schmitt