Eintracht beim VfB: Filip Kostic vor einem Blitzcomeback

aus Eintracht Frankfurt

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Kostic ist vielleicht schneller wieder fit als gedacht und läuft gegen den VfB Stuttgart auf. Foto: Jan Hübner

Eintracht Frankfurts Jung-Stürmer Ragnar Ache wird verletzungsbedingt bis Jahresende ausfallen. Unklar ist auch, ob Mittelfeldspieler Kamada gegen den VfB Stuttgart antreten kann.

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FRANKFURT. Wenn es um personelle Aufstellung und taktische Einstellung geht, wird Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter in den offiziellen Pressekonferenzen vor den Spielen meist ziemlich einsilbig. So war es auch diesmal vor dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr). „Vielleicht gibt es Veränderungen, vielleicht will ich die Mannschaft aber auch nochmal sehen, wie sie war“, blieb er im Ungefähren. Also Veränderungen oder auch nicht. Dabei gibt es gute Gründe, die Mannschaft umzustellen. Zum einen die wenig überzeugende Leistung letzte Woche gegen Bremen. Zum anderen wegen eines Rückkehrers und eines Verletzten. So könnte Filip Kostic nach überstandener Knieverletzung wieder dabei sein. Und so könnte Daichi Kamada wegen einer leichteren Blessur fehlen.

Kostic trainiert seit Montag mit

Kostic hatte sich am 25.September beim Auswärtsspiel in Berlin einen Innenbandanriss im rechten Knie zugezogen, musste danach fünf Wochen passen. Seit Montag steht der ehemalige Stuttgarter (2014-2016) wieder im Mannschaftstraining. „Er ist so weit, dass er ein Thema für Stuttgart ist“, sagt der Trainer. Kostic sei noch nicht wieder in Bestform, „aber er ist schon gut unterwegs.“ Hört sich nach einer Jokerrolle für den serbischen Nationalspieler an. Hütter: „Ein Luxusproblem.“ Der VfB wird es auf dem linken Frankfurter Flügel in jedem Fall mit einem ehemaligen Stuttgarter zu tun bekommen. Entweder wirft Hütter Kostic schon von Beginn an ins Spiel. Oder er vertraut weiter Steven Zuber, der im Frühjahr 2019 ein halbes Jahr für den VfB gespielt hat. „Ich erwarte, dass wir nicht nur an, sondern über unsere Grenzen gehen“, sagt Zuber, „ich glaube an uns und dass wir in Stuttgart drei Punkte holen werden.“

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Neben Kostic und Zuber wäre auch Amin Younes ein Kandidat für die linke Außenbahn. Doch der deutsche Nationalspieler wird womöglich an anderer Stelle gebraucht. Younes könnte im offensiven Mittelfeld hinter den Stürmern Bas Dost und André Silva für den angeschlagenen Kamada einspringen. „Wir müssen abwarten, ob Daichi spielen kann“, sagte Hütter, „wenn er uns das Zeichen gibt, dass er zu hundert Prozent fit ist, wird er ziemlich sicher auch in der Startelf stehen. Ansonsten haben wir Alternativen". Younes eben. Längere Zeit keine Alternative mehr sein wird Ragnar Ache. Gerade erst ins Lauftraining zurückgekehrt muss der Neuzugang aus Rotterdam einen Rückfall bei seiner Sehnenverletzung im Oberschenkel hinnehmen. „Ragnar muss operiert werden und wird noch länger ausfallen“, sagte Hütter, „in diesem Kalenderjahr wird er uns nicht mehr zur Verfügung stehen". Der deutsche U 21 Nationalspieler ist im Moment der einzige Profi der Eintracht, der langfristig wegen Verletzung ausfällt. Die Blessur hatte er sich bei seinem letzten Einsatz in der U 21 am 9.Oktober gegen Moldawien zugezogen.

Großen Respekt vor VfB Stuttgart als Gegner

Vorm Gegner hat der Frankfurter Trainer großen Respekt. Er attestiert dem VfB „schnellen, mutigen, erfrischenden Fußball“, dazu noch „zielstrebig und geradlinig.“ Hütter erwartet ein Spiel auf Augenhöhe, „es wird hin- und hergehen.“ Und er hofft, dass seine Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor bleiben wird. Da wird es auch auf Martin Hinteregger ankommen. Der kantige Innenverteidiger spielt nicht schlecht in den letzten Wochen, aber lange nicht so gut, wie er es eigentlich kann. Kein anderer allerdings hat auch schon wieder so viele Spiele auf dem Buckel wie er, der ja auch in Österreichs Nationalmannschaft gesetzt ist. Zudem plagen Hinteregger immer mal wieder kleinere Blessuren. „Martin ist selbst nicht ganz happy über seine aktuelle Verfassung“, sagt Hütter, „er ist nicht auf dem Niveau, wo er gewesen ist.“ Mit acht Toren habe Abwehrspieler Hinteregger in der letzten Saison die Latte aber auch sehr hochgelegt. Hütter: „Die Gegner wissen auch, dass er ein torgefährlicher Spieler ist, da gibt es mehr Aufmerksamkeit.“ So wird das sicher auch in Stuttgart sein.

Hinteregger gehört zu jenen Frankfurter Nationalspielern, die eigentlich ab Sonntag zu ihren Nationalmannschaften reisen müssten. Ob die Eintracht freilich alle gehen lassen wird, ist noch nicht entschieden. Man sei im Gespräch mit dem Frankfurter Gesundheitsamt, sagt Hütter, „wenn die Spieler nach ihrer Rückkehr fünf Tage in Quarantäne müssten, macht es keinen Sinn“. Dann würden sie fürs Heimspiel gegen Leipzig am 21.November ausfallen und dann würde die Eintracht sie nicht abstellen, was der Weltfußball-Verband FIFA in Corona-Zeiten erlaubt. Betroffen sein könnten die deutsche Nationaltorhüter Kevin Trapp und Markus Schubert (U 21), die Schweizer Djibril Sow und Steven Zuber, die Österreicher Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker, der Portugiese André Silva, der Franzose Evan Ndicka, der Marokkaner Aymen Barkok, der Japaner Daichi Kamada und der Serbe Filip Kostic. PEPPI SCHMITT

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Eintracht: Trapp – Abraham, Hasebe, Hinteregger – Touré, Rode, Kohr, Zuber – Kamada (Younes) – Dost, Silva. Auf der Bank: Schubert, Ndicka, Da Costa, Ilsanker, Chandler, Barkok, Sow, Younes (Hrustic), Kostic

Von Peppi Schmitt