Der nächste Schritt wird kein Selbstläufer für Mainz 05

aus Mainz 05

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Achim Beierlorzer, Trainer von Mainz 05. Foto: Sascha Kopp

Alltag Abstiegskampf: Mit einem Heimsieg überholen die 05er den FC Augsburg. Das Problem: Der direkte Konkurrent ist alles andere als ein Lieblingsgegner der Rheinhessen.

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MAINZ. Der Mathe-Lehrer verspürt keine Lust auf Rechenspiele. Sie bringen ihn in der jetzigen Situation nicht weiter. Zahlen, Kalkulationen, Prognosen und Tabellenrechnungen bieten Stoff für lange Diskussionen an Stammtischen und in Fankreisen, den Mainzer Fußballlehrer Achim Beierlorzer tangieren sie null-komma-null. „Das Wichtigste ist: Wir haben es selbst in der Hand. Also: Just do it!“

Anpacken und machen. Am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) wird in der Opel Arena das nächste Kapitel in diesem aufreibenden und aufregenden Bundesliga-Abstiegskampf geschrieben. Der FC Augsburg, nicht gerade der Lieblingsgegner der 05er (fünf der letzten sechs Duelle endeten mit einer Niederlage), wird in Rheinhessen vorstellig. „Und jeder weiß, was da auf uns zukommt und worauf es ankommt“, setzt 05-Sportvorstand Rouven Schröder fort. „Das wird kein Selbstläufer, aber ein immens wichtiges Spiel. Diesen Druck bauen wir uns schon selbst auf, denn wir wissen, dass wir gegen einen direkten Konkurrenten den nächsten Schritt machen können und auch müssen.“ Beierlorzer bestätigt: „Augsburg befindet sich in einer ähnlichen Situation wie wir. Das wird ein Duell, in dem beide unbedingt gewinnen wollen. Sie spielen ein aggressives Pressing und haben schnelle Außen. Daher dürfen wir kein bisschen nachlassen, sondern müssen noch eine Schippe drauflegen.“ Sein Wunsch zum Spiel: die richtige Balance zwischen defensiver Stabilität und druckvollem, torgefährlichem Offensivspiel.

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Am liebsten würden sie gerade dort weitermachen, wo sie im Rhein-Main-Derby aufgehört haben. Angetrieben von einem starken Kollektiv, schien die zielstrebigen Mainzer an diesem Tag nichts von ihrem Weg abzubringen. Es ist die in diesen Tagen oft zitierte, im Mainzer Fußballvokabular vielleicht schon etwas überstrapazierte „Fokussierung“, die man auf dem Trainingsplatz und in der Arena spüre. „Die Mannschaft ist im Abstiegskampf angekommen“, sagt Beierlorzer, „sie ist sich der Aufgabe voll bewusst und voll fokussiert. Wir wissen, was auf uns zukommt.“ Ein kampfbetontes, intensives Duell am Sonntag. Und drei weitere hohe Hürden danach. Dortmund, Bremen, Leverkusen. Von Ruhe keine Spur. Schröder sagt: „Ich befinde mich noch auf hoher See und kann noch kein Land sehen!“ Und deshalb herrsche noch immer bei sämtlichen (Vertrags-)Gesprächen (etwa mit den dienstältesten 05ern Daniel Brosinski und Stefan Bell oder mit dem aufstrebenden Leihspieler Taiwo Awoniyi) Stillstand. Erst die Rettung, dann Redebedarf.

Und zurück auf den Platz. Achim Beierlorzer, dem der eigentlich gesetzte Allrounder Ridle Baku wieder zur Verfügung steht, lässt sich bei Taktik und Aufstellung nicht in die Karten schauen. „Das bleibt ein Geheimnis“, sagt der Coach. Für die Derbysieger gibt es offenbar keine Einsatzgarantie. So viele Anwärter drängen sich im Training in den Vordergrund. „Egal, wie wir auflaufen. Wir wollen unsere Leistung bestätigen. Die Jungs sind alle extrem konzentriert.“ Und eines werden sie vor dem wichtigen Spiel gegen den direkten Konkurrenten nicht tun: nämlich rechnen. Wobei die Rechnung ganz einfach ist: Mit einem Dreier überholen die 05er (31 Punkte) den FC Augsburg (32). Und vielleicht sogar Union Berlin. Und der Puffer nach hinten würde definitiv nicht schrumpfen. Der ehemalige Mathe-Lehrer Beierlorzer mag die Zahlenspiele gar nicht kommentieren. Nur zwei Zahlen sind ihm am Sonntag wirklich wichtig: die des richtigen Ergebnisses.