20180216-RMP-EM SV-ZG_HALBF-wkhalb.06 (Handwerk in guten Händen)-WK Wiesbaden

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6 I Handwerk in guten Händen Zwei Meisterbriefe – denn doppelt hält besser Schon als Kind wollte Bahar Krahn Maskenbildnerin werden. Auf Umwegen kam sie zum Ziel – als erfolgreiche Doppelmeisterin: für das Kosmetik- und das Friseurhandwerk. Nach dem Abitur ließ sich Bahar Krahn zur Pharmazeutisch technischen Assistentin ausbilden. Doch sie wollte den Weg in Richtung natürlicher Pflegeprodukte im Kosmetikbereich gehen – allgemein wegen immer häufiger auftretender Allergien und generell wegen der gesundheitlich meist nicht problemfreien Anwendung von Chemieprodukten. So absolvierte sie eine weitere Lehre, diesmal zur staatlich geprüften Kosmetikerin auf der Wiesbadener Kosmetikfachschule. Es folgte ein Jahr Ausbildung zur Maskenbildnerin und danach der Profi- Lehrgang zum Make-up und Hairstyle Artist in Frankfurt. Danach ließ sie sich auf einer Privatschule in Österreich zur Naturkosmetikerin und Naturfriseurin weiterbilden, sie wurde Expertin für Pflanzenhaarfarben. Zur Finanzierung musste sie jobben. „Ich habe schon vor sieben Jahren begonnen, Kräuter für natürliche Haarfarben Bahar Krahn ist Doppel-Jungmeisterin in den Bereichen Kosmetik- und Friseurhandwerk. Die Entscheidung, ihren Meister zu machen, hat sie nicht bereut. Foto: be organic zusammenzumischen und habe mittlerweile rund 300 verschiedene Kräuter, aus denen ich biologische Haarfarben zusammenstelle“, erzählt die Jungmeisterin. Schon länger betreibt sie zusammen mit ihrer Familie ihr eigenes biologisch orientiertes Kosmetik- und Friseurstudio, anfangs mit angestellten Meistern. Doch sie wollte die Selbstständigkeit – und außerdem werden „üblicherweise Friseure nicht mit biologischen Methoden und Farben ausgebildet“. So entschloss sie sich zur Meisterprüfung bei der Handwerkskammer in gleich beiden Fächern und besuchte die entsprechende Schule. Für die Ausbildung zur Friseurin erhielt sie Meister-BAföG. Beide Examen bestand sie „meisterlich“. Den Weg zur Meisterprüfung würde sie jeder und jedem empfehlen: „Nur sollte man diese zuerst ablegen, bevor man sich selbstständig macht.“ Doch Bahar Krahn hat ihren Weg konsequent beschritten und sich damit ihren Traum erfüllt. Für ihr Engagement wurde Bahar Krahn mehrfach ausgezeichnet. 2014 erhielt sie den Wiesbadener Gründerpreis, 2015 ehrte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir sie mit dem Hessischen Innovationspreis, 2016 kam die Goldene Lilie dazu wegen ihres hohen ehrenamtlichen Engagements: Einmal pro Monat schneidet sie den Bewohnern des Bethanien-Kinderdorfs in Eltville kostenfrei die Haare. fms


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