20180216-RMP-EM SV-ZG_HALBF-wkhalb.16 (Handwerk in guten Händen)-WK Wiesbaden

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16 I Handwerk in guten Händen Doktorin und Fleischermeisterin Dr. Bettina Hardtert aus Hüttenberg hat eine beispiellose Karriere im Fleischerhandwerk absolviert: Sie ist hessenweit die einzige Metzgermeisterin mit Doktortitel. Nach der Grundschule und der Gesamtschule besuchte sie für zwei Jahre die Berufsfachschule. „Im elterlichen Betrieb habe ich danach die Fleischerausbildung absolviert, die Ausbildung als Fleischerei-Fachverkäuferin im Fachgeschäft Walter Mignon, Wetzlar.“ Der familieneigene Betrieb besteht bereits in der vierten Generation. „Die Arbeit in einem Fleischerfachgeschäft bereitet mir viel Freude, schon von Beginn an“, beschreibt sie ihre Motivation. Nach der Gesellenprüfung absolvierte sie die Fleischerschule in Frankfurt und legte vor der HWK die Meisterprüfung ab. Noch vor der Öffnung der hessischen Hochschulen für Meister erhielt sie 1995 nach Ablegung der damals erforderlichen „Hochschulzulassungsprüfung für besonders Befähigte“ ihre Studienzulassung. Von 1995 bis 2001 absolvierte Bettina Hardtert an der Universität Gießen ihr Studium der Haushalts- und Ernährungswirtschaft und schloss dieses mit dem Examen als Diplom-Ökotrophologin ab. Von 2002 bis 2008 fertigte sie ihre Dissertation als externe Doktorandin an der Universität Gießen an. Während der Zeit ihrer Dissertation übernahm sie 2004 den elterlichen Betrieb, den sie engagiert weiterführt. Ihre Promotion erfolgte am 11. November 2008. Der Titel ihrer Doktorarbeit lautete „Energetische Bewertung und Bereitstellung ausgewählter lokaler Lebensmittel am Beispiel dreier Fleischarten“. „Die beruflich angebotenen Lehrgänge zu dieser Thematik Obermeisterin und Fleischermeisterin Dr. Bettina Hardtert führt ihre eigene Metzgerei. Foto: Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill hatte ich schon absolviert – ich wollte mein Wissen über gesunde Ernährung unbedingt erweitern“, erklärt die promovierte Fleischermeisterin. Dieses Wissen kann sie bei ihrer Arbeit im eigenen Betrieb anwenden und sie gibt es regelmäßig im Rahmen der Lehrlingsausbildung auch an ihre (zurzeit zwei) Azubis weiter. Ihr ist wichtig, dass der Nachwuchs gut und umfassend ausgebildet wird. „Das Studium war die perfekte Abwechslung und Ergänzung zu meiner handwerklichen Tätigkeit“, sagt sie, „zumindest die Meisterausbildung würde ich jeder und jedem empfehlen. Wer dann möchte, kann ja noch ein Studium dranhängen, das ist heute viel einfacher möglich.“ Neben ihrer handwerklichen Tätigkeit im eigenen Betrieb ist Dr. Bettina Hardtert als Obermeisterin der Fleischerinnung Lahn-Dill in die Fußstapfen ihres 2006 verstorbenen Vaters Manfred Weber getreten, der Obermeister der Fleischerinnung Wetzlar und Kreishandwerksmeister war. fms


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