20180216-RMP-EM SV-ZG_HALBF-wkhalb.15 (Handwerk in guten Händen)-WK Wiesbaden

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Handwerk in guten Händen I 15 hat mir nicht so gelegen“, sagt Linda Fuchsschwanz ehrlich. So ist sie nun keine echte Lehrerin, aber im Gesellenprüfungsausschuss tätig und Lehrbeauftragte an der Wiesbadener Friedrich-Ebert-Schule, wo angehende Metallbauer ihre Berufsschulzeit absolvieren. Die halben Berufsschultage werden in dieser Ausbildung zu Blöcken zusammengefasst. Linda Fuchsschwanz sieht ihre Azubis jedes Lehrjahres zwei Wochen im Jahr – insgesamt sechs Wochen verbringt sie mit ihnen in der Lehrwerkstatt. Es muss Leute geben, die sich engagieren „Jungs, Mittagspause“ ruft sie in die Werkstatt. „Die bereiten sich jetzt gerade auf die Prüfung vor, in der sie ein Werkstück bauen müssen. Das üben wir hier schon einmal unter realistischen Bedingungen“, erklärt Linda Fuchsschwanz. Jungen Leuten die praktischen Kenntnisse zu vermitteln, macht ihr Spaß. Und das Ehrenamt ist für sie quasi eine natürliche Folge ihres beruflichen Engagements: „Es muss ja Leute geben, die sich engagieren.“ Nicht nur als Dozentin und Prüfungsausschussmitglied in ihrem Beruf tut sie etwas für andere, sondern auch in diversen Vereinen an ihrem Wohnort: Sportverein, Hundeverein, Arbeiterwohlfahrt, Elternbeirat. „Ich will etwas bewegen – und ich habe auch Freude daran“, sagt Linda Fuchsschwanz, mittlerweile Mutter eines kleinen Kindes. Das sei das Einzige, was nicht so einfach sei als Handwerkerin: „Sie können ja nicht einfach Ihrem Team auf der Baustelle sagen, ich gehe jetzt, ich muss das Kind aus der Kita abholen.“ Da könne sie auf die Hilfe ihrer Familie zählen, „sonst würde das gar nicht gehen.“ Sonst jedoch macht Linda Fuchsschwanz Mädchen Mut, die einen handwerklichen Beruf ergreifen wollen. „Man darf nicht auf den Mund gefallen sein, durchsetzen muss man sich schon können. Denn derbe Sprüche hört man immer mal wieder.“ Wenn das einkalkuliert werde, könne man aber sehr erfolgreich in diesem Beruf arbeiten. Auch wenn sie bisher nur eine einzige weitere junge Frau durch die Ausbildung begleitet hat, „aber es geht.“ Wünschen würde sich Linda Fuchsschwanz von ihrer gesamten Kollegenschaft, „dass mehr Menschen sich freiwillig engagieren. Ob im Beruf oder in Vereinen in der Freizeit: Man muss immer lange suchen, bis man jemanden für Vorstands- oder Ausschussarbeiten gefunden hat. Aber ohne solche Menschen geht es ja nicht weiter. Jeder sollte mal überlegen, wo er sich sinnvoll einsetzen kann. Man bekommt dafür ja auch etwas zurück, nämlich Anerkennung und die Gewissheit, etwas fürs Gemeinwohl zu tun.“ Eine Metallsäge ist ein Teil der genutzten Werkzeuge. Zu den Jobanforderungen zählen auch räumliches Vorstellungsvermögen und zeichnerische Fähigkeiten. Foto: Hoda Bogdan - adobe.stock


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