Ist in Denver "Schwarzfahren" sonntags wirklich verboten?

aus Im Auto Mobil

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Dürfen schwarze Autos - hier der der Volvo V70 und XC 70 (von links) in der Black Edition - sonntags in Denver fahren? Angeblich verbietet ein Gesetz genau das. Foto: Volvo

Ist es in Denver/Colorado tatsächlich verboten, an Sonntagen mit einem schwarzen Auto zu fahren? Bei allem Zweifel an diesem speziellen Gesetz: Weltweit gibt es einiges an...

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. Da fährst du also entspannt durch den sonnigen Sonntagnachmittag in Denver, Colorado, erfreust dich an den prächtigen Ausblicken, die der Rocky-Mountain-State zu bieten hat - und plötzlich taucht hinter dir ein Polizeiauto mit eingeschaltetem Signallicht auf. Also rechts ranfahren, Motor aus, Seitenfenster runterlassen, Hände aufs Steuer, Anweisungen abwarten. War ich zu schnell? Nein, sagt der Officer, aber schwarze Autos dürfen in Denver sonntags nicht unterwegs sein.

Zahlreiche Fundstellen im Netz

Zugegeben: Die Szene ist ausgedacht (obwohl: zuuuuu gerne wäre ich jetzt in dem Mile-High-State, so genannt, weil sich die 15. Stufe am Westeingang des State Capitol in Denver genau eine Meile - oder 1609 Meter - über dem Meeresspiegel befindet). Bei dem Gesetz, das angeblich Sonntagsfahrten mit schwarzen Autos verbietet, bin ich mir nicht so sicher. Wenn es allein nach der Zahl der Fundstellen im Internet ginge, die diese Vorschrift behandeln, wäre die Sache klar. Treffer gibt es mehr als Mietwagen in Denver. Auch die Qualität der Zitierer ließe auf Seriosität schließen. Nur: In Diskussionsforen gibt es niemanden, der jemals wegen "Schwarzfahrens" in Colorado angehalten worden wäre.

Kein Bärenwrestling in Alabama

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In jedem Fall aber steckt in der Meldung ein wahrer Kern. Vielleicht gab es tatsächlich mal ein Fahrverbot für schwarze Autos in Denver, das dann heimlich, still und leise kassiert wurde, vielleicht besteht es sogar noch fort, wird aber nicht mehr durchgesetzt. Wer das Gesetz an sich für unglaubwürdig hält, kennt sich nicht mit Amerika aus. Hier soll es jetzt nicht um die skurrilsten Vorschriften gehen, die in Amerika kursierten. Obwohl, wenn ich es bedenke, wäre es zu schade, darauf zu verzichten. Deshalb also meine Top Five (ohne Gewähr, dass diese Gesetze noch gelten oder durchgesetzt werden): 5. In Alabama ist es verboten, ein Bärenwrestling zu organisieren. 4. In Chicago darf man einem Hund keinen Whiskey zu trinken geben. 3. In Florida darf man von Gesetz wegen seine Kinder nicht verkaufen. 2. In South Carolina muss jeder männliche Kirchengänger eine Waffe mit sich führen, um plötzliche Indianerangriffe abwehren zu können. 1. In Chico, Kalifornien, steht auf das Zünden einer Atombombe innerhalb der Stadtgrenze eine Geldstrafe von 500 Dollar.

Harte Zeiten für Comic-Fans

Weil wir uns in einem Autoblog befinden, richten wir unser Augenmerk jetzt auf Mobilitätsgesetze, die einem zu schaffen machen können. Fangen wir, weil die Quellen unversiegbar sind, wieder in den USA an. In Illinois ist es verboten, etwas vom Rückspiegel herunterhängen zu lassen. Das betrifft auch Glückswürfel oder Lufterfrischer. In Alabama ist das Fahren mit verbundenen Augen verboten. Wer in Oklahoma am Steuer eines Autos sitzt, sollte sich verkneifen, Comics zu lesen, andernfalls könnte er zur Kasse gebeten werden (Bücher ohne Bilder scheinen aber okay zu sein). Es ist nicht bekannt, wie die Gesetzgeber in Tennessee zu der Comic-Frage stehen. Hier aber darf man als Fahrer während der Fahrt nicht schlafen. Und wer seinen Affen mit auf Reisen nimmt, sollte Minnesota meiden. Hier dürfen angeblich keine Gorillas auf dem Rücksitz transportiert werden.

Es liegt doch wohl niemand unter dem Auto?

Aber ich will nicht nur auf Kosten der Amerikaner scherzen. Das Portal "billiger-mietwagen.de" listet auch europäische Gesetze auf, deren Sinn sich vielleicht nicht sofort erschließt. In Dänemark muss man sich beispielsweise vor jeder Fahrt von dem ordnungsgemäßen Zustand von Bremsen, Licht und Lenkung überzeugen. Damit nicht genug. Verpflichtend ist ein Blick unter das Fahrzeug um festzustellen, ob dort eine Person liegt. Ist das der Fall, darf, Überraschung!, der Wagen nicht gestartet werden. Wer im italienischen Eboli das dringende Bedürfnis verspürt, seine Beifahrerin zu küssen, sollte sich vorher überlegen, ob ihm das 500 Euro wert ist. So hoch ist die Strafe für Knutschereien im Auto. Wie gut hat man es da in Deutschland! Da darf man sogar nackt im Fahrzeug sitzen, schreibt "billiger-mietwagen.de", weil das Auto als privater Bereich gilt. Wehe aber, der Nackedei steigt aus. Dann werden 40 Euro Geldstrafe fällig (und ich dachte immer, einem Nackten könnte man nicht in die Tasche greifen).

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Ernstgemeinte Warnung

Zum Schluss aber eine ernstgemeinte Warnung (nein, wirklich jetzt!): In Russland gibt es angeblich ein Gesetz, das es unter Androhung einer 200-Euro-Strafe verbietet, ein verschmutztes Auto zu fahren. So weit, so schlecht. Was aber unter verschmutzt zu verstehen ist, entscheidet der Polizeibeamte ganz allein. Und wer schon einmal in Russland unterwegs war, weiß, dass das nichts Gutes bedeutet. Nicht umsonst hat dort fast jeder Verkehrsteilnehmer eine Dashcam installiert, auch um illegales Verhalten von Ordnungshütern zu dokumentieren.