Post-Vac- und Long-Covid-Patienten haben ähnliche Symptome

aus Coronavirus-Pandemie

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Nach der Impfung haben manche Menschen ähnliche Symptome wie bei Long Covid.

Bernhard Schieffer behandelt Patienten, die an Symptomen nach der Corona-Impfung leiden. Er spricht von einer Systementzündung durch das Virus, deren Spätfolgen und Risikogruppen.

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Herr Professor Schieffer, in der Öffentlichkeit hat man ja das Gefühl, dass Corona jetzt kein Problem mehr ist. Welches Fazit können Sie nach mehr als einem Jahr Long-Covid- und fast einem Jahr Post-Vac-Sprechstunde ziehen?

Das Fazit nach einem Jahr ist – ohne, dass ich irgendjemandem die Laune verderben möchte: Corona ist weiterhin präsent. Und wir produzieren pro Corona-Infektion im Moment mit einer Wahrscheinlichkeit von zehn bis 15 Prozent Long-Covid-Patienten. Und diese Patienten müssen irgendwo behandelt werden. Das heißt, wir sind aktuell mit unserer Sprechstunde ausgebucht und haben weiterhin knapp 3000 Patienten auf der Warteliste. 

Was sind das für Patienten?

Da sind ganz viele Patienten mit chronischen Erkrankungen dabei, die zusätzlich eine Corona-Infektion gehabt haben, mit entsprechenden Nebenwirkungen. Da sind auch viele Patienten dabei, die ihnen zuvor unbekannte Erkrankungen aus dem autoimmunologischen oder infektiologischen Formenkreis haben. Und bei der Mehrzahl der Patienten scheint das die Symptome ausgelöst zu haben. 

Sie behandeln jetzt also doch mehr Long-Covid-Patienten als Post-Vac-Patienten?

Wir haben letztes Jahr im Frühjahr mit Long Covid angefangen: Wir haben unsere Corona-Patienten von den Intensiv- und von den Normalstationen nachbehandelt, um ein Gefühl für diese Erkrankung zu bekommen. Dann tauchten parallel dazu Patienten auf, die die gleiche Symptomatik hatten wie nach einer Infektion, die aber nur geimpft waren. Eine kurze Zeit lang haben wir sie getrennt angeschaut, haben sie dann aber in einen Topf geworfen – nachdem unsere Grundlagenanalysen gezeigt haben, dass es identisch zu sein scheint. Ich kann im Moment gar nicht ganz genau sagen, wie viel Post-Vac-Patienten wir haben und wie viel Long-Covid-Patienten. Aber wir haben schon noch einen klinischen Schwerpunkt bei der Identifikation von Post-Vac-Patienten.

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Wird Corona als reine Atemwegsinfektion verharmlost? Werden die Langzeitfolgen unterschätzt?

Corona ist keine reine Atemwegsinfektion, es ist eine Systementzündung. Das Virus kann eine Endothelentzündung auslösen, also eine Entzündung im Inneren des Gefäßsystems, die vor allem am Herzen eine große Rolle zu spielen scheint – indem sie Durchblutungsstörungen verursacht. Es kann zu Gerinnungsveränderungen kommen, die zu Thrombosen führen. Das ist im Einzelfall allerdings extrem schwierig nachzuweisen. Wir versuchen daher grundsätzlich unsere Patienten systemisch immunkompetent zu machen, indem wir die Beseitigung des Virus-Proteins aus dem Körper unterstützen.

Was bedeutet das?

Der Prozess einer Immunisierung durchläuft verschiedene Phasen. Es braucht zunächst eine Entzündungsreaktion, um immun zu werden. Nun gibt es aber Fälle, bei denen der Körper mit der Beseitigung der Viruspartikel nicht so gut zurechtkommt, weil er gerade mit etwas anderem beschäftigt ist – zum Beispiel mit einer Epstein-Barr-Virus-Infektion oder eine Herpes-zoster-Infektion, also einer Gürtelrose. Dann kommt es zu einer verlängerten und verzögerten Auseinandersetzung mit dem Coronavirusprotein. Und das führt zu bestimmten immunologischen Prozessen, die wir noch nicht ganz verstanden haben. Das spielt sich aber alles im Gefäßsystem ab – von den Haarspitzen bis in die Zehennägel. Deshalb kommen diese bunten Symptome zustande. Wenn Sie eine Infektion haben, die noch nicht ganz überwunden ist, haben Sie ein Problem, wenn Sie zusätzlich eine Corona-Infektion bekommen.

Also nur bei einer akuten Epstein-Barr-Virus-Infektion, und nicht, weil dieses Virus in einem schlummert?

Wenn die Infektion noch nicht ganz komplett abgeheilt ist, haben Sie ein Problem damit. Im Grundverständnis heißt es: Wenn wir nicht immunkompetent sind, haben wir ein Risiko, an einem Coronavirus längerfristig zu leiden – im Sinne von Long Covid oder nach zwölf Wochen dann auch Post-Covid.

Risiko für Long Covid und Post-Vac: Junge Frauen mit Allergien

Welche Personen gehören außerdem zur Risikogruppe?

Wir wissen, dass die Patienten mit Gefäßerkrankungen ein höheres Risiko haben– dazu zählen Diabetiker und Patienten mit einer Autoimmunerkrankung, einer Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße). Außerdem gehören insbesondere junge Patientinnen mit einer allergischen Prädisposition zur Risikogruppe und beispielsweise einer Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen Laktose oder Gluten. 

Kann es auch sein, dass man es erst bei der zweiten oder dritten Corona-Infektion mit Spätfolgen zutun bekommt?

Ja. Wir werden uns die nächsten Jahrzehnte mit Corona und seinen Mutationen auseinandersetzen müssen. Das heißt, wir brauchen eine Antwort auf Corona.

Ob die Corona-Impfung vor Spätfolgen schützt, ist noch nicht klar

Was wäre denn Ihre Antwort? Schützt die Impfung vor den Spätfolgen?

Die Impfung hilft uns, die dramatischen Verläufe zu reduzieren. Ob sie vor den Spätfolgen schützt, ist bisher nicht erhoben worden. Dazu kann ich im Moment nichts sagen. Es wäre schön, wenn man eindeutig sagen könnte, eine Corona-Impfung reduziert die Wahrscheinlichkeit von Long Covid. Wir empfehlen die Impfung weiterhin – und ich bin ein ganz großer Impfanhänger –, weil wir einfach sehen, dass die Patienten, die nicht geimpft sind, schwerstkrank sind, wenn sie sich plötzlich mit Sars-CoV-2 auseinandersetzen müssen. Und es erwischt jeden von uns. Sie können sich nicht wegsperren, das funktioniert nicht. Früher oder später werden Sie sich damit auseinandersetzen. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Es wäre gut, wenn wir mehr forschen würden, und wir brauchen ein Konzept für eine regionale Versorgungsstruktur. Mein Wunsch an die Landespolitik wäre, dass wir klare Strukturen schaffen: dass die Patienten feste Anlaufstellen haben – und hier braucht es sektorverzahnende Strukturen. Und es ist wichtig, universitäre Zentren zu schaffen, die sich mit Long Covid klinisch und wissenschaftlich befassen, weil uns dieses Thema dauerhaft beschäftigen wird. Dazu braucht es weiterhin von Bundesseite her ganz gezielte Forschungsförderung, die uns auch hier vor Ort zugutekommt. 

Post-Vac halte ich für ein Phänomen, das mit modifizierten Impfstoffen immer weniger auftreten wird. Aber ich halte es für extrem wichtig, dass wir verstehen, worum es geht und wie es behandelbar wird. 

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