SPD bleibt vorn in Rheinland-Pfalz - CDU auf historischem Tief

Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit ihrem Ehemann Klaus Jensen und Regierungssprecherin Andrea Bähner am Wahlabend vor der Staatskanzlei. Foto: Sascha Kopp

Die SPD um Malu Dreyer bleibt nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stärkste Kraft, sie will weiter mit der Ampelkoalition regieren. Die CDU schnitt unerwartet schwach ab.

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MAINZ. Die SPD um Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz der jüngsten Hochrechnung zufolge als klare Siegerin hervorgegangen. Für die CDU und ihren Spitzenkandidat Christian Baldauf läuft es auf das bisher schlechteste Ergebnis hinaus. Damit könnte die seit 2016 regierende Ampel-Koalition der Sozialdemokraten mit FDP und Grünen weitermachen - und erste Aussagen deuten auch darauf hin.

Von der Übersicht im Bundesland bis auf die Gemeindeebene finden Sie hier in interaktiven Grafiken die ständig aktualisierten Ergebnisse der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.

Hoffnung auf den erstmaligen Einzug in den Mainzer Landtag können sich die Freien Wähler machen - mit ihnen wären dort künftig sechs Parteien vertreten.

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Nach der Hochrechnung des SWR von 21.44 Uhr lag die SPD bei 36,1 Prozent (minus 0,1 Punkte), die CDU bei 26,5 Prozent (minus 5,3 Punkte), die Grünen bei 9,3 Prozent (plus 4,0 Punkte), die AfD bei 8,6 Prozent (minus 4 Punkte), die FDP bei 5,6 Prozent (minus 0,6 Punkte) und die Freien Wähler bei 5,3 Prozent (plus 3,1 Prozent) der Stimmen.

Dreyer kündigte baldige Gespräche zur Neuauflage der Ampel-Koalition an. "Es ist völlig klar, dass ich mich sehr schnell mit meinen Parteivorsitzenden und den Kollegen der Parteien dann zusammensetzen werde um zu klären, wie wir in Zukunft zusammenregieren wollen", sagte Dreyer am Sonntag in Mainz. Sie habe bereits vor der Wahl gesagt, dass die Ampel-Koalition sehr gut miteinander gearbeitet habe und dass sie sich eine Fortsetzung wünsche, wenn es die Wahlergebnisse möglich machen.

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CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf hat schnelle persönliche Konsequenzen nach der Wahlniederlage ausgeschlossen. "Personell werden wir zunächst mal nichts verändern", sagte Baldauf. Eine inhaltliche Analyse gebe es natürlich. "Wir müssen sehen, warum das so kam. Das wird sauber, ordentlich aufgearbeitet", fügte Baldauf an. Ob er künftig den Posten des Fraktionschefs anstrebe, ließ der 53-Jährige offen. Man habe für die kommenden Tage einen "normalen Fahrplan".

Chefredakteur Friedrich Roeingh kommentiert den Wahlausgang.  Foto wew
Chefredakteur Friedrich Roeingh kommentiert den Wahlausgang. (© Foto wew)

Grüne mit stärkstem Ergebnis im Land

Die grüne Spitzenkandidatin Anne Spiegel sprach von einem "fulminanten Auftakt in ein Superwahljahr". "Wir Grünen sind diejenigen, die in der Regierung am stärksten zugelegt haben und für uns ist das ein klarer Regierungsauftrag für konsequenten Klimaschutz", sagte die Familien- und Umweltministerin am Sonntag in Mainz. "Genau das wollen wir auch in einer kommenden Regierung dann umsetzen."

Nachrichten über den Verlauf der Wahl am Sonntag finden Sie hier.

In der Fachhochschule Mainz wird am Wahltag abgestimmt.  Foto: Sascha Kopp / VRM Bild
In der Fachhochschule Mainz wird am Wahltag abgestimmt. (© Sascha Kopp / VRM Bild)

Auch AfD mit Verlusten

Die AfD sieht ihr Ziel bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz erreicht. "Wir sind überhaupt nicht enttäuscht, wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis", sagte der Landesvorsitzende Michael Frisch am Sonntag in Mainz. Die AfD habe "unter außerordentlich schwierigen Rahmenbedingungen gekämpft", sagte er. Nicht nur wegen Corona. Die AfD sei "ausgegrenzt und diffamiert" worden.

FDP-Generalsekretär Volker Wissing will für seine Partei mit Blick auf die Bundestagswahl alle Optionen offenhalten. Weder sei eine Ampel mit Grünen und SPD eine "Blaupause" für den Bund, noch die CDU allein möglicher Partner, sagte Wissing am Sonntag in der ZDF-Sendung "Die Berliner Runde". "Natürlich gibt es Schnittmengen mit der Union, aber es ist nicht so, dass nur die Zusammenarbeit zwischen der Union und der FDP möglich ist", sagte Wissing, der auch Landesvorsitzender der FDP und Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz ist.

Die Freien Wähler zeigten sich erfreut über den vermutlichen erstmaligen Einzug in den Landtag in Mainz. "Das, was wir uns vorgenommen haben, in den Landtag zu kommen, ist erreicht. Ein gutes Pferd springt knapp, sagt man im Reitsport", meinte Spitzenkandidat Joachim Streit am Sonntag in Mainz. Streit sagte, er sehe das Wahlergebnis als Bestätigung der Ampelkoalition. Man wolle die nächsten fünf Jahre nutzen, um die Freien Wähler als Partei auszubauen.

Von unseren Reportern und dpa