Für CDU-Vorsitz in Rheinland-Pfalz gibt es zwei Nominierte

Christian Baldauf. Archivfoto: Harald Kaster

Neben dem Fraktionsvorsitzenden Christian Baldauf wird auch ein Bewerber aus Rheinhessen ins Rennen um die Nachfolge von Julia Klöckner geschickt.

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MAINZ. Christian Baldauf hat einen Konkurrenten um das Amt des CDU-Landesvorsitzenden. Andreas Kettern heißt er und stammt aus Guntersblum im_Landkreis Mainz-Bingen. Der 68-Jährige ist auf Landesebene noch ein unbeschriebenes Blatt. Kettern ist pensionierter Grund- und Hauptschullehrer. Zuletzt war er an der Realschule plus in Nierstein tätig. Er ist Zweiter Vorsitzender der CDU Guntersblum. Nominiert wurde er vom Gemeindeverband Rhein-Selz.

Um Mitternacht lief am Montag die Frist für Nominierungen ab. Wie CDU-Generalsekretär Jan Zimmer am Dienstag mitteilte, sind zwei Kandidaten nominiert worden: Der aktuelle Fraktionsvorsitzende der CDU im rheinland-pfälzischen Landtag, Christian Baldauf, und Andreas Kettern. Julia Klöckner tritt nach mehr als zehn Jahren Amtszeit nicht mehr an. Christian Baldauf geht erneut für den Parteivorsitz im Land ins Rennen. Der Jurist aus Frankenthal führt seit 2018 die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag an. Landesvorsitzender war er bereits von 2006 bis 2010. 2021 trat er als Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl an. Baldauf genießt für seine Nominierung breite Unterstützung; er wurde laut Zimmer vom Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz und insgesamt sechs Kreisverbänden nominiert.

Kandidaten stellen sich vor

Der Nominierungsphase wird sich nun eine Vorstellungsphase anschließen. „Wir wollen den Kandidaten in den kommenden Wochen vor allem mit digitalen Formaten die Möglichkeit geben, sich den Parteimitgliedern zu präsentieren“, kündigte Zimmer an. „In einer dritten Stufe werden wir die Mitglieder bei der Entscheidung beteiligen.“ Rechtlich bindend werde dann die Entscheidung des Landesparteitags am 26. März in Wittlich sein.

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Christian Baldauf kündigte am Dienstagnachmittag vor Medienvertretern in Mainz an, am kommenden Montag seine Kandidaten für das Vorstandsteam präsentieren zu wollen. Er selbst sehe sich als Teammanager, der den Erneuerungsprozess zusammen mit diesem Team und der Parteibasis vorantreibe. „Dies wird eine Mammutaufgabe, die an der ein oder anderen Stelle wehtun kann, weil wir alte Strukturen abstreifen müssen“, unterstrich der Frankenthaler.

Er setze darauf, dass die Erneuerung der CDU, von der Basis her komme. „Wir müssen künftig unsere Mitglieder besser als bisher mitnehmen, damit sie neuen Spaß an der Parteiarbeit haben und gerne in der CDU sind“, sagte Baldauf. Wie genau die Einbindung der Mitglieder bei der Wahl des neuen Landesvorsitzenden ablaufen soll, darüber entscheidet eine Steuerungsgruppe. Aus der habe er sich wegen seiner Kandidatur zurückgezogen.

Die Aufgabe des neuen Vorstands sei es in den nächsten zwei Jahren, die Partei fitzumachen für die Kommunal- und Europawahl. Was danach komme, ließ Baldauf offen, auch ob er 2026 die CDU nochmals als Spitzenkandidat in die Landtagswahl führen wird. Andreas Kettern sagte zur Deutschen Presseagentur, dass nach der Niederlage bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr viel von schonungsloser Analyse und Erneuerung gesprochen worden sei. „Da vermisse ich einiges.“ Wenn er die Veränderung wolle, müsse er auch bereit sein, selbst aktiv daran mitzuwirken – und „eine Position anzustreben, in der man tatsächlich etwas bewirken kann“, nannte der 68-Jährige seine Beweggründe zu kandidieren.