Dreyer: Kliniken gut auf zweite Corona-Welle vorbereitet

aus Coronavirus-Pandemie

Thema folgen
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Foto: Sascha Kopp

Die Zahl der Covid-19-Patienten liegt über der Höchstmarke im Frühjahr, doch die Ausgangslage ist eine andere: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin zur aktuellen Situation.

Anzeige

MAINZ. Die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz sind nach Angaben von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit zusätzlichen Pflegekräften und Intensivbetten auf die zweite Welle von Covid-19-Patienten "gut vorbereitet und gewappnet". Das Land sei in einer anderen Situation als zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr, "weil die Zeit genutzt wurde", sagte Dreyer am Mittwoch in Mainz.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, unterstützte ausdrücklich den in der vergangenen Woche beschlossenen Teil-Lockdown zur Eindämmung der Pandemie. "Der ist auch mit Blick auf die Krankenhäuser bitter notwendig", sagte er. Man könne aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens schon jetzt davon ausgehen, dass es Ende November deutschlandweit rund 6000 Intensivpatienten mit einer Covid-19-Erkrankung geben werde. Wahrscheinlich schon an diesem Donnerstag werde in Deutschland ein neuer Spitzenwert erreicht.

28,7 Millionen Euro für Intensivbeatmungsgeräte

Die Zahl der Intensivpatienten folge mit einer Verzögerung von etwa zwei bis drei Wochen den Infektionszahlen, erklärte Gaß. Allerdings müssten vier von fünf Covid-Patienten, die in den Krankenhäusern behandelt werden, nicht auf Intensivstationen untergebracht werden.

Anzeige

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) verfügt Rheinland-Pfalz aktuell über 1631 Intensivbetten. 501 Intensivbetten seien als frei gemeldet und stünden zur sofortigen intensivmedizinischen Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung. "478 Intensivbeatmungsgeräte wurden bereits ausgeliefert. 33 weitere kommen bis Ende des Jahres dazu", sagte sie. Allein dafür habe das Land 28,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Hier sehen Sie den Zusammenschnitt der Pressekonferenz:

Auch personell hätten die Krankenhäuser im Bereich Intensivpflege aufgerüstet, fügte die Ministerin hinzu. Bei Qualifizierungskursen und Fortbildungen der Pflegegesellschaft seien über 2100 Pflegefachkräfte in der Intensivpflege geschult worden, zudem würden aktuell weitere 1500 Fortbildungen angeboten. Über einen Pool der Pflegekammer stünden den Krankenhäusern zusätzliche Pflegekräfte zur Unterstützung bereit - aktuell rund 500.

„Pandemie zu besiegen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

"Die zweite Welle ist da", sagte Bätzing-Lichtenthäler. Am Mittwoch sei die Gesamtzahl der Infizierten in dem Land seit Beginn der Pandemie erstmals über die Marke von 10.000 gestiegen. Die Ministerin bekräftigte ihre Forderung an den Bund nach Wiedereinführung der sogenannten Freihaltepauschale, mit der Krankenhäuser finanziell entschädigt werden, wenn sie vorsorglich wieder mehr Betten für die Behandlung von Covid-19-Patienten reservieren und nicht zwingend medizinisch notwendige Eingriffe verschieben.

Anzeige

Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, lobte die regionale und deutschlandweite Zusammenarbeit der Krankenhäuser in Netzwerken, die eine Überlastung einzelner Kliniken verhindere. "Eine Pandemie wird nicht in Krankenhäusern besiegt. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", betonte er. Deshalb zähle das Verhalten jedes Einzelnen.

Von dpa