Fußball ohne Polizei – es wäre schön

Bilder wie dieses sorgen nicht nur in Darmstadt derzeit für ordentlich politischen Zündstoff. Auch die Spielverlegungen anlässlich des 1. Mais ruft den Unmut der Fußballfans hervor. Archivfoto: dpa

Es ist toll, wenn Fans positive Emotionen auslösen. Leider ist das mittlerweile im Fußball eher unüblich.

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. Von Bardo Rudolf

Als am 13. März ein Zuschauer während des Spiels Borussia Dortmund gegen Mainz 05 verstarb, haben die Anhänger beider Klubs im Stadion gezeigt, wie sensibel Fußball-Fans reagieren können. Die Angehörigen des Verstorbenen hat dies enorm beeindruckt, weshalb sie sich nun auf Facebook bei allen damals anwesenden Personen bedankten: „Eure echte Anteilnahme (...) hat uns sprachlos gemacht und gleichzeitig Trost und Kraft gegeben. (...) Wir bekommen heute noch Gänsehaut bei den Aufzeichnungen des Spiels, wo in der 87. Minute 81.359 Menschen gemeinsam ’you’ll never walk alone’ angestimmt haben, um unseren geliebten Vater und Ehemann die letzte Ehre (...) zu erweisen.“

Es ist toll, wenn Fußball-Anhänger solche Emotionen auslösen – gerade in einer Woche, in der einige von ihnen Negativschlagzeilen geschrieben haben. Fans der Frankfurter Eintracht randalierten an Bahnhöfen in Eltville und Biebrich vor anderthalb Wochen oder nun in der Darmstädter Innenstadt. Anhänger des 1. FC Kaiserslautern beleidigten einen ehemaligen Spieler von ihnen während einer Partie übel. Im Laufe einer Saison findet man bei nahezu allen Vereinen solche Meldungen, ausgelöst von Minderheiten, die dem Image des gesamten Fußballs schaden.

Nun gibt es am kommenden Spieltag eine direkte Folge dieses Verhaltens. Groß war der Aufschrei insbesondere bei den Anhängern der betroffenen Vereine VfB Stuttgart und Werder Bremen, dass ihre Partie an einem Montagabend ausgetragen wird. Normalerweise hätten zwei Begegnungen des 32. Spieltags am Sonntag stattgefunden. Dieser ist der 1. Mai, und an diesem Datum hat die Polizei wegen der traditionell krawallgefährdeten Mai-Demonstrationen keine Kapazitäten, um sich um Fußball-Spiele zu kümmern. Würden sich nun alle Anhänger so benehmen, wie es die meisten tun und wie es auch bei anderen Sportarten üblich ist, nämlich ohne Aggressionen und in einem sportlich fairen Miteinander mit den gegnerischen Fans, müsste sich die Polizei grundsätzlich nicht um Fußball-Spiele kümmern. Und die Bundesliga hätte am Sonntag, 1. Mai, statt am Montag gespielt. Dass Anhänger gemeinsam so viel Positives bewirken können, haben sie doch am 13. März in Dortmund bewiesen.