Ermittler sehen Razzia gegen Drogenszene als massiven Erfolg

Polizeibeamte stellen eine Verteilersteckdose sicher. Foto: Jens Etzelsberger

Die Ermittler von Europol berichten über Festnahmen nach einer groß angelegten Razzia gegen die Drogenszene in Deutschland und Europa.

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WIESBADEN/DEN HAAG/SYDNEY. Die Operation gegen die Drogenszene war nach Angaben von Europol einzigartig. Allein in Deutschland durchsuchten die Ermittler über 100 Objekte. Nun werden Details mitgeteilt.

Ermittler in Den Haag und in Hessen wollen am Dienstag in einer Pressekonferenz und "schriftlich" über die Ergebnisse einer internationalen Razzia gegen die Drogenszene berichten. Dabei geht es um die festgenommenen Personen und die Hintergründe der großangelegten Ermittlungen gegen die Rauschgiftkriminalität.

über 100 Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräumen durchsucht

Allein in Deutschland hatten die Einsatzkräfte der Polizei am Montag über 100 Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräumen durchsucht. Der Schwerpunkt der Ermittlungen in Deutschland lag in Hessen. Das hessische Landeskriminalamt (LKA) berichtet von Festnahmen, nannte aber ansonsten noch keine Details.

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Verschlüsselte Kommunikation geknackt

Ausgangspunkt für die weltweiten Razzien war nach Angaben des LKA die Auswertung von verschlüsselter, internetbasierter Kommunikation durch Spezialisten der Polizei. Die Kriminellen hatten so ihre illegalen Geschäfte betrieben. Die Ermittler sprachen von einem sogenannten Krypto-Netzwerk, das international genutzt worden sei.

Durchsuchungen auch außerhalb Europas

Durchsuchungen hatte es sowohl in Europa unter der Koordination von Europol als auch außerhalb Europas gegeben. An der Pressekonferenz in Den Haag werden daher Vertreter von Europol, dem amerikanischen FBI sowie der Polizei aus den Niederlanden, Schweden und Australien teilnehmen.

Nach Angaben der australischen Bundespolizei AFP gab es in dem Land bisher mehr als 200 Festnahmen. Rund 3,7 Tonnen Drogen, Mehr als 100 Waffen und 45 Millionen australische Dollar (etwa 22 Millionen Euro) in bar seien beschlagnahmt worden. Die Ermittlungen, bei denen die Kommunikation zwischen Mitgliedern der organisierten Kriminalität in Zusammenarbeit mit dem FBI überwacht wurde, dauerten demnach seit rund drei Jahren. Auch in Neuseeland wurden den dortigen Behörden zufolge 35 Menschen festgenommen.

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Die Ermittlungsergebnisse für Deutschland sollen laut LKA nicht auf einer Pressekonferenz, sondern schriftlich mitgeteilt werden. Die hessische Kriminalbehörde ist federführend bei den Ermittlungen in Deutschland.

Von Bernd Glebe