Breidenbachs Woche: Trio - Lass mich rein, lass mich raus

Rudolf Scharping, ehemaliger Verteidigungsminister, und Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, begrüßen sich auf der MS Havel Queen vor dem Ablegen zur Spargelfahrt des Seeheimer Kreises auf dem Wannsee. Foto: dpa

Es gibt auch gute Nachrichten von der SPD. Bei ihrer Ausflugsfahrt auf dem Wannsee ist niemand ertrunken. So heißt es zumindest bislang.

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. Die SPD hat sich bei ihrer traditionellen Spargelfahrt auf dem Wannsee vergnügt. Scheint so, dass manche was zu Feiern haben. Alter deutscher Schlagertext: „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein//und dann nischt wie raus nach Wannsee“. Erwartungen, Manuela Schwesig, von ganz bösen Zungen „Küsten-Barbie“ genannt, werde am Bug des Wannsee-Dampfers auf „Titanic“ machen und sich, wie im berühmten Film Kate Winslet, von der Rückseite her von Leonardo DiCaprio, der im Film später stirbt, umfangen lassen, scheiterten vermutlich nur daran, dass Leonardo DiCaprio bei der Spargelfahrt nicht dabei war.

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Laut böser Zungen weigerte sich der bei der Spargelfahrt, kein Scherz, anwesende Rudolf Scharping, den Part von Leonardo DiCaprio zu übernehmen. Sein Argument: „Nochmal lasse ich mich nicht nass machen.“ Vor rund 20 Jahren hatte Scharping, damals Verteidigungsminister, mit seiner späteren, mittlerweile wieder von ihm geschiedenen Ehefrau Gräfin Pilati auf Malle im Pool geplanscht, während seinen Soldaten in Mazedonien das Wasser bis zum Hals stand. Daraufhin ließ Kanzler Schröder Scharping, der sich den Spitznamen „Bin Baden“ einfing, als Minister über die Wupper gehen. Wannsee oder Wupper, egal, Hauptsache Willy-Brandt-Haus. Wieder mal hängt alles mit allem zusammen.

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Wobei „Spargel“ das richtige Stichwort für die SPD ist. Wir lesen bei Wikipedia: „In China wurden Spargelpflanzen schon vor 5 000 Jahren gegen Husten, Blasenprobleme und Geschwüre verordnet.“ Und, im Ernst: „In Trier wurde 1994 ein bleiernes Preisschild für Spargel aus dem 2. Jahrhundert gefunden.“ Das lässt aufhorchen, in Trier wohnt Malu Dreyer. Angeblich gibt es auch Quellen, die besagen, auf dem bleiernen Schild hätten keine Spargelpreise gestanden, sondern: „Nahles muss weg.“

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Kommissarisch – Falco: Alles klar, Herr Kommissar – leidet.. Pardon, leitet ein Trio die SPD: Malu Dreyer, Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel. Wenn man unbedingt will, kann man es für ein gutes Omen halten, dass die Band „Trio“, die es Anfang der 80er Jahre gab, der „Neuen Deutschen Welle“ zugeordnet wird. Die Band Trio bestand allerdings aus drei Männern. Für die SPD hätte Malu das niemals zugelassen. Gutes Omen laut Wiki: Die musikalische Grundhaltung der Band Trio sei im Gegensatz zu anderen Bands der Neuen Deutschen Welle nicht dem Dilettantismus verpflichtet gewesen. Na dann.

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Weltberühmt von der Band Trio: „Da Da Da, ich lieb dich nicht du liebst mich nicht, aha aha aha“. Als hätte die Band Trio das Nahles-Drama vorausgesehen. Intellektuell noch anspruchsvoller der Titel: „Anna, Anna, oh Anna//lass mich rein, lass mich raus“. Dass öffnet Interpretationsräume. Sollte sich das SPD-Trio letzteren Text zu eigen machen, heißt das: Es ist die Aufforderung an die künftige Grünen-Bundeskanzlerin Annalena – „Anna“ – Baerbock, die SPD in eine grün-rote Koalition hinein-, aber notfalls auch wieder ganz schnell rauszulassen. Wir leben ja in wahnsinnig schnellen Zeiten. Wir lesen in allen Zeitungen, der Schauspieler Nicolas Cage habe nach vier Tagen die Annullierung seiner Ehe mit Erika Koika Clark beantragt. Vielleicht hat er nach vier Tagen gemerkt, dass sie nicht kochen kann oder sonst irgendwas Wichtiges überhaupt nicht kann. In Relation dazu hält die deutsche GroKo schon ewig.