In der Pony-Outdoor-Reitschule für Kinder in Kloppenheim...

Nach der Anfängerreitstunde nimmt Lana dem Pony Juri mit Unterstützung von Sibylle Fillbach die Trense ab. Angst hat sie keine: Juri ist schließlich so groß wie sie.Foto: Beate Rasch  Foto: Beate Rasch

In Kloppenheim gibt es ein neues Ponyparadies: Nach einem Vorlauf im Herbst 2016 öffnete die Pony-Outdoor-Reitschule für Kinder ab fünf Jahren am 1. März 2017. Die...

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KLOPPENHEIM. In Kloppenheim gibt es ein neues Ponyparadies: Nach einem Vorlauf im Herbst 2016 öffnete die Pony-Outdoor-Reitschule für Kinder ab fünf Jahren am 1. März 2017. Die Inhaberin Sibylle Fillbach, selbst ausgebildete Bereiterin, will Kindern auf möglichst natürliche und spielerische Weise den Reitsport nahebringen. Und ist immer wieder begeistert, wenn sie sieht, wie die Kids ihre Ängste ablegen, sicherer im Umgang mit den Ponys werden und sich gegenseitig helfen.

Von Beate Rasch

Die fünfjährige Lara aus Biebrich freut sich schon die ganze Woche auf Freitagnachmittag. Dann fährt ihre Mutter Sandra sie nach Kloppenheim in die Kinderreitschule von Sibylle Fillbach. „Schon auf der Fahrt überlegt meine Tochter die ganze Zeit, auf welchem Pony sie heute reiten möchte“, erzählt sie. Lara liebt Pferde ebenso wie ihre Mutter, die selbst nie reiten gelernt hat und ihrer Tochter dieses Hobby deshalb ermöglichen möchte.

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Richtig eingeführt

Das Schöne an dieser Reitschule sei, dass die Kinder nicht nur auf die Ponys gesetzt und herumgeführt würden, findet Sandra. „Sie werden richtig in den Reitsport beziehungsweise in den Umgang mit den Tieren eingeführt. Weil sie praktisch nicht größer als die Ponys sind, dürfen und können sie von A bis Z alles machen, zum Beispiel das Pony putzen, die Trense anlegen und die Hufe auskratzen.“ Das merkt man auch an der sechsjährigen Lana, die nach der Reitstunde für Anfänger ganz selbstverständlich und mit der Unterstützung von Fillbach beginnt, das kleine Pony Juri abzusatteln.

Die Mutter bearbeitet

Die Idee, eine etwas andere Reitschule zu betreiben, spukte schon lange in Fillbachs Kopf herum. Ihre Leidenschaft für Pferde entdeckte die 52-Jährige bereits als Kind. „Ein Mann aus Bad Schwalbach, wo wir damals wohnten, hatte eine Stute mit ihrem Fohlen auf der Weide. Ich bin immer wieder dort hingegangen, durfte sie dann auch mal füttern und auf der Stute sitzen. Das hat mich nicht mehr losgelassen.“ Sie bearbeitete ihre Mutter schließlich solange, bis sie Reitunterricht nehmen durfte. Später machte sie eine Ausbildung zur Bereiterin und betrieb ein eigenes Reitsportgeschäft, das sie 1999 – mit der Geburt ihres zweiten Kindes – aufgab. Die Möglichkeit, den Traum einer eigenen Reitschule zu verwirklichen, rückte in greifbare Nähe, als sie die Besitzerin von vier freundlichen Ponys kennenlernte: Juri, Sid, Pan und Panchodie, auf denen die Kinder heute reiten.

Maddox ist das neue

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Mit zum Team gehören auch Hund Kiara und das alte Pony Hanna sowie zwei „Holz-Ponys“, an denen die Kinder das Trensen, Satteln, Aufsteigen und Voltigieren lernen können.

Neu ist das größere Pony Maddox, damit die momentane Altersgrenze der Kinderreitschule (zehn bis 11 Jahre) noch nach oben geöffnet werden kann.

Fillbachs Pony-Paradies ist eine Outdoor-Reitschule, wodurch eine gewisse Wetter- und Bodenabhängigkeit gegeben ist. Das sei aber kein Problem, sagt sie. „Wenn es zu sehr staubt, lasse ich den Boden wässern oder wir gehen einfach ins Gelände. Und wenn das Wetter ganz schlimm ist, sind wir unter dem Dach und machen mehr Theorie oder die Kinder üben an den Holz-Ponys.“ Zu den Angeboten zählen unter anderem fortlaufende Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, in die auch Ausritte und Sitzübungen an der Lounge mit eingebunden sind, sowie geführte Ausritte an jedem zweiten Samstag im Monat (ohne Mindestalter, da mit Begleitperson) und einwöchige Reitkurse in den Sommer-, Herbst- und Osterferien.

Fillbach ist es wichtig, dass jedes Kind im Rahmen seiner persönlichen Interessen und Fähigkeiten gefördert werden kann. Da sich Stürze nicht immer vermeiden lassen, liegt ein wichtiger Schwerpunkt auf Koordinations-, Fall- und Abrollübungen, die irgendwann unbewusst abgerufen werden können. „Als ich mit Acht reiten lernen wollte, hat es mir mein Vater zur Auflage gemacht, dass ich wegen der Fallübungen zum Judo gehe. Davon profitiere ich heute noch.“