Brand in Kloppenheim: Bauaufsicht war im Juli vor Ort

Brandstelle: Am Dienstag hat es auf dem verwahrlosten Gelände ein Feuer gegeben. Das eingezäunte Areal liegt am Ortsrand von Kloppenheim. Im Hintergrund ist Heßloch zu erkennen.  Foto: Lukas Görlach

Es sei keine Gefahr im Verzug gewesen, heißt es aus dem Wiesbadener Amt. Die Gemengelage und Eigentumsverhältnisse seien allerdings kompliziert.

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KLOPPENHEIM. Von dem am Dienstag abgebrannten verwahrlosten Grundstück am Ortsrand von Kloppenheim sei vorher „keine Gefahr für Passanten“ ausgegangen. Das teilt die Bauaufsicht auf Anfrage mit. Vertreter des städtischen Amtes seien jedoch wegen der baulichen Anlagen – Verschläge und Lagerhallen, die teils ungenehmigt errichtet wurden – eingeschritten. Das Verfahren laufe derzeit noch, gestalte sich aber wegen der Gemengelage schwierig. So seien etwa die Eigentumsverhältnisse komplex.

Nach dem Brand auf der Fläche war im Vorort Kritik an der Bauaufsicht hochgekocht. Vertreter des städtischen Amts hätten schon viel früher tätig werden müssen. Denn dass auf dem Areal jede Menge Unrat unsachgemäß gelagert wurde, Landmaschinen und stillgelegte Fahrzeuge vor sich hin rotteten, sei der Stadt bekannt gewesen. Das Umweltamt sah keine Gefahr im Verzug, obwohl das Grundstück im Landschaftsschutzgebiet liegt. Es reichte den Fall an die Bauaufsicht weiter.

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Eigentümer plante Verkauf

Die „baulichen Anlagen“ seien zumindest teilweise „aufgrund der früheren privilegierten Nutzung“ baurechtlich genehmigt oder bestandsgeschützt. Es werde geprüft, ob das weiter gelte, weil das Areal nicht landwirtschaftlich genutzt wurde, so die Bauaufsicht. Das Grundstück sei ausreichend gegen den Zugang durch Unbefugte gesichert. Zuletzt habe am 15. Juli ein Ortstermin stattgefunden, „bei dem sich die Bauaufsicht versichern konnte, dass keine Gefahr im Verzug ist“. An diesem Termin hätten Vertreter des Umweltamtes teilgenommen.

Reichlich Unrat lagert auf dem Grundstück. Nach Ansicht der Bauaufsicht sei aber „keine Gefahr im Verzug“ gewesen.         Foto: Olaf Streubig
Reichlich Unrat lagert auf dem Grundstück. Nach Ansicht der Bauaufsicht sei aber „keine Gefahr im Verzug“ gewesen. (© Olaf Streubig)

Die Eigentümer, die Söhne des früheren Schäfers, planten den Verkauf des Grundstücks. Es solle weiter landwirtschaftlich genutzt werden. Die Bauaufsicht habe sich bemüht, mit dem Anwalt eines der Eigentümer eine einvernehmliche Lösung für das Räumen der Anlagen und Gerätschaften auf dem Grundstück zu finden, die nicht dem landwirtschaftlichen Betrieb dienen. Dazu habe er sich bereit erklärt. Jetzt allerdings geht es auch um die verkohlten Überreste etwa von alten Wohnwagen, Autoreifen und Plastikplanen.