Fußball, Fotografie und Musik – Udo Parker aus Biebrich ist...

Udo Parker ist fester Bestandteil des FuPa-Fotografenteams, der Fußballplattform des Wiesbadener Kurier, und mittlerweile als Fußballfotograf bekannter als als Musiker. Foto: Inken Paletta

Er verdiente sich sein Studium und die erste Gitarre selbst und brachte sich das Fotografieren bei. Im April tritt er in Biebrich auf und zeigt im Mai seine Fotografien.

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BIEBRICH. Udo Parker ist ein echter Selfmademan, verdiente sich sein Studium und die erste Gitarre selbst und brachte sich das Fotografieren bei. Im April tritt er als Musiker im Kulturklub auf und zeigt im Mai im Blauen Salon seine Fotografien.

Udo Parker ist fester Bestandteil des FuPa-Fotografenteams, der Fußballplattform des Wiesbadener Kurier, und mittlerweile als Fußballfotograf bekannter als als Musiker. Foto: Inken Paletta

Von Inken Paletta

Es ist Samstagnachmittag. Udo Parker, lange Haare, Bart, lässige Kleidung, steht ausgerüstet mit einer Profikamera am Spielfeldrand seines Fußballvereins Biebrich 02. Über den Sucher hat er das Spielfeld und die Spieler stets im Blick. Auf seinem Kopf thront ein Käppi mit dem Schriftzug „Eintracht Frankfurt“, seinem zweitliebsten Fußballclub. Doch der 65-Jährige hat noch mehr Talente. Er ist begnadeter Musiker, engagierter Musiklehrer für Gitarre, E-Gitarre und Ukulele, betreut ehrenamtlich die Website seines Vereins Biebrich 02 und war zehn Jahre lang als Pressereferent im Kreisfußballausschuss Wiesbaden tätig.

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„Angefangen hat meine Passion für den Fußball in dem Haus dort drüben“, erzählt Udo Parker und zeigt nach gegenüber. „Ich bin bei meiner Oma aufgewachsen. Meine Mutter ist mit meinem Stiefvater nach Amerika ausgewandert, da war ich drei Jahre alt. Eigentlich wollten sie mich nachholen.“ Doch Udo Parker blieb Biebrich und seinem Fußballverein treu. „Von meinem Fenster aus konnte ich direkt auf das Spielfeld schauen. Jürgen Grabowski, gebürtiger Biebricher, späterer Spieler bei Eintracht Frankfurt und 1974 Weltmeister mit der Fußballnationalelf, hat mich als zehnjährigen Bub für den Fußball begeistert“, erzählt Parker, der selbst lange Zeit für Biebrich 02 gekickt hat und zwischen 1969 und 1995 zu fast jedem Heimspiel von Eintracht Frankfurt ins Waldstadion und auch zu Auswärtsspielen pilgerte.

„Heute bin ich mehr auf Wiesbadens Fußballplätzen anzutreffen.“ Auf dem Sportplatz entdeckte Parker seine Leidenschaft für die Fotografie. „Angefangen habe ich mit einer kleinen Digitalkamera, die Technik habe ich mir selbst beigebracht und schnell gemerkt, für gute Sportfotos brauche ich eine professionelle Kamera mit lichtstarkem Objektiv.“ Mittlerweile hat sich Udo Parker in Biebrich und über die Stadtteilgrenzen hinweg als Sportfotograf einen Namen gemacht. „Ich glaube mittlerweile bin ich als Sportfotograf sogar bekannter als als Musiker.“ Und dass ihm sein Ehrenamt Spaß macht, merkt man sofort. „Wenn jeder etwas für andere macht, dann wird die Welt ein wenig besser“, ist er überzeugt.

Seine Songs liefen im Radio rauf und runter

Auch als Musiker ist Udo Parker in Wiesbaden und Umgebung bekannt wie ein bunter Hund. Mit 13 Jahren motivierte ihn Jimi Hendrixs Song „Hey Joe“, mit dem Gitarrespielen zu beginnen. „Für eine eigene Gitarre und Unterricht war kein Geld da“, erzählt er. Daher habe er im Krankenhaus Fenster geputzt, um sich eine eigene Gitarre kaufen und Unterricht nehmen zu können. Sein Lehrer auf der Volksschule habe ihn sehr gefördert und motiviert, aufs Gymnasium zu gehen. Am Wiesbadener Konservatorium absolvierte Parker während seiner Schulzeit zudem eine klassische Gitarrenausbildung. Am Moosbacher Berg macht er sein Abitur. Bildung sei ein großer Schritt nach vorn für ihn gewesen. „Eigentlich wollte ich immer Journalismus, Publizistik und Jura studieren“, erzählt er, „aber mein Notenschnitt war zu schlecht. Und so entschied ich mich für Anglistik und Amerikanistik in Mainz.“ Bei Kalle jobbte er im Wechselschichtdienst, um sich sein Studium zu finanzieren. „Meine Begegnung mit dem Rockmusiker Tom Woll setzte schließlich den Grundstein für meine Musikerkarriere, da war ich ungefähr 20“, erzählt Parker. „Tom gab mir Unterricht und fragte mich, ob ich Lust hätte, in seiner Band mitzuspielen.“ Später zupfte Parker Rhythmus-Gitarre bei Big Pete Lancaster, mit dessen Band er ein Jahr lang durch diverse Amiklubs in Süddeutschland tingelte. „Ich glaube, in der Zeit habe ich am meisten gelernt.“ Mit Mitte 30 gründete er mit Stefan Ohnhaus von den Crackers und Porky Kronier die Band Nize Boyz. „Unsere Songs liefen damals im Radio rauf und runter“, erzählt er. „Wir haben als Vorband auch für Musiklegenden wie Rod Steward oder Bryan Adams vor großem Publikum gespielt.“

Parker ist auch Mitgründer der legendären Kurstadtlümmelz. Auch wenn Jazzmusik heute eher eine Nische sei, so habe sein Herz immer für den Jazz geschlagen.

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Seit 30 Jahren ist Udo Parker Dozent für Gitarre und E-Gitarre an der Musikschule in Neu-Isenburg und gibt auch an der Wiesbadener Musikschule Stage Ahead Musikunterricht. Selbst zu unterrichten habe er sich zunächst nicht vorstellen können. „Doch dann habe ich es ausprobiert. Heute möchte ich es nicht mehr missen!“ Schön sei es, dass er als Musiklehrer die Möglichkeit habe, musikalische Talente von Kindern zu fördern. „Wichtig ist es, dass du dich beim Unterricht auf die Schüler und ihre Interessen einstellst. Keinesfalls solltest du Druck beim Lernen ausüben“, meint er. „Stress haben die Kids in der Schule schon genug. Und Musik soll zur Abwechslung einfach mal Spaß machen!“

Besonders freut sich Parker, dass viele Kinder und Erwachsene derzeit Lust haben, Ukulele zu lernen. Er selbst sei fasziniert von dem kleinen Saiteninstrument. „Ukulele lernen ist einfacher als Gitarre und du kannst sehr schnell Fortschritte machen und selbst Stücke begleiten.“

Im Kulturclub Biebrich spielt Udo Parker am Donnerstag, 11. April, 20 Uhr, Folk Pop, Blues und Gesang mit Sheela und Gerd Vogel; die Karten kosten im Vorverkauf 15 Euro, an der Abendkasse 19 Euro. Am 5. Mai beginnt in Achim Exners Blauem Salon die Fotoausstellung „30 Gründe, warum ich Wiesbaden liebe“ mit Fotos und Musik von Udo Parker. Kontakt: Udo Parker, udoparker@gmx.de.