Die Finnin Veera Juusti lebt seit Anfang des Jahres in...

Besonders gefällt Veera Juusti das Biebricher Schloss mit seiner barocken Architektur.Foto: Inken Paletta  Foto: Inken Paletta

Veera Juusti ist Finnin und stammt aus Lappeenranta in Südkarelien an der Grenze zu Russland. Studiert hat sie Geographie an der Universität von Joensuu. Deutsch lernte sie...

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BIEBRICH. Veera Juusti ist Finnin und stammt aus Lappeenranta in Südkarelien an der Grenze zu Russland. Studiert hat sie Geographie an der Universität von Joensuu. Deutsch lernte sie während ihres Erasmus-Jahres in Landau in der Pfalz. Im Februar 2017 kam sie zurück nach Deutschland, aus Edinburgh in Schottland, wo sie eineinhalb Jahre gelebt und für den Windkraftprojektierer ABO Wind aus Wiesbaden gearbeitet hat. Seit Juni diesen Jahres ist Biebrich ihre neue Heimat.

Von Inken Paletta

„Biebrich ist ein kulturell sehr lebendiger und historischer Wiesbadener Vorort mit idyllischer Lage am Rhein“, sagt Veera Juusti. Dort wohnt sie mit ihrem Freund Christian aus Schweden. Beide lieben das Wandern, Reisen und besonders das Radfahren. „Die Lage von Biebrich ist ideal für uns, weil Christian seinen Arbeitsweg nach Heidesheim und ich meinen zu ABO Wind in Wiesbaden bequem mit dem Rad bewältigen kann“, sagt Veera. „Aus Schottland und Skandinavien sind wir es gewöhnt, bei jedem Wetter Rad zu fahren.“ Nur im Winter, wenn die Straßen vereist sind, werden sie auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Veera gefallen besonders die schönen Rad- und Wanderwege entlang des Rheins. „Mit dem Rad bin ich von Biebrich aus schnell am Schiersteiner Hafen mit seinem maritimen Flair. Und auch Eltville mit seiner historischen Burg und dem Rosengarten ist nicht weit weg.“

Ein Pluspunkt für Biebrich sei die gute Anbindung an das Nahverkehrsnetz Wiesbadens und des Rhein-Main-Gebietes. „Mit der Buslinie 4, 14 oder dem Schnellbus 47 gelangt man ruckzuck zum Wiesbadener Hauptbahnhof. Von dort oder vom Biebricher Bahnhof aus bin ich schnell am Frankfurter Flughafen. Über ein verlängertes Wochenende kann ich so öfter meine Familie in Finnland besuchen“, meint Veera.

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Besonders gefällt ihr auch das Biebricher Schloss mit seiner barocken Architektur. „Im Schlosspark gehe ich gerne spazieren. Da lässt es sich so richtig schön entspannen“, schwärmt sie. „Witzig ist auch, dass sich dort grüne Halsbandsittiche angesiedelt haben.“ Veera mag die schönen Fachwerkhäuser im alten Biebricher Ortskern. Und auch das Rheinufer selbst findet sie sehr attraktiv mit seinem Weinstand im Sommer und Wiesbadens bekanntem Eiscafé am Rhein. „Im Sommer an den Wochenenden stehen die Biebricher und Touristen dort Schlange“, erzählt sie belustigt. „Von Biebrich aus kann schöne Schiffstouren auf dem Rhein machen beispielsweise in den Rheingau.“

Biebrich hat ein buntes, kulturelles Angebot. Besonders der Kulturclub Biebrich, findet Veera, hat musikalisch viel zu bieten. Über das Jahr verteilt gibt es aber viele tolle Feste, beispielsweise das Höfefest, im August das Mosburgfest und das Streetfood Festival sowie diverse Flohmärkte auf dem in der Äppelallee. „Highlight ist natürlich das alljährliche Reitturnier an Pfingsten im Biebricher Schlosspark“, sagt Veera. „Das muss ich mir im nächsten Jahr unbedingt mal live ansehen“, meint Veera.

Super findet sie das Kino im Schloss Biebrich, weil dort immer interessante Filme gezeigt werden. Auch hat Biebrich ihrer Meinung nach ein nettes, kleines Stadtzentrum mit guten Einkaufsmöglichkeiten. „Einkaufen ist hier einfach mega entspannt, weil es nicht so einen dichten Verkehr und so viele Leute gibt, wie beispielsweise in Teheran.“ Für ihren Arbeitgeber ist Veera nämlich öfters geschäftlich in der Hauptstadt des Irans unterwegs und vergleicht: „Hier in Biebrich ist alles beschaulicher und das Radfahren ist nicht so gefährlich.“ Wegen der vielen Nationalitäten, die in Biebrich zusammen treffen, habe der Vorort kulinarisch einiges zu bieten. An den Wochenenden eigne sich Biebrich als Startpunkt für Wander- und Radtouren in den Rheingau oder Taunus.

Trotzdem vermisst Veera Finnland, das Schwimmen im See und vor allem die Sauna. „Sauna ist bei uns in Finnland ein Hauptbestandteil unserer Kultur. Wir gehen das ganze Jahr über in die Schwitzstube. Das entschlackt, entspannt und ist gut für den Kreislauf“, erklärt sie. „Und das Schwimmen im glasklaren Seewasser ist herrlich.“ In Wiesbaden würde sie gerne öfter schwimmen oder in die Sauna gehen, aber die Bäderlandschaft findet sie nicht so schön. „Die Freibäder sind mir zu voll und zu laut – ich schwimme im Sommer lieber im Fluss, im Winter dann natürlich im Hallenbad.“

An der Bevölkerung von Biebrich schätzt sie, dass die Menschen dort alle sehr aufgeschlossen sind. „In Biebrich komme ich schnell mit den Einwohnern ins Gespräch. Das ist in Finnland nicht so einfach. Die Finnen sind wortkarg. Sie brauchen meist eine gewisse Anlaufzeit, um Freundschaften zu knüpfen“, meint Veera. Nachbarschaftshilfe, so Veeras Erfahrung, wird in Biebrich großgeschrieben. „Obwohl wir noch gar nicht so lange hier wohnen, haben wir bereits guten Kontakt zu unseren Nachbarn. Der Nachbar gegenüber hat unsere Blumen gegossen, als wir im Urlaub waren.“

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Veera fühlt sich in Biebrich sehr wohl. „Ob Lappeenranta, Landau, Edinburgh oder Biebrich“, jeder Ort auf der Welt hat seinen ganz eigenen Charme“, meint Veera. „Ich jedenfalls freue mich, auf die schöne Zeit hier.“