Sponsoring kommt unter die Lupe

Die Zahlung von Sponsorengeldern für den Ball des Sports durch zwei städtische Gesellschaften hat ein parlamentarisches Nachspiel. Der Beteiligungsausschuss will vom...

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WIESBADEN. Die Zahlung von Sponsorengeldern für den Ball des Sports durch zwei städtische Gesellschaften hat ein parlamentarisches Nachspiel. Der Beteiligungsausschuss will vom Magistrat umfassende Informationen darüber, welche städtischen Gesellschaften oder Beteiligungen in welcher Höhe Sponsorengelder vergeben haben. Zudem will der Ausschuss wissen, welche Gegenleistungen dem gegenüber stehen. Wie berichtet, haben Eswe Versorgung und die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG diese Diskussion ausgelöst, weil sie den Ball des Sports mit je 15 000 Euro unterstützten.

Brisanz hatte dieses Sponsoring bekommen, weil das Parlament zuvor den städtischen Zuschuss von 487 000 auf 387 000 Euro reduziert hatte, wobei OB Sven Gerich (SPD) versprochen hatte, das fehlende Geld durch private Spenden auszugleichen. Kritiker werfen ihm nun vor, als Aussichtsratsvorsitzender von Eswe gleichzeitig Spender und Empfänger zu sein.

Zu eigen gemacht hat sich der Ausschuss bei seinem Beschluss einerseits Teile eines Antrags der AfD, in dem der Magistrat unter anderem gefragt wird, wie er das Sponsoring der beiden Gesellschaften beurteile. Zudem soll mitgeteilt werden, „ob Führungskräfte und Mitarbeiter durch das Sponsoring profitieren“. Weitergehender war ein Antrag von Freien Wählern/Bürgerliste Wiesbaden (FW/BLW). Darin wird ein „Sponsorenregister“ gefordert, in dem alle Sponsoringmaßnahmen inklusive Empfänger, Vertragsgegenstand und Höhe der Zuwendung aufgelistet werden. Die FW/BLW will zudem geprüft haben, ob durch das Sponsoring für den Ball des Sports eine „eventuelle Interessenskollision nach den Sponsoring-Richtlinien des Beteiligungshandbuchs vorliegt“. Diese Richtlinien regeln Sponsoring städtischer Gesellschaften bis ins Detail.

Alexander Winkelmann von der FDP bescheinigte dem AfD-Antrag, einen „richtigen Punkt“ anzusprechen. „Wir stehen zum Ball des Sports, aber wir wollen es transparent“, sagte er. Intransparenz hingegen treibe die Menschen in die Hände der AfD. Die FDP enthielt sich bei beiden Anträgen. Zustimmung gab es hingegen mit Abstrichen von der SPD. „Wir müssen uns unaufgeregt diesen Fragen widmen“, sagte Dennis Volk-Borowski. Bernhard Lorenz (CDU) befürchtet aber, mit einer kompletten Offenlegung des Sponsorings der Stadt zu schaden. Der bessere Weg sei, dass die Aufsichtsräte kritisch nachfragten. Christiane Hinninger warnte davor, „Sponsoring in eine falsche Ecke zu stellen“.

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Von Manfred Knispel