So fiel die Salzbachtalbrücke: Der Ticker zum Nachlesen

Die Salzbachtalbrücke in Trümmern. Am 6. November wurde sie gesprengt. Foto: Lukas Görlach

Die Salzbachtalbrücke ist Geschichte. Und es scheint alles gut gelaufen. Anwohner kommen in ihre Häuser zurück. Jetzt geht´s ans Aufräumen. Unser Ticker zum Nachlesen.

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Im Zuge der Sprengung wurden Straßenabschnitte gesperrt. Hier an der Hüglerstraße.
Im Zuge der Sprengung wurden Straßenabschnitte gesperrt. Hier an der Hüglerstraße.
Noch steht die Brücke, auch wenn sie im Nebel kaum zu erkennen ist.
Der Samstagmorgen ist vernebelt, die Salzbachtalbrücke nur schemenhaft zu erahnen.
Der Samstagmorgen ist vernebelt, die Salzbachtalbrücke nur schemenhaft zu erahnen.
Der Samstagmorgen ist vernebelt, die Salzbachtalbrücke nur schemenhaft zu erahnen.
In der Nähe der Salzbachtalbrücke ist ein Pressecamp eingerichtet.
Schaulustige haben sich am Samstagmorgen eingefunden, um der Sprengung beizuwohnen.
Schaulustige haben sich am Samstagmorgen eingefunden, um der Sprengung beizuwohnen.
Im Pressecamp richten sich alle Blicke auf die Salzbachtalbrücke.
Im Pressecamp richten sich alle Blicke auf die Salzbachtalbrücke.
Eine Brückensprengung ist eine staubige Angelegenheit.
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Wie es nach der Sprengung weitergeht, lesen Sie hier.

16 Uhr: Risse in der Fassade der Hammermühle

„Wir sind einfach erleichtert, nun da die Brücke gesprengt ist“, sagt eine Anwohnerin in der Hüglerstraße. Glücklich ist sie vor alle deswegen, weil an ihrem Haus keine erkennbaren Schäden zu sehen sind. Zumindest auf den ersten Blick. Etwas anders sieht das in der historischen Hammermühle aus. Eigentümer Uli Brandner ist als erster nach der Sprengung durch das 300 Jahre alte Hofgut gegangen. „Ich glaube, die waren vorher noch nicht da. Das muss ich jetzt prüfen und dann einen Gutachter verständigen“, erklärt Brandner.

Die ganze Geschichte lesen Sie hier: Nach der Sprengung: Anwohner trotz Rissen erleichtert

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15 Uhr: Rollenlager soll aus Trümmern geborgen werden

Matthias Achauer, Projektleiter der Autobahn GmbH äußerte sich am Sprengtag auch zu einem Gutachten, dass für Aufregung gesorgt hatte. Darin soll es um die Ursachen der Havarie und damit auch eine Mögliche Antwort auf die Frage gehen, wer Verantwortung für den Brücken-Gau zu tragen hat. Das Gutachten werde zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht, sagte Achauer, vermutlich „im nächsten Vierteljahr“. Ob ein defektes Rollenlager - wie lange angenommen - die Havarie verursacht habe, werde weiterhin untersucht. Das besagte Rollenlager konnte nicht aus der Brücke entfernt werden und soll nun nach der Sprengung geborgen werden. Ob die Projektkosten von 150 Millionen Euro zu halten seien, dazu wollte Achauer keine Prognose abgeben.

14.53 Uhr: Mainzer Straße stadteinwärts wieder geöffnet

Schon kurz nach der Sprengung ist die Mainzer Straße stadteinwärts wieder befahrbar.

Die Mainzer Straße ist nach Sprengung der Salzbachtalbrücke wieder geöffnet. Foto: Domes
Die Mainzer Straße ist nach Sprengung der Salzbachtalbrücke wieder geöffnet. (© Domes)

14.30 Uhr: OB Mende: "Raus aus dem Verkehrsalptraum"

„Das war ein aufregendes Ereignis für die Landeshauptstadt Wiesbaden“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). Es mache sich Erleichterung breit, da alles nach bisherigen Erkenntnissen erfolgreichen verlaufen sei. Dringlicher Wunsch sei es, den Schutt schnellstmöglich zu beseitigen und den Hauptbahnhof noch in diesem Jahr anzubinden. Das sei „der erste Schritt aus dem Verkehrsalptraum herauszukommen“.

Wie es nach der Sprengung weitergeht, lesen Sie hier.

14 Uhr: Klärwerk nicht beschädigt

Die ersten Vermutungen der Wiesbadener Entsorgungsbetriebe (ELW) haben sich bestätigt. „Das Hauptklärwerk ist nicht beschädigt worden und wird gerade aktuell wieder in Betrieb genommen. Offensichtlich sind auch keine Brocken in eine der Becken gefallen“, sagt ELW-Pressesprecher Frank Fischer auf Anfrage dieser Zeitung. Kein Wiesbadener müsse sich demnach Sorgen um sein Abwasser machen. Insgesamt waren 60 Mitarbeiter der ELW im Einsatz, um jegliche Komplikationen zu vermeiden. Am Morgen war das Klärwerk als Vorsichtsmaßnahme gedrosselt worden. „Wir haben uns im Austausch mit der Autobahn GmbH optimal vorbereitet. Alles geht jetzt seinen gewohnten Gang. In ein paar Tagen werden dann noch die Beweissicherungen erfolgen“, so Fischer.

13.20 Uhr: Evakuierung beendet

Gute Nachrichten für die Anwohner: Der Sicherheitsbereich rund um die Salzbachtalbrücke darf wieder betreten werden, teilt die Stadt Wiesbaden jetzt mit. Anwohnerinnen und Anwohner können in ihre Wohnungen zurückkehren. Auch Büros dürfen wieder betreten werden. Sie werden jetzt sicher zu hause genau prüfen, ob irgendwelche Schäden entstanden sind.

Nach der Sprengung ragt ein Teil der Nordbrücke  auf. Foto: dpa
Nach der Sprengung ragt ein Teil der Nordbrücke auf. (© dpa)

13.15 Uhr: Sprengmeister zufrieden

Sprengmeister Eduard Reisch jubelt gut eine Stunde nach der Sprengung und dankt seiner Mannschaft : „Das herausfordernde Sprengobjekt umzusetzen ist nur durch ein tolles Team möglich gewesen.“ Er sagt zugfrieden und mit einem Augenzwinkern: „Ich habe vier Stunden gut geschlafen. Das langt, um ausgeruht zu sein. Napoleon hat auch nur fünf Stunden geschlafen.“ Obgleich das Projekt eine große Herausforderung gewesen sei, sagt Reisch: „Respekt ja, aber Angst nein. Wenn man seine Hausaufgaben macht.“ Dass sich die Nordbrücke aufgestellt habe und nun noch weit nach oben rage, sei kein Problem. Der Rückbau sei für die Großgeräte und Bagger sogar einfacher, wenn die Bruchteile noch stehen.

Direkt nach der Sprengung soll damit begonnen werden, die Trümmer beiseite zu räumen. Dazu sollten nach den Plänen der Autobahn GmbH noch am Samstagnachmittag 15 Kettenbagger sowie drei Radlader anrücken, um die gesprengte Brücke zu zerkleinern. 15 000 Tonnen Abbruchmaterial aus Beton und Stahl müssen verarbeitet werden.

„Moderne Saurier fressen sich durch den Beton“, sagt Sprengmeister Eduard Reisch über die Aufräumarbeiten.

13 Uhr: Sprengfirma feiert

Die Entwarnungssirene liegt schon mehr als eine halbe Stunde zurück. Jetzt feiert auch Sprengmeister Eduard Reisch mit seinem Team. Rund 20 Experten versammeln sich vor der niederliegenden Brücke zum Gruppenfoto.

12.55 Uhr: Guter erster Eindruck bei ELW

Die ersten Eindrücke bei den Entsorgungsbetrieben der Landeshauptstadt (ELW) sind positiv: „Die Brücke ist genauso gefallen, wie es geplant war“, berichtet ELW-Sprecher Frank Fischer. Vollständige Entwarnung für die Klärbecken und die Anlage des Hauptklärwerks soll es in der nächsten Stunde geben. Aktuell wird das Areal untersucht. Sprengmeister Eduard Reisch, der aktuell des Trümmerfeld überprüft, war bis zum 12.10 Uhr auf dem Gelände des Klärwerks und hatte von der Schaltwarte aus, die Sprengung ausgelöst.

12.35 Uhr: "Alles super geklappt"

„Es hat alles super geklappt“, sagt Matthias Achauer, Projektleiter der Autobahn GmbH. Und gibt einen klaren Zeitplan vor: Bahnstrecken und Bundestraße sollen am 4. Dezember freigegeben sein. Vor Weihnachten sollen also wieder S-Bahnen und anderen Züge in den Wiesbadener Hauptbahnhof rollen.

12.20 Uhr: Stromleitung und Klärwerk wohl nicht beschädigt

Während Sprengexperten gerade begutachten, wie die Nordbrücke auf die Südbrücke gekippt ist und sich dabei ein stückweit aufgestellt hat, gibt Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) eine erste „vorsichtige Entwarnung“. Die kritische Infrastruktur in unmittelbarer Nähe der Brücke, also eine Stromleitung und das Hauptklärwerk seien nach ersten Informationen unversehrt. Die Begehung des Umfelds der eingestürzten Brücke durch Sprengmeister, Statiker und weitere Experten scheint allerdings länger zu dauern, als ursprünglich angenommen.

12 Uhr: Brücke gesprengt

Pünktlich hat es geknallt: Die Sprengung der beiden Teile der Salzbachtalbrücke ist am Samstag um 12 Uhr erfolgt und war weithin im Stadtgebiet zu hören. Rund 220 Kilogramm Sprengstoff haben dafür gesorgt, dass die beiden Teile der Brücke hintereinander zu Bode gegangen sind. Zuerst kollabierte die Südbrücke, direkt im Anschluss kippte die Nordbrücke wie geplant darauf.

Aktuell sind Sprengexperten unterwegs, um zu prüfen, ob alle Sprengsätze detoniert sind, erst im Anschluss können an Klärwerk und den Gebäuden im näheren Umkreis etwaige Schäden untersucht werden.

11.50 Uhr: Brücke am Theodor-Heuss-Ring voll

Hunderte Menschen sind zur Brücke über am Theodor-Heuss-Ring gepilgert. Die Stadt prüft, ob die Brücke kurzzeitig für den Autoverkehr gesperrt wird.

11.20 Uhr: Schaulustige im Stadtgebiet

Einen Blick auf die Brücke haben Schaulustige auch von der Brücke über die Mainzer Straße, dem Verbindungsstück von Theodor-Heuss-Ring und Siegfried-Ring. Dort haben sich seit zirka 11 Uhr immer mehr Menschen eingefunden, denn zwischen Bäumen und Eisenbahnbrücke ist die Salzbachtalbrücke von dort aus sicherer Entfernung zu sehen. Parkmöglichkeiten gibt es keine mehr, die angrenzenden Parkplötze sind belegt. Die Polizei hatte im Vorfeld angekündigt, Störungen durch Schaulustige konsequent nachzugehen und entsprechend zu ahnden. Des Weiteren gilt der allgemeine Aufruf, das Stadtgebiet zu meiden und sich die Sprengung von zu Hause aus anzuschauen, da auch die zahlreichen Straßensperrungen zu einer Belastung des Verkehrs beitragen. Für alle, die die Sprengung verfolgen möchte, stellt die VRM einen Livestream zur Verfügung.

11.15 Uhr: Evakuierung abgeschlossen

Die Evakuierung der Gebäude in der Sicherheitszone hat geklappt. Das meldet die Stadtpolizei um 11.15 Uhr. Rund 140 Bewohnerinnen und Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. Alle sei entspannt verlaufen. In diesen Minuten gibt es noch eine Überprüfung mit Wärmebildkameras und per Drohne, Insbesondere im bewaldeten Gebieten.

10.45 Uhr: Brückenparty auf Hochhausdach

Die Spannung steigt und an vielen Stellen im Stadtgebiet warten Wiesbadenerinnen und Wiesbadener auf die Sprengung. Wer besonderes Glück hat, verfolgt den großen Knall um 12 Uhr vom Dach eines Hochhauses aus. Unsere Reporter Henri Solter und Sascha Kopp haben eine solche Sprengparty besucht.

10.30 Uhr: Das ist der Sprengmeister

Eduard Reisch ist übrigens der Mann, der die Brücke zum Einsturz bringen wird: Sprengmeister Eduard Reisch setzt den Schlussakkord

Sprengmeister Eduard Reisch
Sprengmeister Eduard Reisch (© pre)

10 Uhr: In zwei Stunden wird gesprengt

Noch zwei Stunden bis zum großen Knall. Zeit, nochmal zu erklären, wie die Sprengung genau ablaufen soll: So soll die Salzbachtalbrücke gesprengt werden

Sie können sich dazu auch durch unsere interaktive Brückenkarte klicken:

Und natürlich Zeit, nochmal auf unseren Livestream der Sprengung ab 11:30 Uhr hinzuweisen:

9.55 Uhr: Sperrungen teilweise bis Sonntag

Immer wieder erreichen uns Fragen der Userinnen und User, bis wann die vielen Sperrungen rund um die Brücke bestehen bleiben: Laut Informationen der Verkehrspolizei werden die Posten in Wohngebieten am Nachmittag aufgelöst. Feste Sperrungen auf Hauptverkehrsachsen bleiben teilweise bis Sonntag aufrecht erhalten: am Amöneburger Kreisel und in Mainzer Straße stadtauswärts auf Höhe Freizeitbad.

9:50 Uhr: Was bedeutet die Sperrung der Salzbachtalbrücke für die Marktbeschicker?

Wochenmarkt am Brückentag. Während die Brücke im Nebel liegt, ist auf dem Dern‘schen Gelände bestes Wetter. Ellen Schäfer von der Gärtnerei Schäfer aus Schierstein berichtet über die letzten Monate. Die Reporter Henri Solter und Sascha Kopp sind vor Ort.

9:40 Uhr: Was passiert mit dem Klärwerk?

Das Wiesbadener Klärwerk liegt in der Sperrzone. Es ist ein großes Anliegen der Zuständigen das Hauptklärwerk der Entsorgungsbetriebe zu schützen, welches teilweise unmittelbar unter der Nordbrücke liegt. Daher wurde ein 110 Meter langes und zehn Meter hohes Schutzgerüst aufgebaut, um die Becken des Klärwerks vor herumfliegenden Steinbrocken zu schützen. Dabei werden die Becken auch mit Kameras permanent bewacht, um einschlagende Steine zu erkennen.

9:30 Uhr: Verantwortliche sehen Nebel unkritisch

Dass das Salzbachtal zur Stunde noch von Nebel umhüllt ist, stimmt die Verantwortlichen der Brückensprengung nicht besorgt. „Nach aktuellem Stand gibt es keine Erkenntnisse, dass die Wetterlage ein Problem darstellen könnte“, sagt Stefan Hodes, Sprecher der Autobahn GmbH, um kurz nach 9 Uhr auf Anfrage. Außerdem gehe man davon aus, dass ich der Nebel in den nächsten Stunden verziehe. Die Sprengung der mehr als 300 Meter langen Brücke im Verlauf der A 66 ist für 12 Uhr geplant.

9:15 Uhr: Die Evakuierung der Sperrzone ist in vollem Gange.

Reporterin Lisa Marie Seil berichtet live vom Start der Evakuierung in der Hüglerstraße. In der Sicherheitszone patrouilliert die Stadtpolizei, Anwohner sind gerade dabei ihre Häuser zu verlassen. Eigentlich müssen nur Gebäude evakuiert werden, die in einem Radius von 250 Meter um die Brücke liegen. Nun erging aber auch an die Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Häuser, die im Grenzbereich der Sicherheitszone wohnen, vorsorglich ihre Häuser wegen etwaiger Erschütterungen zu verlassen. Wärmebildkameras sollen ab 11 Uhr eingesetzt werden, um zu prüfen, dass ich keine Menschen oder Tiere mehr im näheren Umfeld der Brücke befinden. Um 12 Uhr kommt der große Knall, ab 14.30 Uhr sollen die Anwohner wieder zurückkehren können.

Die Hunde aus dem Tierheim sind bereits in den vergangenen Tagen in eine Tierpension umgezogen. In der Sperrzone liegen auch die Gärhallen der Sektkellerei Henkell, aber dort macht man sich wegen der Sprengung wenig Sorgen.

9 Uhr: Die Evakuierung der Sperrzone beginnt

Rund 140 Anwohnerinnen und Anwohner müssen die Sperrzone rund um die Salzbachtalbrücke heute Vormittag verlassen. Die Kontrollen , wie hier an der Hüglerstraße, sind sehr streng, denn in das betroffene Gebiet soll jetzt auch niemand mehr hineinfahren.

Im Vorfeld hatten einige Anwohner große Sorgen geäußert: Hammermühlen-Besitzer wegen Brückensprengung beunruhigt

8:30 Uhr: "Dicke Suppe"

Unsere Reporter vor Ort melden noch Nebel rund um die Brücke. Kein ideales Sprengwetter, berichtet Henri Solter im Video.

8:10 Uhr: Die Geschichte mit dem einsamen Laster

Erinnern Sie sich noch? Der einsame Laster auf der Salzbachtalbrücke hat es zu überregionaler Bekanntheit gebracht. Unsere Redakteurin Lisa-Marie Seil hat die Geschichte noch einmal zusammengefasst: Warum der einsame Laster auf der Salzbachtalbrücke stand

Der Laster auf der Wiesbadener Salzbachtalbrücke wird mit einem Kran geborgen. Foto: Sascha Kopp
Der Laster auf der Wiesbadener Salzbachtalbrücke wird mit einem Kran geborgen. (© Sascha Kopp)

7:45 Uhr: Verkehrpolizei zieht Bilanz der Sperrungen

In diesen Minuten wird der sogenannte Bypass am Amöneburger Kreisel für den Verkehr gesperrt. An dieser Stelle hatte es am Freitagabend noch Probleme gegeben, wie Torsten Noll, Dienstgruppenleiter der Wiesbadener Verkehrspolizei, berichtet: „Gemäß Einsatzbefehl wurde der Kreisel wie geplant am Abend gesperrt, doch nach einer Stunde mussten wir die Sperrung wieder aufheben.“ Die überraschende Order kam aus dem Lenkungsstab, offenbar war die Umleitung des Busverkehrs nicht bedacht worden, für die Fahrzeuge war kein Durchkommen mehr. „Kurzfristig waren die Linien 6 und 33 betroffen“, berichtet Noll. Inzwischen gehe alles seinen geregelten Gang.

Insgesamt 93 Kräfte seien über das gesamte Wochenende mit der Überwachung und Regelung des Verkehrs betraut. Schon in der Nacht zum Samstag hatte die Verkehrspolizei immer wieder einzelne Einsätze. So mussten für die Anlieferung des Aldi-Marktes in der Mainzer Straße kurzfristig Barken auf die Seite geräumt werden. Trotz weithin sichtbarer Beschilderungen versuchten einzelne Autofahrer die Absperrungen in der Mainzer Straße zu umfahren, um etwa zur Burger King-Filiale zu gelangen. Einige waghalsige Wendemanöver waren zu beobachten. Aldi hat geöffnet, die Burger King sei fußläufig zu erreichen, wie Noll erklärt. „Der Parkplatz am Schwimmbad kann ganz normal genutzt werden.“

Unser Reporter Henri Solter hat vor Ort mit Torsten Noll von der Wiesbadener Verkehrpolizei über die Lage auf den Straßen gesprochen.

7:30Uhr: Straßensperrungen ab 8 Uhr

Damit die Sprengung reibungslos ablaufen kann, sind zahlreiche Straßensperrungen rund um das Sprenggebiet notwendig. Die kommunale Verkehrspolizei beginnt daher bereits ab etwa 8 Uhr, die Absperrungen einzurichten. Sämtliche Straßen, die von einer Sperrung betroffen sind, werden am Samstag zwischen 8 und voraussichtlich 15 Uhr abgesperrt. Das betrifft auch den Bypass über die A66. Stadtauswärts in Richtung Darmstadt wurde der Bypass bereits am Freitagabend ab 18 Uhr gesperrt.

Alle aktuellen Infos zu den Sperrungen finden Sie hier: Diese Straßen werden ab 8 Uhr gesperrt

6 Uhr: Heute ist Tag X

Er ist da, der lange erwartete Tag X: Die beiden Salzbachtalbrücken, Nord und Süd, sollen pünktlich um 12 Uhr mittags gesprengt werden. Wir berichten ab sofort und den gesamten Sprengtag über in Wort, Bild und bewegten Bildern über die aktuellen Entwicklungen rund um Evakuierungen, Sprengvorbereitungen und Straßensperrungen - und natürlich über den großen Knall. Die Sprengung mit bloßem Auge zu sehen, ist für die Öffentlichkeit so gut wie nicht möglich – gute und legale Aussichtspunkte in sicherer Entfernung gibt es aufgrund der Tallage der Brücke nicht. Die beste Gelegenheit, die Sprengung zu erleben, ist daher am heimischen Bildschirm. Wir bieten ab 11.30 Uhr einen mehrstündigen Livestream aus dem Pressezelt auf der gesperrten A671 an und übertragen die Sprengung ebenso wie die anschließende Pressekonferenz der Verantwortlichen.

Dass es ernst wird und auch die Witterung der Sprengplanung wohl keinen Strich mehr durch die Rechnung macht, zeichnete sich schon zur Wochenmitte ab.

An der Brücke selbst wurden in den vergangenen Tagen noch weitere Abdeckungen und Sprengschutzmatten angebracht, zudem hat die Autobahn GmbH einen mehrere Meter hohen Fangzaun an der Nordseite der Brücke errichtet, um die benachbarte Kläranlage vor Beschädigungen durch herumfliegende Trümmer zu schützen. Auf der Südseite, wo sich unweit der Brücke dutzende Wohnhäuser befinden, soll ein Wasservorhang die Privatgrundstücke vor Staub schützen.

Endgültig ernst wird es gegen 9 Uhr werden: Dann startet die Evakuierung des nahegelegenen Wohngebietes rund um die Hüglerstraße und die historische Hammermühle. Rund 140 Menschen werden für mehrere Stunden ihre Häuser verlassen müssen, bis die Sprengstelle gesichert und freigegeben ist. Schon seit Freitagabend ist der Brücken-Bypass an der Anschlussstelle Mainzer Straße gesperrt. Grund sind nicht nur die letzten Vorbereitungen für die Sprengung selbst, sondern auch der Versuch der Autobahn GmbH, zwei Stahlstützen in Sicherheit zu bringen. Die großen roten Stahlkonstruktionen waren nach dem Absacken der Brücke im Juni dieses Jahres ferngesteuert unter den beschädigten Pfeiler E gefahren worden, um ein weiteres Setzen des schweren Überbaus aufzufangen.

Auch an vielen anderen Stellen in der Stadt müssen sich Verkehrsteilnehmer auf Einschränkungen gefasst machen. Etliche Straßen im Umfeld der Brücke sind aus Sicherheitsgründen gesperrt und werden bewacht. Das gilt auch für das restliche Gelände in der Sperrzone: Die Polizei wird aus der Luft mit Wärmebildkameras nach Schaulustigen suchen, die sich verbotenerweise in der Sicherheitszone aufhalten. Wer also nicht zu den wenigen Glücklichen zählt, die eine Dachterrasse oder ein Hochhausfenster mit Brückenblick und ein starkes Fernglas zur Verfügung haben, der macht es sich am besten vor dem Computer, am Tablet oder Smartphone gemütlich und verfolgt das Ende der Pannenbrücke aus sicherer Entfernung.

Wir wünschen spannende Unterhaltung und drücken die Daumen, dass die Sprengung wie geplant und ohne Zwischenfälle vonstattengeht.

Alle Infos zur Salzbachtalbrücke finden Sie in unserem Dossier

Von unseren Reportern