Rekordzahlen: So viele Wiesbadener Studenten wie nie zuvor

     Foto: Prof. Dieter

14 171 Studierende zählt die Hochschule Rhein-Main mit Beginn des Wintersemesters. Für die Studenten ist bezahlbarer Wohnraum jedoch rar gesät, wie Oberbürgermeister...

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WIESBADEN. Mit so einer Reaktion hat Professor Detlev Reymann wirklich nicht gerechnet. Zum Beginn der Erstsemesterbegrüßung im Kulturzentrum Schlachthof hat der Präsident der Hochschule Rhein-Main die versammelte Schar der Studi-Frischlinge gerade gefragt, wer denn alles seine Wurzeln außerhalb Wiesbadens hätte. Blitzartig schoss die überwältigende Mehrheit der Hände nach oben. Ein Indiz dafür, "dass unser Angebot für Neustudenten interessant ist", führte Reymann aus. Zahlen belegen das: Aktuell sind 14 171 Studierende an der Hochschule eingeschrieben, fast 11 000 am Standort in Wiesbaden - so viele wie noch nie. Das gilt auch für die Anzahl an "Erstis", die sich für das anstehende Wintersemester auf über 3000 beläuft.

Jede Menge junge Leute also, die sich neu in der Stadt tummeln. Doch ist überhaupt Platz für alle? Selbst Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) ist da skeptisch: "Der Zustand in Sachen bezahlbarer Wohnraum bleibt trotz großer Bemühungen sehr unbefriedigend. Gerade bei Angeboten für Studenten besteht großer Nachholbedarf." Dennoch empfahl Mende, der sich in Hinblick auf seinen erst kürzlich erfolgten Amtsantritt selbst als "Erstsemester" bezeichnete, dass sich die Studenten nicht von Vorurteilen leiten lassen sollen, wonach Wiesbaden für Jüngere nicht die attraktivste Stadt sei. Der OB gab den Erstis den Rat: "Erobern Sie diese Stadt!"

Zu diesem Eroberungszug beitragen soll das Konzept "Studi.Bar". Das von der Studierendenvertretung "Asta" initiierte Kooperationsangebot ermöglicht den Studierenden seit eineinhalb Jahren jeden Mittwochabend in ausgewählten Wiesbadener Locations ein vergünstigtes Getränkespecial. Mittlerweile machen 15 Bars und Kneipen mit - Tendenz steigend. "Viele Studis gehen mittwochabends in Mainz weg. Wir wollen hier in Wiesbaden ein attraktives Gegenangebot schaffen", erläutert Jeanny Meschkat aus dem Asta-Vorstand. In der Theorie eine Win-win-Situation: Für die Studis werden Reize gesetzt, ihr feuchtfröhliches Nachtleben nach Wiesbaden zu verlagern, und die Kneipen steigern auch unter der Woche ihren Umsatz. Und wie sieht es in der Praxis aus? Meschkat dazu: "Der Ansturm ist groß."