Ortsbeirat möchte Tempo 30 in Wiesbadener Wörthstraße

Wiesbadener Wörthstraße soll 30er Zone werden.

Die schnurgerade Straße in der Innenstadt verleitet Autofahrer zum Beschleunigen. Für die Anwohner ist das eine Belastung. Der Ortsbeirat wendet sich nun an den Magistrat.

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Wiesbaden. Die Wörthstraße ist schmal, viel befahren und führt in Richtung Autobahn – mitten durch ein Wohngebiet. Und weil sie schnurgerade ist, lädt sie offenbar zum Beschleunigen ein. Für Anwohner ist diese Kombination eine Belastung, vor allem nachts. „Durch die Enge der Straße ergibt sich eine enorme Lärmentwicklung“, schilderte einer von ihnen dem Ortsbeirat Mitte in der Bürgerfragestunde. Seine Bitte, die Straße zur 30er-Zone zu machen, traf im Gremium auf offene Ohren. Tatsächlich hatte der Ortsbeirat bereits im Mai beantragt, die Schiersteiner Straße – in Verlängerung der Wörthstraße bis zum 1. Ring – auf eine Gemeindestraße herabzustufen. Das sei nämlich die Voraussetzung, um dort überhaupt Tempo 30 einzuführen. An diesen Beschluss erinnerten die Mitglieder nun und mahnten eine Antwort an. „Man kann ja sagen, dass man keine Zeit hat. Aber gar nicht zu antworten, ist einfach unhöflich“, meinte Roland Presber (SPD).

Das „Sherry & Port“ hat für immer geschlossen, aber der „Caspar Garten“, der Biergarten rund um den Brunnen in der Adolfsallee, lebt weiter. Boris Royko führt den Gastronomiebetrieb zusammen mit seiner Schwester Larissa in zweiter Generation. In der Ortsbeiratssitzung erinnerte er daran, wie sehr der Biergarten die Adolfsallee seit seiner Eröffnung 1989 in diesem Bereich aufgewertet habe. Nach der Schließung der Räumlichkeiten gebe es allerdings keine Toiletten mehr für die Gäste. „Wir müssten keine anbieten, wollen es aber“, erklärte er seinen Wunsch nach öffentlichen Toiletten, von denen auch der nahe gelegene Spielplatz profitieren würde.

Ortsvorsteher Guido Haas (Grüne) fühlte sich an eine ähnliche Situation in der Herbert-Anlage erinnert, wo der Biergarten „Herzschnidde“ in Kooperation mit der Stadt öffentliche Toiletten betreibt. Vorausgegangen war dem ein Vor-Ort-Termin unter der Beteiligung von sieben Dezernaten, so Haas. Ein solches ämterübergreifendes Treffen soll nun auch für die Adolfsallee eine Lösung suchen, beschloss der Ortsbeirat.

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Parkplätze müssen neu organisiert werden

Seit März vergangenen Jahres ist Ibrahim Kizilgöz der Vorsitzende des Ausländerbeirats. Zeit, dem Ortsbeirat über Arbeit und Zielsetzungen des Beirats zu berichten. „Wir sehen uns nicht als Integrationslotsen“, räumte er mit einem Missverständnis auf, dem auch Mitglieder des Ortsbeirats erlegen waren. „Es geht um gesellschaftliche und politische Partizipation, also um Bürgerbeteiligung“, betonte er. „Der Ausländerbeirat ist ein politisches Gremium mit der primären Aufgabe, das Stadtparlament und die Fraktionen zu beraten“, erklärte der Vorsitzende. „Seit Kurzem auch administrativ auf Augenhöhe mit den Ortsbeiräten.“

Mit dem neuen Radweg in der Rheinstraße mussten dort auch die Parkplätze neu organisiert werden. Nach wie vor parkten allerdings Autos auf dem Gehweg, wie Gunnar Kerber (Linke) beobachtet hat – trotz Halteverbots. Der Ortsbeirat war sich nicht ganz einig, ob das aus Ignoranz, Gewohnheit oder Irrtum geschehe. Er einigte sich daher darauf, diesen Bereich in einem ersten Schritt stärker kontrollieren sowie die irreführende alte Markierung entfernen zu lassen. Sollte das zu nichts führen, müsse das Falschparken physikalisch verhindert werden. Statt der ungeliebten Poller solle die Stadt dabei aber auf kreative Elemente wie Blumenkübel, Bänke oder Fahrradboxen setzen.