Martin Hammer über die Freiheit der Kunst, Schlüssel und...

Martin Hammer liebt Wind und Segeln. Archivfoto: Jörg Halisch  Foto:
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In unserer Rubrik stellen wir Menschen in unserer Region die immer identischen „zehn Fragen“ – und erleben wie unterschiedlich, nachdenklich, aber auch heiter sie darauf...

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REGION. In unserer Rubrik stellen wir Menschen in unserer Region die immer identischen „zehn Fragen“ – und erleben wie unterschiedlich, nachdenklich, aber auch heiter sie darauf antworten. Heute: Martin Hammer. Er kuratiert gemeinsam mit Maria Magdalena Ludewig zum zweiten Mal die Wiesbaden Biennale, die vom 23. August bis 2. September stattfindet.

Herr Hammer, warum machen Sie, was Sie machen?

Letztendlich weil ich an die Freiheit der Kunst glaube und die Kunst die einzige Möglichkeit ist, auf wirklich radikale Art und Weise zu spielen. Denn Kunst zu produzieren bedeutet, Dinge in die Welt zu setzen, die absolut unwahrscheinlich sind und die vordergründig keinem Zweck folgen. Das gelingt nur selten, aber es ist sehr glückhaft, wenn es gelingt!

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Welchen Satz sagen Sie zu oft?

„Warte kurz, ich muss noch meinen Schlüssel suchen!“ („Schlüssel“ lässt sich wahlweise durch Handy, Portemonnaie, Pass oder ähnliche Dinge ersetzen, die die Eigenschaft haben, auf magische Art und Weise von alleine ihren Standort zu wechseln.)

Was sagen Ihnen die Leute nach?

Ich glaube, ich kann manchmal ziemlich verschlossen wirken, auch wenn ich natürlich behaupten würde, dass ich das gar nicht bin.

Wobei werden Sie schwach?

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Ganz klar: Vier bis Fünf Windstärken, ein Folkeboot aus Holz, ein bisschen Sonne und natürlich ausreichend Wasser unter dem Kiel…

Worüber können Sie lachen?

Was ist braun und guckt durchs Fenster rein? Ein Spannzapfen.

Und worüber sich ärgern?

Kleinigkeiten können mich wirklich ärgern. Morgens kein Kaffee mehr im Haus… Der platte Reifen des Fahrrads, obwohl ich gerade loswollte… Die verspätete S-Bahn, die einen den Anschluss in Frankfurt verpassen lässt.

Wenn Sie heute zurückblicken: Welchen besonderen Moment würden Sie gerne noch mal erleben?

Eigentlich habe ich gar nicht den Wunsch, besondere Momente noch einmal zu erleben. Man weiß ja dann schon, wie sie ausgehen. Und wenn doch, dann wären die Details dieser Momente wohl eher nichts für diesen Fragebogen.

Über was würden Sie gerne mal ein Buch schreiben — und mit welchem Titel?

„Wenn es keinen Halt mehr gibt, ist Haltung die einzige Möglichkeit!“ Nein, im Ernst. Ich glaube kaum, dass ich die Ruhe finde, ein Buch zu schreiben.

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas gelernt haben?

Wir lernen doch andauernd, oder? Jedenfalls sollte es so sein… Gestern Abend im Zug von Hamburg nach Wiesbaden habe ich etwas darüber gelernt, wie Ameisen ihre Staaten bilden. Das war höchst interessant!

Nennen Sie uns doch bitte Ihre Tipps: Drei Dinge, die man in der Rhein-Main-Region erlebt oder besucht haben sollte….

Diese Frage muss ich einfach nutzen, um ein bisschen Werbung in eigener Sache zu machen, denn in diesem Jahr darf man natürlich auf keinen Fall verpassen während der Wiesbaden Biennale die alte City-Passage neu zu entdecken! Man sollte gut Ausschau halten nach den Projekten unserer Künstler und Künstlerinnen im öffentlichen Raum Wiesbadens und ich würde sehr empfehlen, mal in die „Bad News-Zeitung“ zu schauen.

Die Fragen stellte Julia Anderton.