Ausstellung mit Mineralien im Landesmuseum Wiesbaden

Ehrenamtliche des Museums bauen die funkelnde Ausstellung auf, nachdem die Mineralien Jahre im Depot lagen. Foto: Bernd Fickert

Zu verdanken sind die Exponate dem Direktor der einstigen Studienanstalt für Mädchen am Schlossplatz, der als ehrenamtlicher Direktor des Museums eine didaktische Ausstellung...

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WIESBADEN. Ist der Weihnachtszauber erst mal vorbei, gibt es beim Blick aus dem Fenster in der dunklen Jahreszeit nicht allzu viel zu entdecken. Es sei denn, Frau Holle lässt sich nicht länger bitten und sorgt für eine weiße Pracht – ansatzweise zu sehen immerhin in der aktuellen Ausstellung „Eiszeit-Safari“ im Museum Wiesbaden.

Ehrenamtliche des Museums bauen die funkelnde Ausstellung auf, nachdem die Mineralien Jahre im Depot lagen. Foto: Bernd Fickert

Ihre Vorboten sind die hauchfeinen Eiskristalle an der Scheibe, an deren grazilen Aufbau man sich gar nicht sattsehen mag. „Auch wenn wir beim morgendlichen Entdecken dieser filigranen und vergänglichen Strukturen wissen, dass es Zeit wird zu lüften“, meint Fritz Geller-Grimm, der Leiter der Naturhistorischen Sammlungen im Museum Wiesbaden, mit einem Augenzwinkern. Eiskristalle entstehen, wenn die Temperatur null Grad erreicht.

„Eis gehört der Definition nach zu den Mineralien. Es bildet hexagonale Systeme, das heißt, jedes Molekül verbindet sich mit sechs anderen und diese schließen sich dabei über Wasserstoffbrücken jeweils zu einem Ring zusammen“, erklärt Geller-Grimm die typische Struktur. Gefrieren also die Wassertropfen in einer Wolke zu Eiskristallen, bilden sie im festen Verbund eine Schneeflocke, die auf ihrem Weg zur Erde beständig wächst, weil sich immer mehr Kristalle an sie heften. Die sechseckige Form ist zwar stets als Grundstruktur vorhanden, doch existieren abhängig von Feuchtigkeit und Luftdruck Unterschiede in der Ausgestaltung der Flocke, die etwa in Sternenform oder als Plättchen hinab schneit. „Hätte man eine Hand voller Schneeflocken, könnte man sie gar nicht alle zählen und würde trotz dieser großen Zahl keine einzige finden, die der anderen exakt gleicht. Jede Schneeflocke ist einmalig“, unterstreicht Geller-Grimm.

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Ebenso verhalte es sich mit vielen Stoffen unseres Alltagslebens. Regelmäßige Anordnungen finden sich beispielsweise in Salz, Zucker und den Metallen. „In besonderem Maße ist allen gemeinsam, dass absolute Ordnung dennoch zu einer faszinierenden Vielfalt heranwachsen kann.“ Davon zeugen nicht zuletzt die Mineralien, deren kristalline Struktur charakteristisch ist; mehr als 5300 Mineralien sind bekannt. „Jede ist ein eigener Kosmos und sorgt für erhebliches Staunen“, weiß Geller-Grimm. „Kristalle umgeben uns überall und sind eine ordnende Macht in unserer Welt.“

Davon zeugt im Landesmuseum das „Reich der Mineralien“ als heimliche Sonderausstellung, die noch bis Ostern zu sehen ist. Die Besucher stoßen im Steinsaal auf unterschiedlichste Formen und Farben. „Da leuchtet gleich zu Beginn der Ausstellung ein großer Bergkristall aus Madagaskar, da glänzen und funkeln aus dem gleichen Material verschiedene Amethyste, Citrine, Grün- und Rauchquarze“, schwärmt Geller-Grimm. Zu verdanken sei dieser Schatz dem Direktor der einstigen Studienanstalt für Mädchen am Schlossplatz, Friedrich Heineck, der als ehrenamtlicher Direktor des Museums eine didaktische Ausstellung entwickelte. „Nach Jahren des Dornröschenschlafs im Depot haben sich heutige Ehrenamtliche des Museums vereint und gemeinsam ein funkelndes Geschenk aufgebaut.“