Alleebäume müssen erhalten werden – Rund 450 Biebricher...

aus City-Bahn

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Wie mag die City-Bahn wohl durch Biebrich fahren? Zahlreiche Biebricher informieren sich im Bürgersaal.Foto: wita/Paul Müller  Foto: wita/Paul Müller

Wer sich dezent vorzudrängeln und mit einem ausgezeichneten Gehör dem enormen Lärmpegel zu trotzen vermochte, war klar im Vorteil: Der konnte Verkehrsdezernent Andreas Kowol...

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WIESBADEN. Wer sich dezent vorzudrängeln und mit einem ausgezeichneten Gehör dem enormen Lärmpegel zu trotzen vermochte, war klar im Vorteil: Der konnte Verkehrsdezernent Andreas Kowol zuhören, als er Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich (ein Biebricher) bei der dritten Infomesse zur City-Bahn in der Galatea-Anlage die Planungsentwürfe für eine Linienführung der Bahn in Wiesbadens größtem Stadtteil erläuterte. Freude beim Dezernenten über den „großen Zuspruch“ sowohl bei den Infomessen als auch der Online-Plattform, auf der sich nach den Worten Gerichs mehr als 750 Kommentare und Anmerkungen finden.

Streckenführung in Biebrich ist noch „sehr offen“

„Machen Sie mit“, ermunterte der Oberbürgermeister die ortskundigen Besucher, die sich bereits wenige Minuten nach der Eröffnung dicht an dicht an den im Bürgersaal aufgestellten Schautafeln drängten. Er wolle, betonte Gerich, „keine Placebo-Bürgerbeteiligung“, sondern eine „echte“. Und er machte deutlich, dass die Bürgerbeteiligung nicht den Biebricher Ortsbeirat ersetze; das sei keine Konkurrenz, sondern ergänze sich, sagte Gerich.

Ortsvorsteher Kuno Hahn verfolgte die Erläuterungen zu den für Biebrich angedachten Streckenführungen ebenso aufmerksam wie der Pulk um den OB. „Die Streckenführung in Biebrich ist sehr offen. Wir können viel machen, müssen es aber nicht“, hatte der gesagt. Für Hahn indes ist klar: „Biebrich schreit nach Verkehrsentlastung.“ Und dies auch ohne eine City-Bahn.

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Einmal mehr bekundeten die Gäste, deren Fragen von Stadtplanern und dem Team von Eswe Verkehr beantwortet wurden, ihre Zustimmung oder Ablehnung durch grüne und rote Punkte.

Die doppelte Verneinung gebietet Vorsicht: Grün steht für „Den Hinweis bekräftige ich“, Rot für „Da bin ich anderer Meinung“. Weswegen bei der Linienführung an der Ringkirche, die womöglich noch in einer weiteren Visualisierung dargestellt wird, irrtümlich der Eindruck wiedergegeben wurde, dass viele Bewohner des Rheingauviertels nahe der Ringkirche ein Mehr an Lärm durch die City-Bahn befürchten. Das Gegenteil ist der Fall. Mit vielen grünen Punkten machten die von Eswe Verkehr geschätzten rund 450 Biebricher, die im Verlauf der fünfstündigen Messe teils auch sehr emotional über die City-Bahn diskutierten, auf die „sehr engen Straßen“ in ihrem Stadtteil aufmerksam und votierten ebenso eindrucksvoll für den Erhalt der Bäume in der Biebricher Allee.

„Das ist ja alles noch sehr vage“, kommentierte ein Pärchen beim Blick auf die verschiedenfarbig skizzierten Linienführungen von der Biebricher Allee, Herzogsplatz, der Straße der Republik und die Rathausstraße sowie den Bereichen um den Rathenauplatz und die Breslauer Straße oder die Führung entlang der Rudolf-Dyckerhoff-Straße. Gerade diese Vagheit, diese Unschärfe, weiß der Ortsbeirat hingegen zu schätzen: „Wir sind dankbar für die verschiedenen angedachten Streckenführungen“, betonte Ortsvorsteher Kuno Hahn. Die Frage, die sich stelle: „Ist die City-Bahn vielversprechend – und bringt sie uns weiter oder nicht?“