10.000 Euro für Wiesbadener Evim-Projekt „Upstairs“

aus ihnen leuchtet ein Licht

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Scheckübergabe vor dem bunten Bus: Über 10 000 Euro für Upstairs freuen sich Simone Wittek, Bereichsleitung der Evim-Jugendhilfe, Redakteurin Sina Schreiner, Claudia Grilletta, Upstairs-Projektleiterin, und der Evim-Vorstandsvorsitzende Matthias Loyal (v.l.). Foto: wita/Paul Müller  Foto: wita/Paul Müller

Manchmal ist es eine Busfahrkarte. Manchmal ein Gespräch. Und manchmal einfach nur eine Dose Ravioli. Die Hilfe, die Jugendliche auf der Straße bei Upstairs bekommen, ist so...

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WIESBADEN. Manchmal ist es eine Busfahrkarte. Manchmal ein Gespräch. Und manchmal einfach nur eine Dose Ravioli. Die Hilfe, die Jugendliche auf der Straße bei Upstairs bekommen, ist so vielfältig wie ihre Schicksale selbst. Zum Beispiel das des 18-jährigen Christian. Er hat einen Schulabschluss, macht eine Ausbildung, hält es aber eines Tages nicht mehr zuhause aus, weil sein älterer Bruder gewalttätig ist. Eine Weile schläft er bei Freunden, aber auch das ist keine Dauerlösung. Über einen Freund erfährt er von Upstairs. Hier wird ihm eine Unterkunft vermittelt, Hilfe bei Behördengängen geboten. Mittlerweile lebt Christian in einer Wohngemeinschaft.

Unbürokratisch und schnell Hilfe, Schutz und Beratung

Um jungen Menschen wie Christian zu helfen, hat Evim 2001 das Projekt Upstairs ins Leben gerufen. Kinder und Jugendliche, die in Wiesbaden auf der Straße leben, finden hier eine wichtige Anlaufstelle. „Wir können individuell helfen und auf den Einzelnen eingehen“, erklärt Simone Wittek, Bereichsleiterin der Evim-Jugendhilfe. „Das Gute ist, dass es bei uns unbürokratisch läuft. Die Jugendlichen haben keine Hemmschwelle. Wir gucken, wie wir den richtigen Weg einschlagen können“, sagt auch Kristin Hagen, eine von drei Sozialarbeiterinnen, die für die Jugendlichen Ansprechpartnerinnen sind.

Der bunte Bus, seit 2008 die mobile Anlaufstelle an der Reisinger Anlage, hat montags bis donnerstags von 15 bis 17 Uhr und freitags von 12 bis 14 Uhr geöffnet. Hier gibt es Schutz, Beratung und schnelle Hilfe. Außerdem ist rund um die Uhr jemand über eine Hotline erreichbar. Ein für das Projekt angemietetes Apartment ist das ganze Jahr über ausgelastet.

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„Diese Jugendlichen haben Ressourcen. Sie verdienen einfach mehr Wertschätzung“, sagt Claudia Grilletta, Projektleiterin von Upstairs. Sie schätzt es besonders, dass die Jugendlichen, die zu Upstairs kommen, sich auch untereinander unterstützen. „Sie sind häufig selbst Experten für die Problemlagen anderer. So manchen Tipp habe ich auch von ihnen bekommen.“

„ihnen leuchtet ein Licht“, die Benefizaktion dieser Zeitung, unterstützt Upstairs in diesem Jahr mit 10 000 Euro. „Das Projekt lebt ausschließlich von Spenden“, erklärt der Evim-Vorstandsvorsitzende Matthias Loyal, „deswegen ist das für uns so wichtig.“ Man lebe von der Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Jugendlichen, betont Wittek. „Deshalb muss unsere Arbeit kontinuierlich sein.“