Wiesbadener Flüchtlingsfrauen nähen 3000 Masken

Mit dem Instrument der freiwilligen Arbeitsgelegenheit können Flüchtlinge, wie hier in der Unterkunft im Kastel Housing, einer Tätigkeit nachgehen. Archivfoto: hbz/Jörg Henkel

Alle Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete und alle Maßnahmen der beruflichen Orientierung mussten unterbrochen werden. So schuf das Amt die freiwillige Arbeitsgelegenheit.

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KASTEL. Masken nähen zum Schutz der Gesundheit: Dieser Aufgabe haben sich Frauen verschrieben, die in Kastel Housing leben, in der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen. Die Kontakt- und Hygieneregelungen im Rahmen der Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschränken das tägliche Leben. Dies gilt natürlich auch für geflüchtete Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Es mussten alle Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete, alle Maßnahmen der beruflichen Orientierung und des Spracherwerbs unterbrochen werden.

Mundschaft für alle Unterkünfte

Doch mit Unterstützung des Amts für Grundsicherung und Flüchtlinge haben alle das Beste aus der Situation gemacht. „Mit großer Freude kann ich berichten, dass das Maßnahmen- und Integrationsmanagement der Abteilung Materielle und Soziale Hilfe für Geflüchtete eine kreative Lösung entwickelte: die sogenannte freiwillige Arbeitsgelegenheit“, sagt Sozialdezernent Christoph Manjura.

Ende März hat das Integrationsmanagement ein Konzept für eine Arbeitsgelegenheit zum Nähen von Masken entwickelt. Zunächst galt dies für den Eigenbedarf. Mittlerweile sind 24 Geflüchtete mit Näharbeiten befasst, neben Kastel Housing gibt es im Stadtgebiet einen zweiten Standort. Die Frauen hatten ein sportliches Ziel: die Produktion von 3000 Masken bis Mitte Mai. „Mit viel Engagement und Herzblut konnte dieses Ziel erreicht werden. Morgen wird die letzte Gemeinschaftsunterkunft mit selbst genähten Masken beliefert“, berichtet Manjura.

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Am Ende des Projekts werden 400 Meter Stoff, 70 T-Shirts und drei Kilometer Nähgarn verarbeitet worden sein. Manjura bedankt sich auch bei Spendern aus der Stadtgesellschaft, die dem Projekt 100 Meter Stoff und zwei Nähmaschinen zur Verfügung gestellt haben. Ein weiterer Dank gilt allen Verantwortlichen, die die Näherinnen und Näher in ihrer Arbeit unterstützen. Innerhalb der Arbeitsgelegenheit konnten sich Geflüchtete bei den Hausmeistern ihrer Gemeinschaftsunterkunft melden und bei zusätzlich notwendigen Hygienemaßnahmen mitarbeiten. Rund 70 Personen ergreifen nun zusätzliche Reinigungsmaßnahmen in Zeiten von Corona. Das stündliche Desinfizieren von Türklinken, Handläufen oder Lichtschaltern zählt beispielsweise dazu.

Quarantänezone in der Essensausgabe

Hinzu kam die Essensausgabe. Es wurde eine Quarantänezone geschaffen, in die Menschen mit Covid19-Verdacht einziehen können. In diesem Bereich erfolgt eine Vollverpflegung. Die Mahlzeiten werden angeliefert und müssen von den Mitarbeitern portioniert und an einen Platz gebracht werden, an dem die Bewohner der Quarantänezone kontaktlos das Essen entgegennehmen können. „In Zeiten wie diesen kommt es auf ein solidarisches Miteinander an. Schließlich können wir nur gemeinsam gegen das Virus und die Pandemie vorgehen“, sagt Manjura.