Kostheim: Projekttag an der Carlo-Mierendorff-Schule zum Thema...

Emilia und ihre Klassenkameraden gestalten bei dem Projekttag lustige Tiere und eine eigene Schrift für das Abschlussheft. Foto: hbz/Jörg Henkel

Die Stiftung Design Museum Frankfurt will Kinder an gemeinsame Gestaltungsprozesse und an Design heranführen. Dazu führt sie Projekttage an Schulen durch – jetzt auch in Kostheim.

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KOSTHEIM. Originelle Ideen und Mut zum Ausprobieren – beides gehört zusammen. Praktisch erfahren konnten das die Kinder der Klasse 4b der Kostheimer Carlo-Mierendorff-Schule am Mittwoch bei einem Projekttag mit der Stiftung Design Museum Frankfurt. Mit Profi-Unterstützung konnten sie ihren Namen tierische Formen geben und eine Klassenschrift entwerfen.

Wie können wir gemeinsam Lösungen finden? Und wie kann man von klein auf Bewusstsein für Design schulen? Fragen wie diese standen über den kreativen Stunden, für die sich die Schule beworben hatte. Deutschlandweit sind Projektmanagerin Silke Meister und Kollegen unterwegs mit Workshops, von Grundschulen bis hin zu Berufsbildenden Schulen. In den vergangenen Jahren wurden damit mehr als 15 000 Kinder erreicht. Elektromobilität, Design, Religion und Klimaschutz sind Themen in höheren Klassen. Die Jüngeren wurden vertraut gemacht mit der Stilrichtung Bauhaus, passend zum Jubiläum. Alltagsgegenstände wurden genauer betrachtet, ob Spitzer, Rucksack oder Stuhl: Warum diese Form? Welche Funktion soll das erfüllen? Eigene Zahnbürsten konnten entworfen werden, um sich mit dem Thema vertraut zu machen. „Es geht ja nicht nur um Ergebnisse, eher darum, Gestaltungsprozesse durchzuprobieren“, erklärt Rektorin Vera Witkowski, die selbst Kunst unterrichtet.

Klassisch mit Stift und Papier gestalteten die Schüler witzige Namenstiere, mit gespiegelten Buchstaben und Extras wie Augen oder Hütchen. An Katze, Eule oder Schlange ließen die Figuren denken, in geschwungenen schwarzen Linien, mit Akzenten in Rot, Blau oder Gelb. „Es ist toll, etwas Neues auszuprobieren“, sagt Emilia (9), „es hat Spaß gemacht.“ Kursleiterin Meister bestätigt: „Wenn man anfängt, passieren ganz tolle Dinge, die man sich vorher gar nicht ausdenken konnte.“ Die Sorge, etwas verkehrt zu machen, sollte niemanden ausbremsen. Schließlich gehe es nicht um Richtig oder Falsch.

„Ran an die iPads“ hieß es später, um eine Schrift für die Klasse zu kreieren. Wie soll sie nach außen wirken, die Krokodilklasse? Mit einer App konnte frei gestaltet werden, mittels Stift und Radierer am Bildschirm. Die Grundformen der Buchstaben wurden verändert und mit Zähnen versehen, passend zum Klassentier. „Cool“, staunten auch Max und Julian über die Möglichkeiten, die sich am Computer boten. Neben dem Design mit „Zauberstift“ konnten auch Fotos von Formen gemacht und variiert werden. Jedes Kind konnte Buchstaben oder Zahlen beisteuern zur neuen Schriftart, die künftig im Unterricht genutzt oder für Einladungen und in der Abschlusszeitung verwenden werden soll. Mit neuen Impulsen den Horizont zu erweitern, soll auch anderen Klassen möglich sein. Daher hofft Witkowski auf weitere Projekte, die finanziell gefördert werden. Genauer hinzuschauen und selbst Designer zu werden: darauf haben die Viertklässler nach dem Projekttag noch mehr Lust.