Neue „Rheinschänke“ am Rheinufer in Hattenheim offiziell eröffnet
Noch zieren Bierzeltgarnituren das Freigelände der neuen „Rheinschänke“. In einigen Wochen soll das Provisorium speziell gefertigten Tischen und Sitzbänken weichen. Foto: DigiAtel/Heibel
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HATTENHEIM - (olko). Ein Schiff glaubt der ein oder andere in dem langen, schmalen Gebäude am Hattenheimer Rheinufer zu erkennen: Die Rede ist von der „Rheinschänke“ – auf diesen Namen hört das am Donnerstag offiziell eröffnete Ausflugslokal. „Ich bin sehr zufrieden, es ist alles so geworden, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagte Pächter Mathias Marschollek über die jüngst beendeten Aus- und Umbauarbeiten.
Viele Jahre lang hatte das Ausflugslokal in der Nachbarschaft des Weinprobierstandes als „Brückenschänke“ firmiert. Deren früherer Pächter Eric Philipp verließ die Liegenschaft im März 2017 – nach einem langen Rechtsstreit mit der Stadt und verlorener Räumungsklage. Den Namen „Brückenschänke“ nahm er mit und betreibt nun unter dieser Bezeichnung auf seinem Campingplatz in der Nähe ein Gartenlokal.
Statt eines Walmdachs hat das Haus nun ein Giebeldach
Die ehemalige Brückenschänke ließ der neue Pächter Marschollek seit September umfassend aus- und umbauen, wobei von der früheren Bausubstanz nur ein Teil der Grundmauern stehen blieb. „Der Ort lag früher ein wenig im Dornröschenschlaf“, sagte Architekt Tim Bialucha über das 1926 als Schifffahrtsagentur errichtete und 1982 zum Gasthaus umgebaute Gebäude.
Das frühere Walmdach ist einem Giebeldach mit einem markanten, rautenförmigen Fenster gewichen. Die gesamte Technik befindet sich – mit Blick auf mögliche Hochwasser – im Obergeschoss. Im Erdgeschoss befindet sich der Gastraum mit 40 Plätzen, Küche, Spülküche und Kühlhaus.
„Das Haus sollte offen werden“, sagte Bialucha. Erreicht wurde dies mit einer auffaltbaren Glasfront zur Terrasse und zum Freigelände am Rhein. Hier gibt es Platz für bis zu 200 Personen. Noch ist nicht alles fertig: Die Bierzeltgarnituren sind nur ein Provisorium und sollen in einigen Wochen speziell gefertigten Tischen und Bänken aus Holz weichen. Aus Holz – nämlich Lärche – besteht auch die Gebäudeverkleidung. Den Angaben nach hat der neue Pächter eine hohe sechsstellige Summe in das Gebäude gesteckt.
Inoffiziell öffnete die Rheinschänke schon am langen 1. Mai-Wochenende und den folgenden Wochenenden die Türen. „Das Haus wird von Einheimischen und Touristen gut angenommen“, so Marschollek, der eine breit gefächerte Zielgruppe im Blick hat: Spaziergänger, aber auch Radfahrer, Touristen und Ausflugsgäste jeden Alters. Ab sofort ist das Lokal im Sommer täglich sieben Tage in der Woche von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten im Winter stehen noch nicht fest.
Die Rheinschänke folgt dem Biegartenprinzip: Man bestellt an der „Rheintheke“ und trägt die Getränke selbst zum Platz, während die Speisen gebracht werden. An einem Ausgabefenster Richtung Leinpfad gibt es Essen und Trinken zum Mitnehmen.
Die Karte wartet unter anderem mit „Häbbsche“ wie Rheingauer Spundekäs mit Radieschen für 4,80 Euro auf, der „Frühling im Glas“ – Kartoffel-Spargelsalat mit Ei und Räucherlachs – schlägt mit 7,50 Euro zu Buche. Pizza gibt es ebenfalls ab 7,50 Euro, einen Burger ab 9,50 Euro. Die offenfrische Laugenbrezel kostet 1,90 Euro.
Für einen Cappuccino sind 3,50 Euro fällig, für 0,4 Liter Kloster-Bier hell und für 0,4 Liter Cola, Limo oder Saftschorle ebenfalls 3,50 Euro. Das 0,2-Liter-Glas 2016 Riesling trocken des Hattenheimer Weinguts Molitor kostet 3,90 Euro. Teuer erscheint indes die Weinschorle im 0,2-Liter-Glas, wofür laut Karte ebenfalls 3,90 Euro zu zahlen sind.
Von der Neugestaltung des Ausflugslokals war Eltvilles Bürgermeister Patrick Kunkel (CDU) angetan: „Es ist schön zu sehen, dass Versprochenes eingehalten wird.“ Er sei überzeugt, dass das Konzept im Stadtparlament zu Recht eine Mehrheit erhalten habe. Für die Hattenheimer sei es nicht leicht gewesen, Altbewährtes aufzugeben. Doch habe er bislang aus der Hattenheimer Bevölkerung „nur Positives“ über das neue Angebot gehört, schilderte Kunkel.
Ortsvorsteher Markus Racke (CDU) sprach angesichts der neuen Rheinschänke von einem „wichtigen Tag für Hattenheim und die Region“. Doch sei der Weg steinig gewesen, sagte er und erinnerte mit Blick auf das Ausflugslokal an die in der Vergangenheit „teils emotional und abseits des Anstandes geführte Diskussion“.