Würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in...

Kommt der Gedenkstein, der früher am Wehener Schloss lag, ans Wehener Schloss zurück? Archivfoto: Wolfgang Kühner
© Archivfoto: Wolfgang Kühner

Auf dem Platz am Wehener Schloss soll an einstiges jüdisches Leben in Taunusstein erinnert werden. Auch die Schulen sollen einbezogen werden.

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TAUNUSSTEIN. Die Taunussteiner Stadtverordnetenversammlung hat den Magistrat beauftragt, ein Konzept für ein angemessenes und würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Taunusstein zu entwickeln. Dabei sollen auch die Taunussteiner Schulen mit einbezogen werden. Dies wurde bei einer Gegenstimme beschlossen.

Stolpersteine eine mögliche Form des Gedenkens

Die SPD-Fraktion hatte zuvor beantragt, zur Stärkung der Erinnerungskultur in der Stadt sogenannte „Stolpersteine“ zu verlegen. Das sind kleine von dem Künstler Gunter Demnig entworfene Messingtafeln mit Namen und Lebensdaten ermordeter Juden, die im Bürgersteig eingebaut werden. Weiß verwies darauf, dass solche Stolpersteine inzwischen in 1265 deutschen Kommunen und 21 europäischen Ländern zur Erinnerung an NS-Opfer installiert worden seien.

„Die Stolpersteine sollen Teil der Taunussteiner Stadtgeschichte sein“, so der Wunsch der SPD. Finanziert werden sollen sie durch Spenden. Die ersten Reaktionen seien ermutigend. So habe sich der Leistungskurs Geschichte des Jahrgangs 2013 des Taunussteiner Gymnasiums bereit erklärt, an dem Vorhaben mitzuarbeiten.

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Stolpersteine seien „eine mögliche Form“ des Gedenkens, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Monz, aber auch „keine unumstrittene Form“. Deshalb müsse man überlegen, ob es auch andere angemessenere Formen des Gedenkens gebe. Wichtig sei dabei die Wissensvermittlung. Monz: „Wenn Gedenken einen Sinn machen soll, dann müssen die Lehren aus dieser Zeit in die Zukunft getragen werden“. Dazu hatten CDU und FWG einen Änderungsantrag eingebracht, der schließlich gemeinsam mit dem SPD-Antrag zur weiteren Beratung in den Ausschuss für Soziales und Kultur überwiesen wurde.

Bis 1939 habe es jüdisches Leben in Wehen, Hahn und Bleidenstadt gegeben, rief Bürgermeister Sandro Zehner in Erinnerung. Ihm sei deshalb ein angemessener Hinweis auf die ehemalige Synagoge an der Weiherstraße in Wehen wichtig. Dazu sei der Platz vor dem Schloss, der genau gegenüber dem einstigen jüdischen Gebetshaus liege, wichtig. Man habe deshalb bereits den Auftrag für ein architektonisches Konzept für den Platz erteilt.

Von Mathias Gubo