Fornara expandiert in Taunusstein

Wo im vergangenen Sommer noch das Taunussteiner Autokino war, wird die Firma Fornara jetzt ihren neuen Unternehmenssitz bauen. Sie hat das rund 11 000 Quadratmeter große Gelände von der Taunussteiner StaTa GmbH gekauft. Archivfoto: Kühner

Wo im vergangenen Sommer noch das Taunussteiner Autokino war, will die Firma Fornara jetzt im Gewerbegebiet am Orlener Stock ihren neuen Unternehmenssitz bauen. Expansion in der...

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TAUNUSSTEIN. Fornara, ein mittelständisches Import- und Handelsunternehmen für die Gastronomie und den Lebensmittelgroß- und -einzelhandel, expandiert mitten in der Corona-Krise. Von der StaTa GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Stadt Taunusstein, hat das Unternehmen mit Sitz in Wehen jetzt ein mehr als 11 000 Quadratmeter großes Grundstück am Orlener Stock gekauft, um ein größeres Lager sowie Büroräume und einen Lagerverkauf errichten zu können.

Das Gelände im Orlener Gewerbegebiet sei zwar erschlossen und baureif, allerdings bislang noch nicht entwickelt, erläuterte Bürgermeister Sandro Zehner (CDU). Im vergangenen Sommer war die Fläche dort einige Monate lang als Taunussteiner Autokino genutzt worden. Die Stadt hatte es zuvor von der Firma Expotechnik zurückgekauft, die das Grundstück vor Jahren schon für eine mögliche Erweiterung ihres benachbarten Lagers erworben hatte.

Der Verkauf an Fornara sei bereits notariell beglaubigt, teilte Robert Rustler, Geschäftsführer der StaTa GmbH, mit. Fornara will dort eine große Halle mit einem Hochregallager (3000 Quadratmeter) bauen. Die Investitionssumme bezifferte Christoph Mika, Inhaber und Geschäftsführer von Fornara, auf rund fünf Millionen Euro.

„Wir hatten Anfang 2020 gerade Verträge mit einem bekannten Kreuzfahrtunternehmen zur Belieferung mit Wein erarbeitet, als die Pandemie anfing“, so Mika. Dies habe das Traditionsunternehmen vor existenzielle Schwierigkeiten gestellt. Nachdem er zunächst auch Kurzarbeitergeld und staatliche Soforthilfen beantragt hatte, sei immer deutlicher geworden, dass sich die Situation nicht schnell wieder ändern würde. „Der Betrieb stand vor der Entscheidung, Mitarbeiter entlassen zu müssen“, so Mika.

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Langfristige Bindung an Taunusstein

Um das zu verhindern, hat das Unternehmen sein Geschäftsmodell im Frühjahr sehr schnell umgestellt und – statt exklusiv an Händler und große Gastrozulieferer und Tourismusbetriebe zu liefern – ergänzend mit dem Lagerverkauf an Privatpersonen begonnen. Das funktionierte so erfolgreich, dass das Unternehmen nicht nur alle Mitarbeiter halten und die Soforthilfen zurückzahlen konnte, sondern zu Beginn des zweiten Lockdowns im November 2020 eine Zweigstelle in Wiesbaden eröffnet hat und jetzt die Wachstumspläne in Taunusstein weiter vorantreibt.

„Die Firma Fornara war zuvor bereits langjähriger Partner unseres Geschäftsbereiches‚ Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung“, so Rustler. „Wir haben als StaTa zum Ziel, Taunussteiner Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung aktiv zu unterstützen – Fornara ist ein gutes Beispiel, wie das in der Praxis aussehen kann.“

„Die langfristige Bindung von Fornara an Taunusstein als Standort freut mich ebenso, wie deren erfolgreiche Unternehmensentwicklung entgegen aller Umstände, die aktuell kaum widriger sein könnten“, betonte Zehner. Mika machte deutlich, warum er die Zukunft seines Unternehmens in Taunusstein sieht: „Die Stadt ist verkehrsgünstig angebunden und in der Rhein-Main-Region mit der Nähe zum Flughafen Frankfurt ideal für den internationalen Handel.“ Das Areal am Orlener Stock biete die perfekte Basis für ein nachhaltiges Unternehmenswachstum mit dem eingespielten Team. Das bisherige Firmengebäude an der Platter Straße in Wehen, das angemietet ist, sei schlichtweg zu klein und biete keine Vergrößerungsmöglichkeiten. Mika geht davon aus, dass mit dem Neubau in Orlen im April oder Mai begonnen werden kann und der neue Firmensitz dann „idealerweise“ ein Jahr später bezogen werden kann.

Auf Nachfrage erklärte der Taunussteiner Bürgermeister, dass das letzte freie Grundstück am Orlener Stock ebenfalls kurz vor dem Verkauf stehe. Die 30 000 Quadratmeter große Fläche soll geteilt werden, da es drei Käufer gebe.

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Von Mathias Gubo