Die Ausführungen von Wambachs Kerbvadder Pascal Krieger...

Kerbevadder Pascal Krieger (am Mikrofon) und Kerbemudder Clara Brinkrolf (daneben) feiern einen gelungenen Einstand bei der Wambacher Kerb.Foto: RMB/Wolfgang Kühner  Foto: RMB/Wolfgang Kühner

„Wenn im Herbst die Blätter von de Bääm dun falle“, begann Pascal Krieger den Kerbespruch bei der 42. Wambacher Zeltkerb. Eine Dreiviertelstunde später endete die...

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WAMBACH. „Wenn im Herbst die Blätter von de Bääm dun falle“, begann Pascal Krieger den Kerbespruch bei der 42. Wambacher Zeltkerb. Eine Dreiviertelstunde später endete die Premiere des Kerbevadders, dem die ebenfalls 22-jährige neue Kerbemudder Clara Brinkrolf mit Geschenken wie Senf und Honig für die Verulkten assistierte, nach vielen Beifallsstürmen und Lachsalven in ohrenbetäubendem Jubel und Zugabe-Rufen. Minutenlang feierten die Zuhörer im vollen Zelt Krieger. Viele dankten ihm danach auch persönlich – von den 50 aktiven unter den rund 200 Mitgliedern der Kerbegesellschaft bis hin zu externen Besuchern. „Das war der beste Kerbespruch seit Langem“, gratulierte sogar Schlangenbads Bürgermeister Michael Schlepper (FDP). Krieger wehrte das Lob ab. Es gebühre vor allem Mathias Presber.

Mehr als 500 Besucher an den ersten beiden Tagen

„Weil ich als Außendienstler viel unterwegs und selten in Wambach bin“, habe ihm Presber nicht nur wie seit 15 Jahren allen Kerbeeltern den Spruch geschrieben. „Er übte auch die Aussprache und Betonung mit mir“, verriet Krieger und betonte: Er feiere die Kerb immer gern mit und habe auch diesmal wieder fast rund um die Uhr an den drei Tagen mitgeholfen, aber der Erfolg zwischen Auf- und Abbau sei den anderen Aktiven um den Vorsitzenden Hahn zu verdanken, die alles organisierten. Trotzdem freute ihn, wie gut die Kerb schon vor dem Familientag mit Kinderschminken und -karussell, Ponyreiten und Hüpfburg, Musik der Blaskapelle Gladbachtal, Kerbespruch, Auftritt der SG-Kindertanzgruppen und Tombola ankam. Krieger erzählte, wie schon an den ersten beiden Tagen mehr als 500 Besucher bis nachts um 4 Uhr im vollen Zelt wie 2016 Disko mit DJ Timothé Charbon und der neuen Partyband „Discover“ feierten. Er gehörte auch zu knapp 20 Helfern, die den Kerbebaum, der mit 24 Metern etwas höher als in den Vorjahren war, aus dem Wald holten und stellten.

Den Höhepunkt setzte aber der Kerbespruch. Krieger zog erst seine eigene Bühnenerfahrung als Tänzer, der „mit 15 Weibern an Fassenacht“ auftrete, durch den Kakao. Mit Anekdoten von Wambachern wie „Hüftgold“ bei Rentnern, Fernsehfrühgymnasik, Honigherstellung oder Missgeschicken bei Bauvorhaben verknüpfte er Öffentliches. Für die Endlos-Baustelle in Bärstadt hatte er zwei Erklärungen: „Vielleicht kriegt Bärstadt ja e eigene U-Bahn-Station“ oder die Verzögerung liege an der Faulheit der Bauarbeiter mit bald „eingewachsene Schippenstiel unnerm Kinn“. Mit Wahrzeichen wie dem Pariser Eiffelturm verglich Krieger „Schlangenbads weltberühmten Schuldenberg“ und Wambachs „Plastikrind“, das „manchen Emser schon vor der Feuerwehr zum Bremser“ werden lasse. Mit Lob für den erst zwei Jahre alten, aber schon „etablierten“ Weihnachtsmarkt auf dem Parkplatz in der Dorfmitte verknüpfte er die Kritik, dass der sonst „international zugeparkt“ sei.

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Da die Gemeinde lieber „den Rathausbalkon versilbere“ – die Renovierung sei „über 800 000 Euro teurer als geplant“ – kümmere sie sich nicht mehr um die Sauberkeit im Ort. Mit Riesendank erklärte Krieger, wie dafür die „Tatortreiniger“ als „graue Engel“ sorgen. Da sie ihre ohne Genehmigung zur Minibücherei verwandelte Telefonzelle abgeben mussten, freue er sich jetzt auf die Einweihung der nächsten „Bücherzelle“. Mit seinem witzigen minutiösen Protokoll vom Unwettereinsatz der Feuerwehr belegte Krieger, dass die sonst so verlässlichen Kerbespruchlieferanten dieses Jahr „nur Lob verdienen“. Denn anders als die „13 Helden“ habe auch beim Sturm „der Rettungsschirm des Landes Hessen kläglich versagt“.