Marianische Musik: Das Kirchenjubiläum in Hallgarten krönte...

Für Faszination sorgt der Koblenzer Dekanatskantor Peter Stilger an der Orgel – vierhändig und -füßig mit seinem Schüler Yannik Wahl – sowie dem Vokalensemble „Lucente“.Foto: RMB/Heinz Margielsky  Foto: RMB/Heinz Margielsky

(dre). Wie alt genau die Schröter-Madonna in Mariae Himmelfahrt ist und wer sie schuf, weiß keiner. Sicher ist nur, dass ein Künstler das weltberühmte Meisterwerk aus Ton...

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HALLGARTEN. (dre). Wie alt genau die Schröter-Madonna in Mariae Himmelfahrt ist und wer sie schuf, weiß keiner. Sicher ist nur, dass ein Künstler das weltberühmte Meisterwerk aus Ton „um 1417“ fertigte. Deshalb feierte die katholische Gemeinde in 2017 „600 Jahre Schröter-Madonna“ mit acht Veranstaltungen. Das Jubiläum krönte zum Abschluss jetzt ein Konzert mit marianischer Musik in der Kirche.

Gregorianische Gesänge und neuer Chor-Kanon

Unter Leitung des Koblenzer Dekanatskantors Peter Stilger bezauberte es rund 80 Besucher mit 21 Stücken. Sie reichten vom 800 Jahre alten gregorianischen Gesang „Ave, maris stella“ bis zu Lorenz Maierhofers neuem Chor-Kanon „Ave Maria, stella maris“. 19 Kompositionen unter anderem von Praetorius, Mozart, Dvorak oder Kodàly lauschte das Publikum mit Blick auf die Madonna. Zwei sang es ebenso ergriffen mit: „Meerstern, ich dich grüße“ und das „Hallgartener Marienlied“.

Für die Faszination sorgte Stilger nicht nur alleine an der Orgel, sondern auch vierhändig und -füßig mit seinem Schüler Yannik Wahl und Stilgers Vokalensemble „Lucente“. Wahl bereicherte die beiden Vivaldi-Stücke außerdem mit den extrem seltenen Melodica-Instrumenten Andes und Claviola. Dass die Koblenzer für den Jubiläumsabschluss das Konzert boten, war Stilgers Anfängen als Organist 1984 in Hallgarten und seiner seitdem erhaltenen Freundschaft zu Küster Manfred Orth zu verdanken. Mittlerweile auch Fördervereinsvorsitzender erzählte Orth Stilger vom Plan, die Schöter-Madonna mit Veranstaltungen 2017 zu feiern. Stilger, der auch den Hallgartner Kirchenchor gründete, bot sofort an, ein Konzert dazu zu geben und gewann dafür das Vokalensemble, das er in Arenberg leitet, samt Wahl. Das musikalische Programm ergänzten Vorsitzender Thorsten Patzelt und Ulrike Semmler vom Ortsausschuss zudem mit meditativen Texten.

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So wie Stilger die Rückkehr an seinem allererste Wirkungsort freute Ortsausschussvorsitzenden Thorsten Patzelt und Orth der Erfolg des Konzertes und aller Veranstaltungen zuvor. „Wir gingen nicht mit dem Anspruch an das Jubiläum heran, dass sie Kirche voll wird“, verriet Patzelt, dass das Interesse alle Erwartungen übertraf. Das galt schon für den Auftakt am 1. März mit Eröffnungsgottesdienst, bei dem Täschlein mit Madonna-Bildern und Gebetsanregungen in den Ort entsandt wurden. „Sie werden unter dem Motto ‘Maria bei uns Zuhause“ immer noch weitergereicht“, berichtete Patzelt froh. Gut besucht waren bis zu dem Höhepunkt mit Pontifikalamt, Mittagessen auch für Pilgergruppen, Harfenkonzert und Festvortrag am 10. September alle anderen Jubiläumsangebote wie die marianische Weinprobe, das Patronatsfest, Vorträge und Gesprächsrunden. Das Spektrum umfasste den Weinfasstransport der Schröter, die die Madonna stifteten, ihre künstlerische Bedeutung mit Kopien bis hin zu der im Pariser Louvre und die Marienverehrung früher und heute. „Wir beobachten ein steigendes Bedürfnis, mit Maria in Kontakt zu treten und vor ihr eine Kerze zu entzünden“, erzählte Patzelt, dass neuerdings wieder mehr Menschen auch losgelöst von der Liturgie in die Kirche kommen. Das bestätigte Orth. Er erklärte mit Blick auf die jahrelangen Rückgänge beim Kirchenbesuch, wie hilfreich und inspirierend die Jubiläumsveranstaltungen für die Gemeinde waren: „Wenn sich dadurch jetzt wieder einzelne an Religiöses heranwagen, ist das für uns schon ein Erfolg.“